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Warten auf „Black Panther 2“: Marvel und der Tod von Chadwick Boseman

Chadwick Bosemans tragischer Tod stellte die Marvel-Verantwortlichen vor eine große Frage: Wie sollten sie ohne ihren Hauptdarsteller mit dem geplanten Sequel zu „Black Panther“ fortfahren?

Chadwick Boseman verstarb im August 2020 im Alter von nur 43 Jahren.
Foto: Tinseltown/shutterstock.com

Am 9. November startet das neue Marvel-Werk „Black Panther: Wakanda Forever“ in den deutschen Kinos. Die Produktion des Sequels zu „Black Panther“ (2018) wurde im August 2020 durch die Nachricht erschüttert, dass Hauptdarsteller Chadwick Boseman (1976-2020) im Alter von nur 43 Jahren verstorben ist. Boseman hatte von 2016 bis 2019 im Marvel Cinematic Universe die Figur T’Challa/Black Panther verkörpert – und mit „Black Panther“ seinen ersten eigenen Solofilm als Titelheld erhalten.

In der Fortsetzung, die Marvel bereits 2018 angekündigt hatte, sowie vermutlich in einem dritten Teil hätte Boseman ohne jede Frage wiederum die Hauptrolle übernommen. Regisseur Ryan Coogler (36) verriet „The Hollywood Reporter“ im Oktober 2022: „Das Drehbuch, das wir geschrieben hatten, bevor Chadwick [Boseman] verstarb, war sehr in der Perspektive von T’Challa verankert“. Diesen ursprünglichen Plan musste Coogler nach Bosemans tragischem Tod abändern. Von der schweren Erkrankung des Stars wusste er genauso wenig wie die Verantwortlichen bei Marvel.

Chadwick Bosemans Umgang mit seiner Krankheit

Im Rückblick und mit dem heutigen Wissen wirken Bosemans finale Karrierejahre umso beeindruckender. Im Jahr 2016 wurde bei ihm Darmkrebs im Stadium III diagnostiziert. Das machte der Hollywood-Star niemals öffentlich. Laut „The Hollywood Reporter“ wussten – neben der Familie des Stars – lediglich eine Handvoll Menschen wie beispielsweise sein Agent und Trainer von Bosemans Diagnose.

Während seiner Behandlung, die aus mehreren Operationen und Chemotherapie bestand, arbeitete Boseman weiter und schloss neben drei Marvel-Werken auch die Produktion der Filme „21 Bridges“ (2019), „Da 5 Bloods“ (2020) und „Ma Rainey’s Black Bottom“ (2020) ab. Regie-Legende Spike Lee (65), der „Da 5 Bloods“ inszenierte, wusste ebenso nichts von Bosemans Krebserkrankung wie Marvel-Chef Kevin Feige (49).

Boseman selbst dachte laut „The Hollywood Reporter“ bis ungefähr eine Woche vor seinem Tod Ende August 2020, dass er den Krebs besiegen würde. Für die für den März 2021 geplanten Dreharbeiten zu „Black Panther 2“ wollte er ab September seinen geschwächten, dünner geworden Körper wieder stärken und Gewicht zulegen.

Marvel entscheidet sich gegen eine Neubesetzung für „Black Panther 2“

Nach Bosemans Tod und einer Phase der Trauer stand bei den Marvel Studios eine Entscheidung über die Zukunft der Figur Black Panther und des geplanten Sequels „Black Panther 2“ an. Rasch wurde die durchaus denkbare Option ausgeschlossen, Boseman als digital erzeugtes Double in der Fortsetzung auftreten zu lassen. Im Dezember 2020 erklärte dann Marvel-Boss Feige: „[Chadwick Bosemans] Darstellung von T’Challa, dem Black Panther, ist ikonisch und übertrifft jede Version der Figur in jedem anderen Medium aus Marvels Vergangenheit. Und aus diesem Grund werden wir die Figur nicht neu besetzen“.

Gleich seinem Darsteller ist die Figur T’Challa in „Wakanda Forever“ verstorben

Marvel-Zuschauer werden mit „Black Panther: Wakanda Forever“ einen eher ungewöhnlichen Film des Superfranchises zu sehen bekommen. Denn die Figur T’Challa ist in der Welt des Films verstorben. Wie genau sich das ereignet hat, ist gegenwärtig noch ein Geheimnis. Der Trailer zu „Black Panther 2“ zeigt jedoch das fiktive afrikanische Land Wakanda in Trauer. Brian Davids von „The Hollywood Reporter“, der den Film bereits gesehen hat, verriet in einem Tweet: „[‚Black Panther 2‘] ist auf eine notwendige Art schwer und düster, und lässt den charakteristischen Tonfall der Marvel Studios weitestgehend hinter sich“. Anstelle des üblichen bunten Klamauks wird in dem Popkultur-Werk also der tragische Tod des realen Darstellers Boseman ein Stück weit verarbeitet.

Schauspielerin Letitia Wright (29) verkörpert in „Black Panther: Wakanda Forever“ mit Shuri erneut die Schwester von T’Challa – und könnte im Film sogar zum neuen Black Panther werden. Gegenüber „Variety“ erklärte Wright: „Wir ehren [Chadwick Boseman], indem wir uns der Geschichte und dem Vermächtnis verschreiben, das er mit diesem Franchise begonnen hat“.

Auch Darstellerin Lupita Nyong’o (39), die in „Black Panther“ T’Challas Ex-Freundin Nakia spielte und im Sequel ebenfalls wieder mit dabei ist, hält eine Fortführung der Geschichte für „spirituell und emotional richtig“, wie sie „Yahoo! Entertainment“ verriet. „Elle“ berichtete Nyong’o, dass es ihr ursprünglich vor einem Gespräch mit Regisseur Coogler gegraut hatte, in welchem dieser seine Pläne für einen zweiten Teil ohne Boseman vorstellen wollte. Sie sei dann aber sehr erleichtert gewesen, als der Filmemacher seine neue Idee erläuterte. „Angesichts einer tiefen See der Trauer bot er ein Floß an“, so Nyong’o.

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