Eine spezialisierte Ermittlungsgruppe verhaftet drei Männer wegen mutmaßlicher Einbrüche in Balingen und anderen Städten. Die georgischen Staatsangehörigen könnten für rund 60 Einbrüche verantwortlich sein.
Zollernalbkreis: Haft für überregionale Einbrecherbande

Reutlingen (ost)
Balingen (ZAK):
Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Hechingen und des Polizeipräsidiums Reutlingen
Ein bemerkenswerter Erfolg im Kampf gegen Eigentumskriminalität wurde von einer spezialisierten Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizeidirektion Esslingen mit Sitz in Tübingen verzeichnet, nachdem am Mittwochabend in Tübingen drei mutmaßliche Einbrecher festgenommen wurden. Den drei Verdächtigen im Alter von 28, 32 und 42 Jahren wird vorgeworfen, sich seit September letzten Jahres mutmaßlich zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um durch Einbrüche in Wohnhäuser eine dauerhafte Einnahmequelle zu schaffen. Alle drei Verdächtigen befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.
Nach einem starken Anstieg von Wohnungseinbrüchen, die seit September 2025 hauptsächlich in Balingen verzeichnet wurden, ergaben sich unter anderem durch genaue Spurensuche Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit Einbrüchen in Gomaringen und Villingendorf sowie in Rottenburg, Bodelshausen, Albstadt und Stuttgart. Intensive Ermittlungen führten schließlich zur Identifizierung des 42-jährigen Bandenführers und seiner 28 und 32 Jahre alten Komplizen, von denen nur der 32-Jährige einen festen Wohnsitz in Tübingen hat. Die anderen beiden reisten nach aktuellen Erkenntnissen extra ins Bundesgebiet, um Straftaten zu begehen, wobei der 32-Jährige ihnen in seiner Wohnung Unterschlupf gewährte und die Anmietung der Fahrzeuge koordinierte, mit denen die Bande auf Einbruchstour ging.
Ende Februar 2026 endete die Einbruchsserie abrupt nach der mutmaßlichen Ausreise der 42- und 28-Jährigen, bis am 24. und 25. April erneut bei zwei versuchten Wohnungseinbrüchen in Metzingen Spuren gesichert werden konnten, die auf die Bande hindeuteten.
Bei einem weiteren Wohnungseinbruch am Mittwochabend (29.04.2026) um 21.30 Uhr im Steinäckerweg in Reutlingen wurden beide von den anwesenden Bewohnern überrascht und flüchteten anschließend mit einem erneut vermutlich von dem 32-Jährigen angemieteten Opel über die B28 in Richtung Tübingen.
Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung wurde der Opel mit Unterstützung von Spezialkräften des Polizeipräsidiums Einsatz im Tübinger Stadtgebiet gestoppt und die beiden mutmaßlichen Einbrecher sowie später auch der 32-Jährige im Stadtgebiet von Tübingen vorläufig festgenommen.
Die drei georgischen Staatsangehörigen, die derzeit für rund 60 Wohnungseinbrüche im Zollernalbkreis und in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Rottweil und Stuttgart als Verdächtige in Frage kommen, wurden am Donnerstagmittag dem Haftrichter beim Amtsgericht Hechingen vorgeführt. Dieser erließ die von der Staatsanwaltschaft Hechingen beantragten Haftbefehle und setzte sie um. Alle drei Verdächtigen wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. (cw)
Quelle: Presseportal
Einbruchstatistiken in Baden-Württemberg für 2022/2023
Die Einbruchsraten in Baden-Württemberg stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 4508 Fälle von Einbrüchen registriert, während es im Jahr 2023 bereits 5204 Fälle waren. Trotz der Zunahme der registrierten Fälle konnte die Polizei im Jahr 2023 mehr Fälle lösen als im Vorjahr. Die Anzahl der Verdächtigen stieg ebenfalls von 676 im Jahr 2022 auf 733 im Jahr 2023. Unter den Verdächtigen waren mehr Männer als Frauen, wobei die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen ebenfalls anstieg. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Einbrüchen in Deutschland mit 27061 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 4.508 | 5.204 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 787 | 826 |
| Anzahl der Verdächtigen | 676 | 733 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 589 | 653 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 87 | 80 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 316 | 432 |
Quelle: Bundeskriminalamt








