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Niedersachsen: Illegale Abnehmprodukte und geschmuggelte Kosmetika sichergestellt

Die Zollfahndung Hamburg stellt tonnenweise illegale Abnehmprodukte und geschmuggelte Kosmetika sicher und nimmt mutmaßliche Händlerin fest.

Foto: Zollfahndungsamt Hamburg
Foto: Presseportal.de

Hamburg (ost)

Am Mittwoch durchsuchten Einsatzkräfte der Zollfahndung Hamburg mehrere Objekte in Hamburg und Niedersachsen. Sichergestellt wurden unter anderem tonnenweise mit gesundheitsschädlichem Sibutramin versetzte Tee- und Kaffeeprodukte sowie Kapseln. Zusätzlich wurden große Mengen mutmaßlich illegal eingeführte Kosmetika sichergestellt. Gegen die 41- Jährige mutmaßliche Drahtzieherin wurde ein Haftbefehl vollstreckt, sie wurde bei den Maßnahmen durch eine Spezialeinheit der Zollfahndung festgenommen.

Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine Tatverdächtige, die mindestens seit 2023 Produkte illegal aus der Türkei importiert und sie europaweit über einen Onlinehandel mit Verkaufserlösen in Millionenhöhe vertrieben haben soll. Es konnten mehr als 15.000 Versandhandlungen ermittelt werden. Teil der illegalen Organisation sind zudem elf weitere Verdächtige, die bei Versand und Vermarktung der Produkte beteiligt gewesen sein sollen.

Geschmuggelt wurden Tee, Kapseln und Kaffee, die unter anderem nachweislich mit dem stark gesundheitsschädlichen Wirkstoff Sibutramin versetzt waren. Produkte mit diesem Inhaltsstoff dürfen jedoch seit Januar 2010 europaweit offiziell nicht mehr verkauft werden.

In mehreren Garagen und Lagerräumen konnten nun mehrere Tonnen unterschiedlichster Produkte sichergestellt werden. Davon Sibutramin enthaltene Produkte mit einem Schwarzmarktwert von über 600.000 Euro und mutmaßlich illegal nach Deutschland eingeführte Kosmetika mit einem Schwarzmarktwert von über 500.000 Euro. Zum Abtransport der Sicherstellungen waren mehrere LKW und Transporter erforderlich. Bis in die Abendstunden waren insgesamt 120 Kräfte im Einsatz. Unterstützt wurden die Maßnahmen durch Kontrolleinheiten des Hauptzollamtes Hamburg, der Zollfahndung Hannover, der Bundespolizei und der Landespolizei.

„Durch den Einsatz der Ermittlerinnen und Ermittler konnte die Zollfahndung eine hochprofessionell agierende Täterstruktur zerschlagen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung leisten.“, so Ulrich Willamowski, stellvertretender Leiter des Zollfahndungsamtes Hamburg.

Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hamburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Zusatzinformationen:

Der Inhaltsstoff Sibutramin ist stark gesundheitsschädlich. Produkte mit diesem Inhaltsstoff dürfen seit 2010 nicht mehr verkauft werden. Bei der Einnahme dieser Produkte sind schwerwiegendste Nebenwirkungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzstillstände zu befürchten. Bei Produkten mit dem Wirkstoff Sibutramin handelt es sich um bedenkliche Arzneimittel. Weiterhin hat die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz das Teeprodukt mit dem Wirkstoff Hydroxyanthracenglycosid (bekannt als Sennosid B) als apothekenpflichtiges Arzneimittel eingestuft.

Der Handel mit bedenklichen Arzneimitteln in besonders schweren Fällen (Schädigung einer großen Menschenmenge oder Vermögensvorteile großen Ausmaßes) wird mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr bis zu 10 Jahre je Einzeltat belegt. Der gewerbsmäßige Einfuhrschmuggel wird vom Gesetzgeber mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren je Einzeltat belegt.

Quelle: Presseportal

Statistiken zur Drogenkriminalität in Hamburg für 2022/2023

Die Drogenraten in der Region Hamburg zwischen 2022 und 2023 sind gestiegen. Im Jahr 2022 wurden 15185 Fälle registriert, wovon 13914 gelöst wurden. Es gab insgesamt 10273 Verdächtige, darunter 9123 Männer und 1150 Frauen. 4343 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stiegen die Zahlen auf 17022 registrierte Fälle, wovon 15821 gelöst wurden. Es gab insgesamt 10839 Verdächtige, darunter 9739 Männer und 1100 Frauen. 5086 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu gab es in der Region Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten aufgezeichneten Drogenfälle in Deutschland – 73917.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 15.185 17.022
Anzahl der aufgeklärten Fälle 13.914 15.821
Anzahl der Verdächtigen 10.273 10.839
Anzahl der männlichen Verdächtigen 9.123 9.739
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.150 1.100
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 4.343 5.086

Quelle: Bundeskriminalamt

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