Das illegale Geschäft mit verbotenen Feuerwerkskörpern boomt zu Silvester. Profi-Feuerwerk ist hoch gefährlich und nur für Pyrotechniker.
Lingen: Polizei warnt vor illegaler Pyrotechnik

Osnabrück (ost)
Das illegale Geschäft mit verbotenen Feuerwerkskörpern in Europa beschäftigt die Polizei- und Ordnungsbehörden seit Jahren – besonders zu Silvester boomt der Markt. Und dass, obwohl Böller wie Cobra 6, Cobra 8 oder auch Kugel- bzw. Zylinderbomben wegen ihrer enormen Sprengkraft hoch gefährlich und deswegen nur Pyrotechnikern mit entsprechender Fachkunde vorbehalten sind. Trotz klarer rechtlicher Bestimmungen in den Ländern geraten jedes Jahr größere Mengen an Profi-Feuerwerk der Kategorie F3/F4 in falsche Hände – auch in der Polizeidirektion Osnabrück, wie ein tragischer Fall aus dem emsländischen Lingen zeigt: Vor knapp zwei Wochen (06.12.25) hantierte ein 17-jähriger bei einer Geburtstagsfeier mit einem für ihn verbotenen Feuerswerkskörper. Als der Böller unerwartet detonierte, erlitt der junge Mann schwere Verletzungen – und führte zum Verlust seiner rechten Hand. Eine weitere Person wurde durch die Wucht der Detonation verletzt.
Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, betont: „Profi-Feuerwerk hat nichts in den Händen von Laien zu suchen. Die Sprengkraft ist unvorstellbar! Wir warnen eindringlich davor, verbotenes oder nicht zugelassenes Feuerwerk im Internet oder unter der Ladentheke zu kaufen. Melden Sie außerdem solche unseriösen Händler und Verkäufer der Polizei.“
Dass der Markt für illegale Pyrotechnik besonders zum Jahresende auch im deutsch-niederländischen Grenzraum floriert, belegen groß angelegte Polizeiaktionen: So konnten bei zwei sogenannten Joint-Action-Days von Polizeidirektion und Staatsanwaltschaft Osnabrück Ende 2022 – zusammen mit niederländischen Polizei- und Justizbehörden – über 600 Tonnen Pyrotechnik im Dreiländereck Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden sichergestellt werden. Der Wert der Ware lag bei rund 40 Millionen Euro. 13 mutmaßliche Drahtzieher konnten dabei in den Niederlanden festgenommen werden.
Generell ist das Thema Pyrotechnik vor allem in den Niederlanden virulent. Im letzten Jahr gab es laut einer Meldung der niederländischen Regierung 1.543 Angriffe im Zusammenhang mit Pyrotechnik – 70 % mehr als im Vorjahr. Auch in Niedersachsen gab es Vorfälle mit Pyrotechnik: Am letzten Wochenende wurden bei einem Tuningtreffen, u.a. in Melle (Landkreis Osnabrück), Einsatzkräfte mit Pyrotechnik angegangen. Und auch in der Silvesternacht 2022/2023 hatte es bereits in mehreren Fällen Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute mit Pyrotechnik gegeben. Darüber hinaus nutzen Täterbanden zunehmend Pyrotechnik für ihre kriminellen Machenschaften, unter anderem zur Sprengung von Geldautomaten.
Um die Zusammenarbeit zwischen deutschen und niederländischen Behörden, speziell in diesem Phänomenbereich, zukünftig noch breiter aufzustellen, werden zur Zeit auf polizeilicher Ebene bilaterale Gespräche geführt, die gemeinsame Arbeit innerhalb eines europäischen Projektes voranzutreiben.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle registriert, wobei 4662 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 3226 Verdächtige, darunter 2212 männliche und 1014 weibliche Verdächtige. 788 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 13218, wobei 5070 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen stieg auf 3422, wobei 2310 männliche und 1112 weibliche Verdächtige beteiligt waren. 950 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu verzeichnete Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








