Zoll durchsucht Bauunternehmer, entdeckt Schwarzgeld und Arbeitnehmerunterkünfte im Keller.
Köln: Steuervergehen im Baugewerbe in Münster

Münster (ost)
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Münster vollstreckte in diesen Tagen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster in einem Wohngebiet von Münster einen Durchsuchungsbeschluss gegen einen 59-jährigen Bauunternehmer.
Der Einsatz des Zolls erfolgte mit rund 35 Kräften, die Verständigung war nur mit Hilfe eines Dolmetschers möglich. Eine weitere Durchsuchungsmaßnahme in dem Fall fand zeitgleich in Köln statt und wurde dort von zwei weiteren Kräften des Hauptzollamtes Köln unterstützt.
Grund für die Durchsuchungsmaßnahmen gegen den Unternehmer aus Münster ist der Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung, der Steuerhinterziehung sowie der Verdacht des Verstoßes gegen die Sofortmeldepflicht und die Pflicht zur Zahlung des tariflich vorgeschriebenen Mindestlohns. Seine Arbeiter soll der Bauunternehmer u.a. durch das Zahlen von Schwarzgeld entlohnt haben.
„Die bisher ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf rund 230.000 Euro an hinterzogenen Steuern sowie nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen“, weiß Britta Flothmann, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Münster, zu berichten.
Im Rahmen der Maßnahmen stellten die Zöllnerinnen und Zöllner auch zwei Luxusarmbanduhren im Wert von rund 16.000 Euro sicher. Die erfolgten Pfändungen in die Konten des Beschuldigten belaufen sich auf rund 65.000 Euro.
Weiterhin fanden die Beamtinnen und Beamten bei der Durchsuchung in Münster noch insgesamt 2.400 Euro Bargeld, 50 Stangen unversteuerte Zigaretten sowie im Keller des Hauses massenhaft Kleingeräte für den Bau wie Bohrer und anderes. Bei Letzterem besteht der Verdacht des Diebstahls, weshalb auch die Landespolizei zum Einsatz des Zolls hinzugerufen wurde.
Schließlich entdeckten die Zollbeamtinnen und -beamten im Keller des Hauses sechs Arbeitnehmerschlafplätze, von denen augenscheinlich aktuell zwei in Benutzung waren sowie vier weitere Schlafplätze im Erdgeschoss des Hauses, von denen ebenfalls zwei in Benutzung waren. „Die Schlafplätze für die u.a. rumänischen Arbeitnehmer waren teilweise nicht mehr als ein Matratzenlager“, erläutert Flothmann die vorgefundene Situation. Einen etwa anderthalb Meter hoher Tresor im Keller des Hauses, welchen der Zoll mit Hilfe eines Schlüsseldienstes öffnen ließ, fanden die Ermittler leer vor.
Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen wird den Zoll nun in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen. Die weiteren Ermittlungen der FKS des Hauptzollamtes Münster im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster dauern an.
Quelle: Presseportal








