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Rockerkriminalität: LKA Thüringen nimmt drei Club-Mitglieder fest und stellt Vermögen sicher

Das LKA Thüringen und die Staatsanwaltschaft Gera haben drei Rockerclub-Mitglieder festgenommen und Vermögenswerte sichergestellt. Die Ermittlungen richten sich gegen 21 deutsche Beschuldigte im Alter von 25 bis 63 Jahren.

Foto: Depositphotos

Erfurt (ost)

Das Landeskriminalamt Thüringen hat zusammen mit der Staatsanwaltschaft Gera einen weiteren Schlag gegen das Rockermilieu geführt. Im Fokus steht ein umfangreicher Ermittlungskomplex wegen schwerer räuberischer Erpressung, verschiedener Eigentumsdelikte sowie unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln (Metamphetamin) in nicht geringer Menge und Geldwäsche. Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen 21 deutsche Beschuldigte im Alter von 25 bis 63 Jahren, die teilweise Mitglieder von Outlaw Motorcycle Gangs/ OMCG´s sind.

Seit den frühen Morgenstunden laufen Einsatzmaßnahmen, bei denen Beamtinnen und Beamte in Thüringen und Sachsen gleichzeitig zuschlagen.

Das Amtsgericht Gera hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gera Haftbefehle gegen drei männliche, deutsche Tatverdächtige im Alter von 49, 43 und 37 Jahren erlassen. Sie alle sind Mitglieder des Bandidos MC bzw. eines Supportclubs. Spezialkräfte des LKA Thüringen und der Bereitschaftspolizei nahmen die Männer heute fest.

Parallel dazu vollstrecken die Einsatzkräfte Durchsuchungsbeschlüsse für insgesamt 14 Objekte sowie Arrestbeschlüsse des Amtsgerichts. Neben der Sicherung möglicher Beweismittel stehen dabei vor allem Vermögenswerte im Mittelpunkt.

Außerdem werden zeitgleich Durchsuchungsbeschlüsse aus Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Meiningen vollstreckt, die damit im Zusammenhang stehen. Insgesamt sind rund 300 Einsatzkräfte des LKA Thüringen, der Landespolizeidirektion Thüringen und der Bereitschaftspolizei beteiligt. Da die Ermittlungen weitergehen, können derzeit keine zusätzlichen Angaben gemacht werden.

Die heutigen Maßnahmen stehen außerdem im direkten Zusammenhang mit dem groß angelegten Einsatz vom 19. August 2025. Damals hatten das Landeskriminalamt Thüringen und die Landespolizeiinspektion Suhl im Auftrag der Staatsanwaltschaft Gera mehrere Objekte in Thüringen, Sachsen und Bayern durchsucht. Ziel war es, Beweise im Zusammenhang mit einer schweren räuberischen Erpressung zu sichern.

Bei dieser Augustaktion waren rund 300 Einsatzkräfte beteiligt. Insgesamt wurden 18 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht – unter anderem in Schleusinger Ortsteilen, Themar, Hildburghausen, Sonneberg, Schleiz, Leipzig und in Bayern. Die Ermittler stellten damals unter anderem 10 Motorräder, 2 Pkw, Bargeld, Speichermedien, geringe Mengen Betäubungsmittel sowie weitere umfangreiche Beweismittel sicher. Der Einsatz richtete sich gegen zehn Beschuldigte und dauerte bis in den Nachmittag.

Mit dem aktuellen Einsatz führt das Landeskriminalamt Thüringen die Ermittlungen konsequent fort und knüpft unmittelbar an die Ergebnisse vom August an.

Quelle: Presseportal

Raubstatistiken in Thüringen für 2022/2023

Die Raubüberfallraten in Thüringen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 546 Fälle registriert, von denen 403 gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 495, wobei 439 männlich und 56 weiblich waren. 140 der Verdächtigen waren nicht deutsch. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der Raubüberfälle auf 772, wobei 580 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen stieg auf 637, darunter 587 Männer und 50 Frauen. 241 der Verdächtigen waren nicht deutsch. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Raubüberfällen in Deutschland mit 12.625 registrierten Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 546 772
Anzahl der aufgeklärten Fälle 403 580
Anzahl der Verdächtigen 495 637
Anzahl der männlichen Verdächtigen 439 587
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 56 50
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 140 241

Quelle: Bundeskriminalamt

Statistiken zur Drogenkriminalität in Thüringen für 2022/2023

Die Drogenraten in Thüringen zwischen 2022 und 2023 blieben relativ stabil. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 10.272 Fälle von Drogenkriminalität registriert, wovon 9.688 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 7.674, wobei 6.390 männliche und 1.284 weibliche Verdächtige waren. 860 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle leicht auf 10.287, wobei 9.768 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 7.721, darunter 6.475 männliche und 1.246 weibliche Verdächtige. 1.080 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73.917 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 10.272 10.287
Anzahl der aufgeklärten Fälle 9.688 9.768
Anzahl der Verdächtigen 7.674 7.721
Anzahl der männlichen Verdächtigen 6.390 6.475
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.284 1.246
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 860 1.080

Quelle: Bundeskriminalamt

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