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Erste Rede von König Charles III.: Er bedankt sich bei seiner Mutter

Am Freitagabend hat König Charles III. seine erste Rede als Monarch gehalten. In der aufgezeichneten Ansprache stellte er die besonderen Qualitäten seiner Mutter heraus und kündigte Veränderungen in der Familie an. Sichtlich ergriffen bedankte er sich am Ende bei der Queen.

König Charles III. hat seine erste Rede absolviert.
Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Queen Elizabeth II. ist am Donnerstag auf ihrem schottischen Anwesen Balmoral im Alter von 96 Jahren friedlich gestorben. Das hatte der Palast bekannt gegeben. Ihr Sohn Charles (73) hat ihren Thron geerbt und hielt am Freitagabend seine erste Rede als König Charles III. In dem aufgezeichneten Vortrag, der im TV ausgestrahlt wurde, würdigte er insbesondere seine Mutter.

Bewegende Worte an seine Mutter

„Ihre Majestät die Königin – meine geliebte Mutter – war ihr ganzes Leben lang eine Inspiration und ein Vorbild für mich und meine ganze Familie, und wir schulden ihr die tief empfundene Schuld, die eine Familie ihrer Mutter schulden kann“, erklärte der König und fügte an: „Das Versprechen lebenslangen Dienstes erneuere ich heute an Sie alle.“

Zuneigung, Bewunderung und Respekt seien zum Markenzeichen der Regentschaft der Queen geworden. „Und wie jedes Mitglied meiner Familie bezeugen kann, verband sie diese Eigenschaften immer mit Wärme, Humor und einer unbestechlichen Fähigkeit das Beste im Menschen zu sehen“, fügte Charles an. Neben der persönlichen Trauer, die die königliche Familie empfinde, teile sie auch mit so vielen ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für die mehr als 70 Jahre, „in denen meine Mutter als Königin den Menschen so vieler Nationen diente“, sagte der König. „Wie es die Königin selbst mit solch unerschütterlicher Hingabe getan hat, gelobe auch ich, während der verbleibenden Zeit, die Gott mir gewährt, die Verfassungsprinzipien im Herzen unserer Nation aufrechtzuerhalten.“

Veränderungen in der Familie

Des Weiteren ging der 73-Jährige auf sein Leben ein, dass sich „natürlich ändern“ werde, wenn er seine neuen Aufgaben übernehme. „Es wird mir nicht mehr möglich sein, so viel Zeit und Energie für die Wohltätigkeitsorganisationen und Themen einzusetzen, die mir so am Herzen liegen“, erklärte der neue Monarch. „Aber ich weiß, dass diese wichtige Arbeit in den vertrauenswürdigen Händen anderer weitergehen wird.“

„Wir leben auch in einer Zeit der Veränderung in meiner Familie“, kündigte Charles weiter an. Er zähle zum einen auf die „liebevolle Hilfe meiner geliebten Frau Camilla“. In Anerkennung ihres treuen öffentlichen Dienstes seit der Heirat vor 17 Jahren werde seine Ehefrau zur Queen Consort. „Ich weiß, dieser Rolle wird sie mit unerschütterlicher Pflichterfüllung gewachsen sein.“ Sein Sohn Prinz William (40) werde als sein Erbe Herzog von Cornwall und er sei stolz darauf, ihn heute zum Prince of Wales zu ernennen. Auch seinen zweiten Sohn Prinz Harry (37) und dessen Ehefrau Herzogin Meghan (41) erwähnte der König in seiner Rede: „Ich möchte meine Liebe zu Harry und Meghan zum Ausdruck bringen, während sie ihr Leben im Ausland weiter aufbauen.“

Er erinnert auch an Vater Prinz Philip

In etwas mehr als einer Woche werde man als Nation, als Commonwealth und als globale Gemeinschaft zusammenkommen, „um meine geliebte Mutter beizusetzen. Erinnern wir uns in unserer Trauer und schöpfen wir Kraft aus dem Licht ihres Beispiels“, sagte Charles und bedankte sich bei den Menschen: „Im Namen meiner ganzen Familie kann ich Ihnen nur aufrichtig und von Herzen für Ihr Beileid und Ihre Unterstützung danken. Sie bedeuten mir mehr, als ich jemals ausdrücken kann.“

Am Ende richtete der König sichtlich gerührt letzte Worte an die Queen: „Und meiner geliebten Mama, während du deine letzte große Reise zu meinem lieben verstorbenen Vater antrittst, möchte ich einfach nur sagen: Danke. Danke für deine Liebe und Hingabe an unsere Familie und an die Familie der Nationen, denen du all die Jahre so fleißig gedient hast. Mögen Scharen von Engeln dich zu deiner letzten Ruhe singen.“ Im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte und weißem Hemd gekleidet, saß der König für seine Rede an einem Schreibtisch, auf dem ein aufgestellter Bilderrahmen mit einem Foto seiner Mutter stand.

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