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0:1 gegen Union: Krise des FC St. Pauli geht weiter

Es ist bereits die achte Niederlage nacheinander in der Bundesliga. Ein schwacher FC St. Pauli verliert auch zu Hause gegen Union Berlin.

Zurück in der Startelf: St. Paulis Kapitän Jackson Irvine (r).
Foto: Christian Charisius/dpa

Der FC St. Pauli setzt seinen freien Fall fort. Die Hamburger verloren auch gegen den 1. FC Union Berlin mit 0:1 (0:1) und haben in der Fußball-Bundesliga bereits ihre achte Niederlage in Folge hinnehmen müssen. Das entscheidende Tor von Rani Khedira in der 44. Minute bestrafte eine schwache und ideenlose Leistung des Krisenclubs. Nach dieser erneuten sportlichen Enttäuschung trennt St. Pauli nur noch ein Punkt von einem direkten Abstiegsplatz.

Vor 29.546 Zuschauern am Millerntor fielen die Fanproteste gegen die geplanten Maßnahmen zur Verschärfung der Stadionsicherheit noch mal schärfer aus als in anderen Bundesliga-Arenen. Anhänger von St. Pauli und Union schwiegen in den ersten zwölf Spielminuten nicht nur, sondern brüllten in einem Wechselgesang auch immer wieder «Scheiß IMK». Das richtete sich gegen die Innenministerkonferenz Anfang Dezember in Bremen, bei der es um die vieldiskutierten Themen wie zentral verfügte Stadionverbote oder personalisierte Eintrittskarten gehen soll.

Vor dem Spiel unterstützte die Führung des FC St. Pauli die Proteste («Rechtsstaatlichkeit gilt auch für Fußball-Fans»). Das Trainerteam griff derweil auf klassische Krisenbewältigungsmaßnahmen zurück.

Die Priorität lag auf Sicherheit und Kompaktheit, auch gegen einen ebenbürtigen Gegner. Obwohl viele Fans sich über das Comeback des lange verletzten Kapitäns Jackson Irvine freuten, bedeutete seine Einwechslung auch, den einzigen offensiven Mittelfeldspieler im taktischen System der Hamburger zugunsten eines dritten Defensivspielers im Zentrum zu opfern.

Erste Chance nach halber Stunde

Es dauerte ebenfalls bis zur 30. Minute, bis St. Pauli eine Torchance bekam: Mathias Pereira Lage köpfte nach Vorarbeit seines Sturmpartners Andreas Hountondji am Tor vorbei.

Die Union kontrollierte das ruhige Spiel und zeigte von Anfang an zumindest etwas mehr Entschlossenheit. In der 39. Minute konnte der Berliner Stürmer Andrej Ilic zunächst noch an Nikola Vasilj scheitern. Fünf Minuten später war St. Paulis Torhüter gegen einen verdeckten Schuss von Khedira machtlos.

St. Pauli zu harmlos

Es war ein Zeichen für die schwierige Situation der Hamburger, dass sie in der zweiten Halbzeit eine Art Drangphase starteten und deutlich mehr in ihr Offensivspiel investierten. Der Ertrag war jedoch gering. Viele Bälle in die Spitze kamen nicht an. Abschlüsse wie ein Distanzschuss von Joel Chima Fujita (60.) oder ein Kopfball von Hauke Wahl (63.) waren zu ungefährlich.

Die Mannschaft hat die Selbstsicherheit der ersten Saisonwochen verloren. Es war erschwerend, dass die Berliner Abwehr mit dem starken Österreicher Leopold Querfeld im Zentrum sehr sicher stand.

Der stabile Verbund der Gäste wurde nur einmal erschüttert: Als sich Kapitän Christopher Trimmel und Torwart Frederik Rönnow nach einer Flanke in den Strafraum nicht einig waren, blieb der Ball im Spiel. Der nächste Angriffsversuch des FC St. Pauli brachte den eingewechselten Danel Sinani in eine gute Schussposition, doch der Luxemburger traf nur den Pfosten (75.).

dpa