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75 Jahre CDU- alt und kein bisschen Weise

Mit Konrad Adenauer beginnt die Geschichte der CDU. Sie ist auch eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Foto: Depositphotos/Unsplash

Mit Konrad Adenauer beginnt die Geschichte der CDU. Sie prägte auch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zwar gab es in der DDR ebenfalls eine CDU, die aber 40 Jahre lediglich das Anhängsel der Staatspartei SED war.

Konrad Adenauer blieb selbst während der Nazi-Diktatur ein aufrechter Demokrat. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde er 1946 erster Vorsitzende der frisch gegründeten CDU im Rheinland. Die CDU ist, anders als ihr indirekter Vorgänger, die katholisch geprägte Zentrumspartei, als überkonfessionell christliche Partei konzipiert wurden. Ihre Wurzeln liegen in der katholischen Soziallehre, dem Konservatismus und dem Wirtschafts-Liberalismus.

Längste Regierungszeit

Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat bisher am längsten auf Bundesebene die Regierungsverantwortung inne. Sie koalierte mit FDP und der SPD. Seit 2005 stellt die CDU mit Angela Merkel, genannt „Mutti“, die Bundeskanzlerin. Sie ist damit bislang nur unwesentlich kürzer an der Macht, als es Helmut Kohl war. Dieser war 16 Jahre von 1982 bis 1998 Bundeskanzler und wurde auch der „Dicke“ oder „Birne“ genannt und gerne mit seiner Lieblingsspeise, dem pfälzischen Saugmagen, in Verbindung gemacht.

Die CSU und andere Skandale

Wie jede „anständige“ Volkspartei blieb die CDU natürlich nicht von Skandalen und Korruption verschont. Zusätzlich piesackt die überaus selbstbewusste Schwesterpartei CSU aus Bayern gerne die Politiker im fernen Bonn und dann heute im „preußischen“ Berlin. Wie halt kleine Geschwister so sind. Man denke nur an den berüchtigten Franz Joseph Strauß, bekannt durch „Spiegelaffäre“ und Kredite an die DDR. Außerdem macht sich der ex-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber durch seine Transrapid-Rede „unsterblich“. Er wollte den Hauptbahnhof der Bayern-Metropole mit dem Münchner Flughafen verbinden: „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München … mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen … am … am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten.“

Helmut Kohl und der Osten

Helmut Kohl hatte Glück, dass ihm die Einheit quasi in den Schoss fiel. Sonst hätte es nicht zu 16 Jahren Kanzlerschaft gereicht. Aber Kohl, der alte Historiker, erkannte die Gunst der Stunde und sorgte für eine rasche Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Dabei lief ihm auch die ex-FDJlerin Angela Merkel über den Weg. Das „Mädchen“, immerhin Physikerin mit Doktor-Titel, war im neuen „Demokratischen Aufbruch“ (DA) in der DDR als Pressesprecherin tätig. In der ersten und einzigen freien Wahl der Volkskammer 1990 erlitt  der DA aber eine katastrophale Niederlage mit 0,9 Prozent. Ministerpräsident wurde Lothar de Maizière, dessen Registrierung 1992 als „Czerni“ bei der Staatssicherheit aufgedeckt wurde. Seine Nähe zur Stasi ist umstritten. Der Bündnispartner CDU (Ost) kam aber auf 41 Prozent in der „Allianz für Deutschland“. Da vereinigte sich der DA schnell mit der großen Mutter CDU. 1991 bis 1994 stieg Angela Merkel zur Bundesministerin für Frauen und Jugend auf. Der weiter Karrieregang ist bekannt. Viele Menschen haben nur Angela Merkel als Kanzlerin erlebt.

Die ewige Suche

Doch wer wird der Nachfolger für Merkel werden? Die Frau mit dem unaussprechlichem Nahmen Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK, disqualifizierte sich schnell durch diverse Missgeschicke als Kandidatin. Aber auch der ewige Jungspund Philipp Amthor, der gar nicht so harmlos ist, wie er aussieht, zeichnete sich mehr durch Lobbyarbeit aus, als durch Inhalte.

nf24