In der Nähe des internationalen Flughafens von Johannesburg wurden die Leichen von acht Frauen entdeckt, was die Befürchtung eines Serienmörders aufwirft. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet und warnt Frauen in der Region vor möglichen Gefahren.
Acht Frauenleichen in Johannesburg entdeckt – Ermittler suchen nach Serienkiller-Spuren

In der Umgebung eines internationalen Flughafens in Johannesburg wurden die Leichen von acht Frauen entdeckt. Diese Funde haben in der Öffentlichkeit Besorgnis ausgelöst und die Befürchtung geweckt, dass ein Serienmörder für die Todesfälle verantwortlich sein könnte. Die Vorfälle ereigneten sich im Großraum Johannesburg, einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte des Landes, und haben die Bevölkerung stark verunsichert.
Die South African Police Service (SAPS) gab am Montag bekannt, dass Frauen in der Region vorsichtig sein sollten und riet davon ab, alleine in abgelegenen Gegenden unterwegs zu sein. Die Polizei empfahl zudem, abgeschiedene Orte zu meiden und möglichst in Gruppen zu reisen oder Sport zu treiben.
Entdeckung der Leichen und erste Ermittlungen
Die Leichen von acht Frauen wurden in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Johannesburg aufgefunden. Vorher waren bereits vier tote Frauen in unterschiedlichen Stadtteilen von Ekurhuleni entdeckt worden, einer Metropolregion östlich von Johannesburg. Diese Region umfasst auch den O.R. Tambo International Airport, das wichtigste internationale Drehkreuz des Landes. Die Frauen wurden laut Polizeiangaben „halb nackt und mit sichtbaren Prellungen“ gefunden.
Weitere Opfer und Ausweitung der Ermittlungen
Inzwischen wurden in der Region vier zusätzliche Leichen gefunden, wodurch sich die Gesamtzahl der Opfer auf acht erhöht hat. Diese Häufung an Fällen hat sowohl die Ermittlungsbehörden als auch die Öffentlichkeit unter erheblichen Druck gesetzt und Ängste geschürt.
Wie Athlenda Mathe, die Polizeisprecherin, erklärte, sei die Polizei „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ noch nicht zu dem Schluss gelangt, dass die Todesfälle mit einem Serienmörder in Verbindung stünden. Jedoch seien die Ähnlichkeiten zwischen den Opfern und den Ablageorten besorgniserregend genug, um eine öffentliche Warnung auszusprechen und die Ermittlungen zu intensivieren.
Identifikation der Opfer und staatliche Reaktionen
Bisher wurden zwei der Frauen öffentlich identifiziert: Elizabeth „Tsontso“ Moselakgomo, 38 Jahre alt, und Itumeleng Kekana, 32 Jahre alt. Die Polizei teilte mit, dass die forensischen Arbeiten zur Identifizierung der sechs weiteren Opfer weiterhin im Gange sind. Angehörige wurden aufgefordert, vermisste Personen zu melden.
Elizabeth Moselakgomo war zuletzt gesehen worden, als sie am 9. September ihr Zuhause in Rhodesfield zum Joggen verließ. Ihre Leiche wurde am 12. September entdeckt und zwei Tage später von ihrer Familie identifiziert. Itumeleng Kekana, die Mutter einer 14-jährigen Tochter, wurde am 17. Juli als vermisst gemeldet; ihre Leiche wies mehrere Stichwunden auf und wurde am 3. August nahe der Great North Road in Pomona gefunden.
Gesellschaftliche Implikationen und internationale Aufmerksamkeit
Die anhaltende Gewalt gegen Frauen in Südafrika ist ein seit langem bestehendes Problem. Die Regierung stufte diese Krise im Jahr 2025 als nationale Katastrophe ein. Aktivisten kritisieren seit Jahren die unzureichende Prävention sowie die mangelnde Unterstützung für Opfer und die schwache Strafverfolgung.
Die Entdeckung der acht Leichen hat auch internationale Aufmerksamkeit auf die Sicherheitslage in Südafrika gelenkt. Präsident Cyril Ramaphosa hat die Polizei angewiesen, die Ermittlungen zu priorisieren und hochrangige Sicherheitsbehörden einzubeziehen.
Internationale Reaktionen und laufende Ermittlungen
Am Mittwoch wandte sich Newsweek mit einer Anfrage an die SAPS sowie das US-Außenministerium. Beobachter erwarten, dass ausländische Regierungen ihre Reisehinweise für die Region überarbeiten könnten, falls die Verdachtsmomente eines Serienmörders sich bestätigen sollten.
- 15. Juli: Eine unbekannte 37-jährige Frau wurde nackt und mit Kabelbindern gefesselt in einem offenen Feld nahe der R21-Autobahn gefunden. Zwei Tage nach ihrem Fund wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.
- 3. August: Die Leiche von Itumeleng Kekana wurde nach einer mehr als zweiwöchigen Suche in der Nähe der Great North Road entdeckt.
- 24. August: Eine nicht identifizierte 32-jährige Frau wurde teilweise bekleidet in der Nähe der R21-Autobahn aufgefunden.
- 7. September: Eine Frau, geschätzt auf Ende 20, wurde in einem Fluss bei der Mall of Thembisa gefunden.
- 10. September: Eine nicht identifizierte Frau wurde in einem weit fortgeschrittenen Zustand der Verwesung nahe der Kreuzung Voortrekker Road und der R21-Autobahn entdeckt.
- 12. September: Elizabeth Moselakgomo wurde teilweise bekleidet und mit Prellungen in der York Street hinter einem Hotel aufgefunden.
- 14. September: In Olifantsfontein wurde die teilweise bekleidete Leiche einer nicht identifizierten Frau entdeckt.
- 15. September: Die Leiche einer etwa 30-jährigen Frau wurde an einer Straße hinter einem Club in KwaThema gefunden.
Angst vor einem Serienmörder
Obwohl die Polizei noch keine endgültigen Verbindungen zwischen den Todesfällen bestätigen kann, äußern viele Menschen in sozialen Netzwerken ihre Ängste. Diese Bedenken basieren auf der Anzahl der Todesfälle, ihrer geographischen Nähe und den ähnlichen Umständen der Funde.
Der Psychologe Gérard Labuschagne, der viele Jahre die Abteilung für Ermittlungspsychologie des South African Police Service leitete, betont, dass die Fälle als mögliche Serie von Mordtaten behandelt werden sollten, bis das Gegenteil bewiesen ist. „Aufgrund der geografischen Nähe und des kurzen Zeitrahmens der Morde ist es sinnvoll, dies zunächst als Serie zu betrachten“, sagte Labuschagne.
Polizeistrategie und gesellschaftliche Reaktionen
Die Reaktion der Polizei zeigt, dass sie die Möglichkeit von Verbindungen zwischen den Todesfällen ernst nimmt. Ein multidisziplinäres Team aus Mordermittlern und Psychologen wurde eingerichtet, um die Fälle zu untersuchen und frühere Verbrechen zu analysieren. Die Behörden betonen jedoch, dass es noch zu früh sei, um definitive Aussagen zu treffen.
Die Gewalt gegen Frauen in Südafrika bleibt ein drängendes Problem. Laut einer nationalen Studie zu geschlechtsspezifischer Gewalt haben 35 Prozent der Frauen ab 18 Jahren im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Die Zahl der Femizide ist alarmierend hoch, wobei 60 Prozent der ermordeten Frauen von einem Intimpartner getötet wurden.
Im November 2025 bezeichnete die südafrikanische Regierung geschlechtsspezifische Gewalt als nationale Katastrophe. Präsident Ramaphosa wies darauf hin, dass das Land eine der höchsten Raten an Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit aufweist.
Quellen: Merkur
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