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Adeyemi trifft, Undav schockt Dortmund – Stuttgart holt 3:3

Ein packendes 3:3 gegen Stuttgart verhindert einen perfekten Abschied für BVB-Chef Watzke. Undav trifft dreifach und stellt auch den Dortmunder Adeyemi-Treffer in den Schatten.

Der Fan-Protest hatte auch Auswirkung auf das Spiel in Dortmund.
Foto: Bernd Thissen/dpa

Borussia Dortmund hat das perfekte Abschiedsgeschenk für den scheidenden BVB-Boss Hans-Joachim Watzke verpasst. Einen Tag vor dessen Abgang nach mehr als 20 Jahren in der Geschäftsführung kam der BVB trotz einer 2:0-Halbzeitführung nur zu einem turbulenten 3:3 gegen den VfB Stuttgart. Damit blieben die Dortmunder auch im siebten Pflichtspiel am Stück gegen die Schwaben sieglos.

Der VfB und der BVB bleiben mit jeweils 22 Punkten punktgleich. Den Gästen bescherte ein Hattrick von Deniz Undav (47. Minute/71./90.+1) ein gerechtes Unentschieden. Der eingewechselte Karim Adeyemi hätte mit seinem Tor zum 3:2 (89.) beinahe für die Wende gesorgt, bevor Undav erneut traf. Adeyemi hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt aufgrund eines Strafbefehls wegen illegalen Waffenbesitzes. Emre Can (34. Minute/Foulelfmeter) und Maximilian Beier (41.) hatten die Dortmunder vor der Pause in Führung gebracht.

Fan-Protest lähmt den BVB

Das erste Heimspiel des BVB seit vier Wochen begann sehr lethargisch. Trainer Niko Kovac hatte sich nach vier aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen auf die Unterstützung der heimischen Fans gefreut. Trotz der deutschlandweiten Fan-Proteste gegen politische Maßnahmen für mehr Sicherheit in den Stadien blieb es wie überall in den Bundesligastadien jedoch zunächst zwölf Minuten lang gespenstisch still.

Es schien, als ob die Dortmunder davon beeinträchtigt wurden, da sie kaum ins Spiel kamen. Der VfB hatte anfangs zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte jedoch keine klaren Torchancen herausspielen. Nach gut einer halben Stunde beendete ein Foul von Undav an Nico Schlotterbeck im Strafraum des Stuttgarters die langweilige Phase zu Beginn des Spiels. Der langzeitverletzte Kapitän der Dortmunder, Can, verwandelte den folgenden Elfmeter bei seinem zweiten Einsatz in dieser Saison.

Beier staubte gut fünf Minuten nach einem schönen Angriff zum vermeintlich beruhigenden 2:0-Halbzeitstand für den BVB ab, nachdem VfB-Keeper Alexander Nübel einen Schuss von Serhou Guirassy abprallen ließ.

Geniestreich von Undav

Undav’s Geniestreich machte das Spiel kurz nach der Pause dennoch wieder spannend. Mit dem Rücken zum Tor behauptete sich der VfB-Angreifer im Strafraum gegen Can und ließ einen halbhohen Ball über den Spann am verdutzten BVB-Keeper Gregor Kobel ins Netz gleiten.

Die Schwaben sahen jetzt ihre Gelegenheit und griffen mutig an. Die Dortmunder hatten Raum zum Kontern. Das vermeintliche 3:1 durch den Ex-Stuttgarter Guirassy wurde jedoch zu Recht wegen Abseits wieder aberkannt.

Kovac wechselt spät

Stuttgart wurde nun stärker. BVB-Trainer Kovac reagierte jedoch nicht, indem er etwa den schnellen Wirbler Adeyemi von der Bank holte. Der Coach hatte angekündigt, trotz der Affäre weiterhin auf Adeyemi setzen zu wollen, ließ den 23-Jährigen aber lange auf der Bank und begründete dies mit dessen Abwesenheit während der letzten Länderspielpause.

Es gab kaum noch Entlastung für die Westfalen, und Stuttgart kam erneut durch Undav zum verdienten Ausgleich. Erst danach durfte Adeyemi eingreifen, vergab in der Schlussphase die Chance auf die erneute Führung (83.) und schlug dann doch noch zu, bevor Undav noch einmal für den VfB traf.

Daher blieb Dortmund nach dem 1:1 beim HSV zuletzt erneut ohne Sieg und steht nun vor einer bewegenden Mitgliederversammlung am Sonntag, bei der Watzke als Sprecher der Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft ausscheiden und zum Vereinspräsidenten gewählt werden soll. «Es wird natürlich sehr emotional werden, wenn Aki nach mehr als 20 Jahren zurücktritt», sagte BVB-Sportchef Lars Ricken beim Streamingdienst DAZN.

dpa