Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Apotheken in Deutschland: Zahl der Neueröffnungen bleibt hinter Schließungen zurück

Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt weiter: Im ersten Halbjahr 2026 gab es 30 Neueröffnungen, während 143 Apotheken schließen mussten. Experten warnen vor den Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung, insbesondere für vulnerable Gruppen.

30 Eröffnungen, 143 Schließungen: Das Netz der Apotheken schrumpft weiter
Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Nachhaltiger Rückgang der Apotheken in Deutschland

Die Entwicklungen im Bereich der Apotheken in Deutschland deuten auf ein anhaltendes Schrumpfen hin, auch wenn der Rückgang sich im Vergleich zum Vorjahr verlangsamt hat. Ende Juni 2026 waren nur noch 16.488 Apotheken im Betrieb, was einen Verlust von 113 Apotheken seit Jahresbeginn darstellt. Diese Angaben stammen von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda). Im ersten Halbjahr 2025 war der Rückgang hingegen mit 238 Apotheken wesentlich ausgeprägter.

Neueröffnungen und Schließungen im ersten Halbjahr 2026

Von Januar bis Juni 2026 wurden insgesamt 30 neue Apotheken eröffnet, während gleichzeitig 143 bestehende Apotheken schließen mussten. Diese Zahlen beziehen sich sowohl auf Hauptapotheken als auch auf ihre Filialen, wobei jede Apotheke bis zu drei Filialen führen kann. Abda-Präsident Thomas Preis äußerte sich dazu, dass trotz der langsamer verlaufenden Schließungen die Problematik nach wie vor ernst zu nehmen sei. Aktuell liegt die Zahl der Apotheken auf dem niedrigsten Stand seit fast fünfzig Jahren.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Honoraranpassungen

Um die finanzielle Situation der Apotheken zu verbessern, wurde zum 1. Juli 2026 eine Erhöhung des Fix-Bestandteils der Vergütung für rezeptpflichtige Medikamente von 8,35 Euro auf 9,00 Euro pro Packung beschlossen. Eine weitere Steigerung auf 9,50 Euro ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Trotz dieser Anpassungen warnt Preis davor, dass diese Maßnahme möglicherweise nur von kurzer Dauer sein könnte, da das von der Koalition beschlossene Sparpaket auch Auswirkungen auf die Apotheken haben könnte.

Erweiterte Dienstleistungen durch Apotheken

Die schwarz-rote Koalition plant, den Apotheken zu gestatten, zusätzliche Dienstleistungen anzubieten, darunter Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Tests. Preis betonte die Bereitschaft der Apotheker, mehr Verantwortung zu übernehmen, wies jedoch darauf hin, dass stabile Rahmenbedingungen und eine gerechte Honorardynamik notwendig seien, um zukünftigen Kostensteigerungen entgegenzuwirken.

Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung

Der Rückgang der Apotheken hat auch signifikante Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung, insbesondere für chronisch kranke Menschen, Familien und ältere Personen. Diese Problematik wird beim bevorstehenden Deutschen Apothekertag in München thematisiert, an dem der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann zur Eröffnung erwartet wird. Die Diskussion über die Rolle der Apotheken im Gesundheitssystem wird als entscheidend erachtet, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Schlussfolgerung und Ausblick

Die Veränderungen im Apothekenwesen werfen Fragen zur künftigen Versorgung auf. Obwohl die Neueröffnungen im Vergleich zu den Schließungen gering bleiben, bleibt ungewiss, ob die geplanten Honoraranpassungen und die Erweiterung der Dienstleistungen ausreichen, um das Apothekensterben zu stoppen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Zukunft und Stabilität der Apotheken in Deutschland zu sichern.


Quellen: n-tv, BR

Bildquelle: Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS