Wie sicher ist denn nun der Impfstoff von AstraZeneca wirklich? Gestern veröffentlichte der Hersteller eine entlastende neue Untersuchung. Bereits heute werden Zweifel an der Qualität der Untersuchung geäußert.
AstraZeneca-Studie: Zweifel an Wirksamkeit

Wie sicher ist denn nun der Impfstoff von AstraZeneca wirklich? Gestern veröffentlichte der Hersteller eine entlastende neue Untersuchung. Bereits heute werden Zweifel an der Qualität der Untersuchung geäußert.
AstraZeneca ist ein internationaler Pharmakonzern, der 1999 aus der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca PLC entstand. Zeneca war 1993 aus der Pharmasparte des britischen Chemieunternehmens Imperial Chemical Industries entstanden. Der Hauptsitz befindet sich in Cambridge, die Entwicklungs- und Forschungsabteilung sitzt im schwedischen Södertälje südlich von Stockholm. AstraZeneca war 2019 mit 26,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und 70.600 Beschäftigten einer der größten Arzneimittelhersteller weltweit.
In Deutschland unterhält AstraZeneca einen Standort in Wedel bei Hamburg mit etwa 625 Mitarbeitern im Innen- und Außendienst. Aufgrund veränderter wirtschaftlicher und gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen erfolgte 2012 ein Abbau von rund 400 Stellen. Im September 2019 kündigte AstraZeneca zudem an, den Produktionsstandort Wedel Ende 2021 zu schließen. Als Grund für die Schließung gab AstraZeneca Rückgänge bei Tablettenverpackungen nach Produktverkäufen und eine zunehmende Konzentration auf Spezialpräparate mit kleineren Volumen an.
Im März 2020 gab das Unternehmen bekannt, persönliche Schutzausrüstung, einschließlich 9 Millionen Gesichtsmasken zu spenden, um verschiedene internationale Gesundheitsorganisationen bei der Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu unterstützen.
Im April berichtete der CEO Pascal Soriot, dass das Unternehmen mit GlaxoSmithKline und der Universität Cambridge zusammenarbeite, um ein neues Labor aufzubauen, das 30.000 COVID-19-Tests pro Tag durchführen könne.
Das Unternehmen kündigte außerdem Pläne für eine klinische Studie an, um den potenziellen Einsatz seines Krebsmedikaments Calquence bei der Behandlung von COVID-19 zu prüfen.
Im April 2020 schloss AstraZeneca einen Vertrag mit der Oxford University ab, mit dem die Firma Exklusivrechte an dem in Entwicklung befindlichen Impfstoff AZD1222 bekam. Die Phase-3-Studien wurden im August gestartet und am 23. November 2020 gaben die Oxford University und AstraZeneca bekannt, dass der Coronavirus-Impfstoff erfolgreich getestet worden sei.
Im Januar 2021 hat Indien den von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff COVID-19 zugelassen und damit den Weg für eine große Impfkampagne im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt geebnet. Es wurde bekannt gegeben, dass der AstraZeneca/Oxford-Impfstoff vor Ort vom Serum Institute of India (SII) unter dem Markennamen COVISHIELD hergestellt werden soll. Am 29. Januar 2021 erhielt der Impfstoff eine bedingte Marktzulassung in der EU, am 15. Februar folgte eine Notfallzulassung der WHO für das COVAX-Programm.
AstraZeneca unterhielt einen Standort in Plankstadt in Baden-Württemberg mit rund 430 Mitarbeitern. Am 26. April 2007 wurde bekannt gegeben, dass der Standort Plankstadt bis 2009 verkauft oder geschlossen werden soll.[6] Der Standort wurde an die International Chemical Investors Group verkauft und firmiert seit dem 1. Februar 2008 unter dem Namen Corden Pharma.[7]
Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde AstraZeneca mit seinem Impfstoff AZD1222 als einer der derzeit führenden Hersteller eines COVID-19-Impfstoffs.
Bundesgesundheitsminister Spahn hat den vorläufigen Stopp von Astrazeneca-Impfungen verteidigt. Dies zeige, dass die Überwachung der Impfkampagne funktioniere, sagte der CDU-Politiker.
Die US-Gesundheitsbehörde NIAID hat Zweifel an der Aussagekraft von Daten einer neuen Untersuchung des Pharmakonzerns AstraZeneca zu dessen Impfstoff geäußert. Ein Ausschuss stellte fest, dass das Unternehmen in der neuen Untersuchung möglicherweise veraltete und unvollständige Daten aus einer vorhergehenden Studie einbezogen haben könnte.
Das Unternehmen, dessen Covid-19-Impfstoff in den USA noch nicht zugelassen ist, müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden, berichtet der „Berliner Kurier“. Kurz vorher hatte der Konzern mitgeteilt, dass sich bei rund 32.500 Teilnehmern einer Studie in den USA, Chile und Peru eine hohe Schutzwirkung von 79 Prozent gezeigt habe. Dank des Impfstoffes wären 79 Prozent der Geimpften nicht erkrankt. Bei der Vermeidung schwerer Covid-19-Fälle liege der Schutz sogar bei 100 Prozent.
Dabei geht es um Ergebnisse einer sogenannten Phase-III-Studie mit etwa 32.500 Probanden, die laut Hersteller eine hohe Wirksamkeit des Vakzins zeigen. Frühere Untersuchungen, die ebenfalls für eine gute Wirksamkeit des Präparats sprechen, zweifelt die NIAID in ihrem Statement nicht an.
«Der DSMB hat sich besorgt gezeigt, dass AstraZeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie aufgenommen hat, die eine unvollständige Ansicht der Wirksamkeitsdaten geliefert haben könnten», teilte das Nationale Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf den Datenüberwachungsausschuss Data and Safety Monitoring Board (DSMB) mit. Das Unternehmen müsse die Daten überprüfen und sicherstellen, dass die genauesten und aktuellsten Wirksamkeitsdaten so schnell wie möglich veröffentlicht werden.
AstraZeneca hatte am Montag mitgeteilt, dass eine Phase-III-Studie mit etwa 32 500 Probanden in den USA, Chile und Peru die hohe Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs bestätigt habe. So schütze das Vakzin mit einer Wirksamkeit von 79 Prozent vor Covid-19, bei über 65-Jährigen betrage dieser Wert 80 Prozent. Das bedeutet, dass unter den älteren Probanden einer geimpften Gruppe 80 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als unter denen einer Kontrollgruppe. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen hinweg in Bezug auf schwere Krankheitsverläufe liege sogar bei 100 Prozent. Auch zuvor hatten Studien dem Impfstoff unabhängig voneinander eine hohe Effektivität bescheinigt.
„Neuer Wirbel um den Impfstoff von AstraZeneca: In den USA äußerte die Gesundheitsbehörde Zweifel, wie aussagekräftig Daten zur Wirksamkeit des Vakzins seien“, berichtet der „Berliner Kurier“.
Das britisch-schwedische Unternehmen hat den Impfstoff namens AZD1222 zusammen mit der Universität Oxford entwickelt. Er wird seit Januar in Großbritannien in großem Stil eingesetzt.
Deutschland und mehrere andere Staaten hatten die Impfung mit dem AstraZeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden. Mittlerweile wird das Vakzin wieder eingesetzt.
De EMA erneuert ihre Haltung, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken übersteigt. Daraufhin kündigte Spahn noch am Abend an, dass in die Informationen zu dem Impfstoff ein Warnhinweis aufgenommen werde. Er sei für eine rasche Fortsetzung der Impfungen. Spahn hatte nach dem Auftreten mehrerer Fälle von Blutgerinnseln in Venen, die Impfungen mit dem Präparat am Montag vorübergehend gestoppt. Kritiker hatten bemängelt, Spahn untergrabe damit das Vertrauen in die Impfungen.








