Es war das Krisenduell der Bundesliga. Am Ende jubelt Augsburg, weil nach etlichen verpassten Chancen ein Angriff sitzt. Der HSV rutscht dagegen in der Tabelle tiefer unten rein.
Augsburg und Wagner mit erlösendem Sieg gegen HSV

Nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen in der Fußball-Bundesliga konnte der FC Augsburg unter Trainer Sandro Wagner endlich wieder einen Sieg verbuchen und die zunehmende Kritik etwas zum Schweigen bringen. Gegen den Hamburger SV feierten die Schwaben einen verdienten 1:0 (0:0)-Sieg. Anton Kade wurde mit seinem Tor in der 76. Minute zum Matchwinner für den FCA, der den Sieg trotz Gelb-Rot gegen Keven Schlotterbeck (81.) mit nur zehn Spielern rettete.
In der Tabelle haben die Augsburger (10 Punkte) den HSV (9) überholt und können nun auf eine etwas freundlicher gestimmte Mitgliederversammlung am Dienstag hoffen. Dass der FCA zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor spielte, trägt ebenfalls dazu bei. Hamburg holte aus fünf Spielen nur einen Punkt und ist nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Wenn St. Pauli am Sonntag gegen Union Berlin gewinnt, wird der HSV auch vom Lokalrivalen überholt.
HSV dank Torwart Heuer Fernandes lange im Spiel
Augsburg hatte sich viel vorgenommen in diesem Krisenduell, was sich bereits zu Beginn zeigte. Die Gastgeber drängten die Gäste frühzeitig in die Defensive und hätten bereits nach fünf Minuten jubeln können – jedoch scheiterte Kade nach einer feinen Ballstafette am HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes. Kurz darauf landete der Ball zwar im Tor der Hanseaten, aber aufgrund einer knappen Abseitsposition zählte Fabian Rieders Treffer nicht.
Nur wenige Minuten später hätten die Norddeutschen beinahe von einem großen Fehler in der Augsburger Abwehr profitiert. Abwehrspieler Schlotterbeck konnte jedoch gerade noch Nicolas Capaldo abblocken. In solchen Momenten war auch das Publikum zu hören – aufgrund eines deutschlandweiten Fan-Protests gegen Sicherheitspläne der Politik hatten die zwei Fankurven wie auch in anderen Stadien die ersten zwölf Minuten geschwiegen.
Hamburg steht tief und hofft auf Konter
Die Spieler auf dem Platz verdienten sich die Unterstützung der Fans, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zeigten vor allem die Augsburger immer wieder feine Aktionen. Mert Kömür scheiterte am starken Heuer Fernandes (20.), drei Minuten später blieb der Torwart als bester Hamburger Spieler des Nachmittags auch gegen Dimitrios Giannoulis der Sieger.
Der Hamburger SV konzentrierte sich hauptsächlich auf Konter und hätte beinahe kurz vor der Halbzeitpause gejubelt: Erneut scheiterte Fabio Vieira nach einem Fehler der Augsburger an Finn Dahmen (43.). Kurz nach dem Seitenwechsel war der DFB-Torhüter auch gegen Giorgi Gotscholeischwili zur Stelle (46.).
Coach Wagner schimpft – dann trifft Kade
FCA-Trainer Wagner schien in solchen Momenten zur Weißglut getrieben zu werden. Mehrmals hüpfte er fassungslos in seiner Coachingzone auf und ab. Im offenen Mantel und mit dunkler Mütze machte der in der Kritik stehende Trainer gestenreich deutlich, was ihm bei seinem Team gerade nicht gefiel. «Natürlich ist auf beiden Seiten Druck auf dem Kessel», hatte er vor dem Spiel gesagt.
Kade brachte die erste Erlösung: Der Flügelspieler verwertete eine Flanke von Giannoulis volley aus kurzer Distanz. Obwohl die Situation für den FCA durch den Platzverweis gegen Schlotterbeck komplizierter wurde, konnten die Hamburger mit dem zweitschwächsten Sturm der Liga nicht davon profitieren.








