Das Heimspiel gegen Mönchengladbach soll die Wende bringen für den Krisenclub Werder Bremen. Am Ende verhindert ein spätes Tor wenigstens die nächste Niederlage. Was bedeutet das für den Trainer?
Ausgleich in der Nachspielzeit: Werder rettet spätes 1:1

Ein spätes Tor von Keke Topp hat die Krise von Werder Bremen zumindest ein bisschen gebremst. Der eingewechselte Stürmer traf am Samstag in der vierten Minute Nachspielzeit mit einem sehenswerten Schuss zum 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach.
Der Tabellen-14. in der Fußball-Bundesliga ist seit zehn Spielen sieglos. Die Diskussionen um den Trainer Horst Steffen in Bremen dauern an. Trotz des überraschenden 0:1 durch Haris Tabakovic (62.) wurde das unermüdliche Anrennen am Ende belohnt.
Sportchef Fritz in der Kritik
Die wochenlange Werder-Krise hinterließ ihre Spuren im Weserstadion. Anders als in den Tagen zuvor vermied Geschäftsführer Clemens Fritz vor dem Anpfiff ein klares Bekenntnis zu Steffen und sagte: «Ich werde jetzt nicht vor dem Spiel über irgendwelche Eventualitäten sprechen.»
Bei den Fans steht der Sportchef aufgrund der missglückten Transferpolitik ohnehin noch mehr in der Kritik als der Trainer. Bei den organisierten Anhängern in der Ostkurve hing deshalb auch ein Protestplakat gegen die sportliche Leitung («Das Schöngerede muss jetzt enden»). Im Rest des Stadions herrschte eine auffällig verhaltene Atmosphäre. Kein «Jetzt erst recht». Keine feurige und bedingungslose Unterstützung.
Auch im Team überwog die Furcht vor Fehlern gegenüber dem Drang nach vorne. Beide Gegner in diesem Krisenduell bevorzugten Risikovermeidung.
Nur eine Chance in Halbzeit eins
In der ersten Halbzeit war Werder auf schwachem Niveau immer noch das aktivere und engagiertere Team. Die Strategie war klar: Die beiden schnellen Stürmer Justin Njinmah und Samuel Mbangula ins Spiel zu bringen.
Die Gladbacher waren vor der Pause sehr passiv, ließen aber nur einmal eine Chance zu: Nach einem Freistoß für die Borussia tief in der Bremer Spielhälfte spielte Mbangula den Ball nach vorne zu Njinmah, der jedoch am Torwart Moritz Nicolas scheiterte (20.). In beiden Strafräumen passierte danach nicht viel.
Doppelchance für Sugawara
Die Bremer kamen jedoch mit viel Schwung aus der Kabine. Zuerst scheiterte Yukinari Sugawara mit einem Distanzschuss am Torwart von Gladbach (47.). Dann verpasste er knapp eine Kopfballverlängerung von Karim Coulibaly am zweiten Pfosten (49.).
Werder schaffte es jetzt zumindest vorübergehend, das Publikum zu begeistern. Ein völlig missglückter Ball in die Spitze war bereits kurz davor, ins Aus zu gehen, als der auffällige Belgier Mbangula energisch hinterher sprintete und den Ball mit der Hacke im Spiel hielt (51.). Das brachte zwar keine Gefahr mit sich, war aber ein Signal an die Fans.
Werder hat keinen Tabakovic
Gerade als die Bremer in ihrer stärksten Phase waren, fiel das völlig überraschende 0:1. Franck Honorat brach beim ersten gefährlichen Angriff der Gladbacher auf der rechten Seite durch und spielte im Strafraum einen Querpass zu seinem Sturmpartner Tabakovic. Aus kurzer Distanz erzielte der 31-jährige Bosnier sein zehntes Saisontor.
Ein solcher Vollstrecker fehlt Werder schon die gesamte Saison. Wie bereits beim 0:2 am Dienstag gegen 1899 Hoffenheim fiel den Bremern trotz überlegener Spielweise in der letzten halben Stunde nur wenig ein. Trotzdem war der späte Ausgleich verdient. Schon zuvor hatte Senne Lynen nur den Pfosten getroffen (84.). Auch Oliver Deman scheiterte erneut am starken Nicolas (87.), bevor Topp traf.








