Bayer erzielt einen wichtigen Sieg im Glyphosat-Streit vor dem US-Obersten Gerichtshof. Das Urteil schützt das Unternehmen vor zahlreichen Klagen und hebt die Notwendigkeit von Krebswarnungen auf Produkten auf.
Bayer kann Glyphosat-Klagen erfolgreich abwehren: Urteil des US-Supreme Courts zeigt Wirkung.

Die zentrale Streitfrage im Glyphosat-Konflikt hat eine entscheidende Wendung genommen: Bayer hat vor dem Obersten Gerichtshof der USA einen bedeutenden Sieg errungen, der das Unternehmen vor einer Vielzahl von Klagen schützen könnte. Das Urteil könnte weitreichende Auswirkungen auf die rechtlichen Grundlagen für zukünftige Klagen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat haben.
Konflikt um Krebsrisiken
Der Bayer-Konzern hat in den milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten um die mutmaßlichen Krebsrisiken seines Produkts Glyphosat einen wichtigen Erfolg erzielt. Der Oberste Gerichtshof entschied, dass Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf den Verpackungen seiner Unkrautvernichter verklagt werden kann. Diese Entscheidung könnte vielen Klagen, die auf den angeblichen Gesundheitsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup basieren, die Grundlage entziehen.
Positionen der Beteiligten
Das Gericht stützte seine Entscheidung auf die Feststellung, dass in den USA einheitliche Markierungen von der Regierung vorgeschrieben sind. Dies bedeutet, dass es keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben kann. Bayer begrüßte das Urteil in einer Stellungnahme als „gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind“. Der Konzern verneint ein Krebsrisiko von Roundup und verweist auf die Genehmigung des Produktlabels durch die US-Umweltbehörde EPA, die keine Gesundheitsrisiken sieht, wenn das Produkt gemäß den Vorschriften angewendet wird.
Fakten zum Rechtsstreit
Der Fall des Klägers John Durnell, der ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt wurde, führte zu einem Urteil, das Bayer zur Zahlung von 1,25 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) verpflichtete. Bayer wählte diesen Fall für den Gang vor den Obersten Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen. In den letzten Jahren hat Bayer in 17 der letzten 25 Verfahren einen positiven Ausgang erzielt und stellte für die Roundup-Rechtsstreitigkeiten rund 9,6 Milliarden Euro zurück.
Mögliche Lösungen und Ausblick
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs könnte dazu führen, dass aktuelle Klagen abgewiesen und zukünftige Klagen, die auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen, verhindert werden. Bayer-Chef Bill Anderson hat das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. In der EU ist Glyphosat ebenfalls zugelassen, jedoch zeitlich beschränkt. Die EU-Kommission plant, bestimmte Pestizide, einschließlich Glyphosat, künftig zeitlich unbegrenzt zuzulassen, was auf einen Gesetzesvorschlag zurückzuführen ist, der die Genehmigungsverfahren vereinfachen soll.
Quellen: n-tv








