Die finanzielle Situation Berlins erfordert laut Finanzsenator Stefan Evers in den kommenden Jahren erhebliche Einsparungen. Der CDU-Politiker äußerte sich am Dienstag zur Finanzplanung bis 2030, die vom schwarz-roten Senat verabschiedet wurde.
Berlin steht vor drastischen Sparmaßnahmen: Finanzsenator warnt vor finanziellen Engpässen bis 2030

Die finanzielle Situation Berlins erfordert laut Finanzsenator Stefan Evers in den kommenden Jahren erhebliche Einsparungen. Der CDU-Politiker äußerte sich am Dienstag zur Finanzplanung bis 2030, die vom schwarz-roten Senat verabschiedet wurde.
Aktuelle Haushaltslage und Prognosen
Berlin verzeichnet derzeit ein Defizit von etwa fünf Milliarden Euro, was mehr als elf Prozent des gesamten Haushalts ausmacht. Die Schulden der Stadt belaufen sich mittlerweile auf rund 69 Milliarden Euro, wobei die Zinszahlungen in diesem Jahr über eine Milliarde Euro betragen.
Die Rücklagen der Stadt werden voraussichtlich bis Ende des kommenden Jahres aufgebraucht sein, was die bereits bestehende Finanzlücke weiter vergrößern wird.
Erwartete Zinsausgaben und notwendige Entscheidungen
In drei Jahren rechnet Evers mit Zinsausgaben von mehr als zwei Milliarden Euro und einer Gesamtschuld von etwa 84 Milliarden Euro. Der Finanzsenator betont die Dringlichkeit, rasche Entscheidungen über zukünftige Investitionen und notwendige Ausgabenkürzungen zu treffen.
Eine Besserung der finanziellen Lage sei nicht in Sicht, so Evers. Er führt die schleppende Konjunktur, durch Bundesgesetze festgelegte Transferausgaben und die hohe Zinslast aufgrund der Schulden als Hauptursachen an. Auch die Personalausgaben sind gestiegen, wobei die Transferausgaben, wie Grundsicherung und Wohngeld, jährlich rund zehn Milliarden Euro ausmachen – etwa ein Viertel der bereinigten Ausgaben des Landes Berlin.
Ungewisse finanzielle Belastungen durch Gerichtsurteile
Unklar bleibt, welche finanziellen Verpflichtungen Berlin aufgrund eines Verfassungsgerichtsurteils zur Beamtenbesoldung bevorstehen. Evers weist darauf hin, dass allein für rückwirkende Nachzahlungen bis zum Jahr 2020 mindestens 1,2 Milliarden Euro eingeplant werden müssen.
Schuldenabbau und Konsolidierung des Haushalts
Ein zentrales Anliegen des Finanzsenators ist der Abbau der hohen Schuldenlast. Aktuell liegt die Kreditfinanzierungsquote bei 6,3 Prozent, bis 2030 soll dieser Wert auf lediglich 2 Prozent sinken. Daher sind Ausgabenkürzungen für die Jahre 2027 und 2028 erforderlich. Angesichts steigender Preise und Löhne sind Einsparungen an anderer Stelle unumgänglich.
Sollten diese Maßnahmen nicht gelingen, könnte Berlin durch Vorgaben des Finanz-Stabilisierungsrates des Bundes und der Länder gezwungen werden, die in der EU geltenden Verschuldungsregeln einzuhalten. Dies würde bedeuten, dass Länder wie Bayern oder Hessen Einfluss auf die finanziellen Entscheidungen Berlins nehmen könnten.
Investitionen zur Stärkung der Wirtschaft
Dennoch betont Evers die Notwendigkeit von Investitionen, um die wirtschaftliche Entwicklung Berlins nicht zu gefährden. Für das kommende Jahr plant er Investitionen in Höhe von etwa 5,8 Milliarden Euro, was dem Niveau des aktuellen Jahres entspricht. Schwerpunkte dieser Investitionen sind die Wohnungsbauförderung, die Schulbauoffensive sowie der Ausbau der Infrastruktur. Ein wesentlicher finanzieller Beitrag wird durch Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität erwartet.
Die Finanzplanung wird nun dem Abgeordnetenhaus zur Prüfung vorgelegt.
Quellen: rbb24
Bildquelle: Von Tobias Koch – https://www.berlin.de/sen/finanzen/ueber-uns/leitung-organisation/der-senator/artikel.4892.php, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=134062086
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