Sandra Hüller erhält auf der Berlinale den Silbernen Bären für ihre beeindruckende Hauptrolle im Drama „Rose“. Für Aufregung sorgt zudem die Rede des Preisträgers Abdallah Alkhatib, die zu einem Eklat im Saal führt.
Berlinale: Silberner Bär geht an Sandra Hüller

Berlinale: Silberner Bär für Sandra Hüller
Die Schauspielerin Sandra Hüller wurde auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet. Die 47-Jährige erhielt die Ehrung für ihre Darstellung in dem Drama „Rose“ von Markus Schleinzer. Während der Rede des syrisch-palästinensischen Preisträgers Abdallah Alkhatib verließ Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) aus Protest gegen dessen Vorwürfe des Völkermords den Saal.
Hüller spielt eine Frau, die im 17. Jahrhundert in einem abgelegenen Dorf als Mann auftritt. Bereits 2006 wurde sie mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle im Drama „Requiem“ ausgezeichnet.
Goldener Bär für „Gelbe Briefe“
Das Politdrama „Gelbe Briefe“ des Berliner Regisseurs İlker Çatak wurde mit dem Goldenen Bären der Berlinale geehrt. Dies ist die erste Auszeichnung eines deutschen Regisseurs mit dem wichtigsten Preis des Festivals seit über 20 Jahren. Der letzte deutsche Film, der den Goldenen Bären gewann, war „Gegen die Wand“ von Fatih Akin im Jahr 2004.
Çatak, der auch als Drehbuchautor tätig ist, erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara, dessen klare politische Haltung zu einem Verlust ihrer beruflichen Existenz und finanziellen Schwierigkeiten führt.
Großer Preis der Jury für „Kurtuluş“
Den Großen Preis der Jury erhielt die Tragödie „Kurtuluş“ des türkischen Regisseurs Emin Alper. Der Film, der stilistisch an einen Western erinnert, thematisiert den brutalen Konflikt zwischen zwei Dorfgemeinschaften.
Eklat bei der Preisverleihung
Der Film „Chronicles From the Siege“ („Chroniken der Besetzung“) des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib wurde als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. Alkhatib kritisierte auf der Bühne die deutsche Regierung und bezeichnete sie als Partner „des Völkermords im Gazastreifen“. Dies führte dazu, dass Bundesumweltminister Carsten Schneider den Saal verließ, da er die Äußerungen als inakzeptabel erachtete.
Weitere Auszeichnungen
- Das Demenzdrama „Queen at Sea“ des Amerikaners Lance Hammer erhielt zwei Preise, darunter den Preis der Jury.
- Die britischen Schauspieler Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay wurden mit einem Silbernen Bären für ihre schauspielerischen Leistungen in Nebenrollen ausgezeichnet.
- Der Regie-Preis der Berlinale ging an Grant Gee für das Jazzmusiker-Porträt „Everybody Digs Bill Evans“.
- Geneviève Dulude-de Celles aus Kanada erhielt einen Silbernen Bären für das Drehbuch des Films „Nina Roza“.
- Für herausragende künstlerische Leistungen wurde der Film „Yo (Love is a Rebellious Bird)“ von Anna Fitch und Banker White geehrt.
Bildquelle: Lear 21 via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)








