Das Verletzungspech lässt die Bayern in der entscheidenden Saisonphase nicht los. Beim 3:1 in Augsburg erwischt es Musiala. Schlägt jetzt nochmal die Stunde einer Vereins-Legende?
Bitteres Musiala-Aus: Aber Müller hat noch was «im Köcher»
Jamal Musiala verließ humpelnd die Augsburger Fußball-Arena. Der nächste schwere Verletzungsschlag trübte die Freude über den Sieg des FC Bayern München im Titelkampf der Fußball-Bundesliga empfindlich. Das 3:1 (1:1) gegen den FC Augsburg, der erstmals in der Rückrunde besiegt wurde, war zwar wichtig, aber der wahrscheinlich wochenlange Ausfall des unersetzlichen Fußball-Nationalspielers wurde teuer bezahlt.
«Brutal bitter. Es ist schon krass, was wir für Verletzungen haben momentan», stöhnte Kapitän Joshua Kimmich. Auch Harry Kane, Schütze des wichtigen 2:1 in Überzahl unmittelbar nach der harten Gelb-Roten Karte für Augsburgs Cédric Zesiger, beklagte den Verletzungsfluch in entscheidenden Saisonwochen.
«Es war eine harte Woche für uns. Einige wichtige Spieler, Schlüsselspieler, haben schwere Verletzungen erlitten», äußerte Kane. Noch vor der exakten Diagnose nach weiteren Untersuchungen von Musialas Oberschenkel am Wochenende steht fest, dass der 22-Jährige auf jeden Fall im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Inter Mailand fehlen wird.
Musiala gegen Inter raus
«Es sieht jetzt nicht so brillant aus. Für Dienstag wird es nicht reichen», sagte Sportvorstand Max Eberl noch in Augsburg. «Wir müssen das lösen. Ich will nicht jammern», kommentierte Trainer Vincent Kompany.
Zu Musiala, der seinen enormen Wert auch in Augsburg mit dem Tor zum 1:1 dokumentierte, kommen ja noch die Langzeitverletzten Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Hiriko Ito sowie Stammtorwart Manuel Neuer und Aleksandar Pavlovic, die aber immerhin bald zurückkehren sollen. Nun müssten eben «andere in die Bresche springen», verkündete Eberl kämpferisch.
Aber wer? Die offensichtliche Ersatzlösung für Musiala könnte – wie bereits in Augsburg – Thomas Müller sein. Der 35-Jährige, dessen Zeit als Spieler beim Rekordmeister im Sommer anscheinend zu Ende geht, könnte nun im Saison-Endspurt doch noch einmal eine wichtigere Rolle spielen.
Kimmich und Kane werben für Müller
«Jetzt ist der Jamal verletzt. Ich glaube, der Thomas hat noch ein bisschen was im Köcher», äußerte Kimmich über seinen langjährigen Weggefährten. Kimmich würde es sich von Herzen wünschen, dass die Ära des Fußballers Müller in München würdig endet, ob in Kürze oder später.
«Wichtig ist, glaube ich, dass man irgendwie zusammen eine Entscheidung trifft», sagte er zu den Gesprächen zwischen der Vereinsführung und Müller: «Das haben beide Seiten und vor allem Thomas auch verdient.» Torjäger Kane sekundierte, er fände «es toll, wenn Thomas bleiben würde. Wir verstehen uns wirklich gut.» Aber diese Entscheidung liege nicht in seiner Hand, so Kane.
Müller: «Wir bleiben locker»
Müller konnte in Augsburg als Musiala-Ersatz keine großen Akzente setzen. Reden über sich und seine Situation mochte er mit den Reportern später nicht. «Fragen? Einige…», sagte er verschmitzt: «Ihr wisst ja eh immer alles. War ein wichtiger Sieg – und wir bleiben locker.» Und dann entschwand er in die Nacht.