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BMW kündigt umfassenden Stellenabbau von 8.000 Arbeitsplätzen an

BMW plant den Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen weltweit, vor allem in Deutschland. Das Unternehmen reagiert damit auf wirtschaftliche Herausforderungen und steigenden Wettbewerbsdruck. Ein freiwilliges Abfindungsprogramm für betroffene Mitarbeiter soll zwischen 2026 und 2027 umgesetzt werden.

BMW baut 8.000 Stellen ab
Bildquelle: Artiom Vallat auf Unsplash

Der Automobilkonzern BMW plant, seine weltweite Belegschaft um etwa 8.000 Arbeitsplätze zu reduzieren, was einem Rückgang von mehr als 5 Prozent entspricht. Dies wurde aus internen Unternehmensquellen bekannt. Die Maßnahme erfolgt als letzter großer deutscher Hersteller in der Automobilbranche, der derartige Schritte einleitet.

Das geplante Abfindungsprogramm wird zwischen Oktober 2026 und Ende 2027 umgesetzt und richtet sich an alle Angestellten in Deutschland, die nicht im produktiven Bereich arbeiten. Angesichts der Tatsache, dass mehr als 84.000 der insgesamt rund 154.000 Mitarbeiter von BMW in Deutschland tätig sind, wird ein erheblicher Teil der betroffenen Stellen voraussichtlich hierzulande wegfallen. Bislang hat das Unternehmen keine detaillierten Informationen zu den konkreten Plänen veröffentlicht.

Bereits seit Mitte Juni gab es Hinweise auf einen bevorstehenden Stellenabbau, nachdem der neu ernannte Konzernchef Milan Nedeljkovic eine deutliche Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. In diesem Kontext wurde auch die Verstärkung der laufenden Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt, welche durch zusätzliche Struktur- und Effizienzmaßnahmen ergänzt werden sollen.

Auf die Ankündigung reagierte der Gesamtbetriebsrat umgehend und forderte verbindliche Gespräche. Diese wurden innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen. Die Präsentation des neuen Personalstrukturprogramms wird voraussichtlich von Betriebsratsvorsitzendem Martin Kimmich und Nedeljkovic begleitet.

Das Abfindungsprogramm in Deutschland wird voraussichtlich nicht selektiv sein, was bedeutet, dass es allen betroffenen Mitarbeitern außerhalb der Produktionslinien offensteht, was mehrere Zehntausend Personen umfassen könnte.

Die finanziellen Auswirkungen des Abbaus sind momentan noch unklar. Frühere Aussagen lassen darauf schließen, dass die Belastungen erst im zweiten Halbjahr spürbar werden könnten. Finanzvorstand Walter Mertl hatte während eines Kapitalmarkcalls im Juni darauf hingewiesen, dass die Restrukturierung Einmalbelastungen von rund einer Milliarde Euro verursachen könnte, jedoch bleibt ungewiss, ob diese Summe vollständig in den Stellenabbau einfließt. Auch zur Höhe der geplanten Einsparungen wurden bislang keine genauen Zahlen veröffentlicht.

BMW war lange Zeit das letzte große deutsche Unternehmen in der Automobilindustrie, das ohne weitreichende Stellenabbaupläne auskam. Wettbewerber wie Volkswagen, Mercedes, Audi und Porsche hatten bereits im Vorjahr Stellenkürzungen angekündigt, teilweise in erheblich höherem Umfang. Der Volkswagen-Konzern erwägt bereits eine zweite Runde von Stellenabbau, die in die Zehntausende gehen könnte. Vor Kurzem gab Porsche die Streichung von weiteren 5.000 Arbeitsplätzen bekannt, und auch große Zulieferer der Automobilbranche sind von ähnlichen Maßnahmen betroffen.

Die Gründe für den Stellenabbau bei BMW sind vielschichtig. Neben dem allgemeinen Druck auf die Automobilbranche, der durch den Rückgang des Marktes in China und den zunehmenden Wettbewerb entsteht, hat das Unternehmen auch erhebliche Investitionen in die Entwicklung neuer Technologien getätigt. BMW hatte bereits im vergangenen Jahr betont, dass die Entwicklungskosten in Zukunft sinken sollten, was offenbar auch den Personalbereich betrifft.

Bereits vor dieser Ankündigung war ein Rückgang der Mitarbeiterzahlen zu verzeichnen: Zwischen Mitte 2025 und Mitte 2026 sank die Belegschaft um etwa 2.000 Personen. Auch die Prognose für 2026 deutet auf einen leichten Rückgang hin.

Der bevorstehende Stellenabbau ist nicht der erste seiner Art. Im Jahr 2008 kündigte der damalige Konzernchef Norbert Reithofer einen vergleichbaren Abbau an, der bis Ende 2010 zu einem Rückgang von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen führte. Danach erlebte das Unternehmen jedoch einen Aufschwung. Angesichts der aktuellen Prognosen für die deutsche Automobilindustrie bleibt jedoch fraglich, ob sich ein solcher Aufschwung erneut realisieren lässt.

Die finanziellen Ergebnisse von BMW werden am Donnerstag im Rahmen der Halbjahreszahlen veröffentlicht, die die ersten Zahlen unter der Leitung von Nedeljkovic sind. Die Gewinnwarnung im Juni, die sinkenden Verkaufszahlen und die bereits vorliegenden Ergebnisse der Wettbewerber im deutschen Markt lassen wenig Raum für optimistische Erwartungen.


Quellen: t-online, Handelsblatt

Bildquelle: Bildquelle: Artiom Vallat auf Unsplash

Ronny Winkler