Die Bundeswehr in Erbil und Jordanien wird durch pro-iranische Milizen beschossen, als Vergeltung für einen US-Angriff im Iran. Bislang sind keine deutschen Soldaten verletzt worden, die Lage bleibt jedoch angespannt.
Bundeswehr in Jordanien und Irak beschossen: Wegen Angriff der USA im Iran | Politik

Erbil (Irak) – In Reaktion auf die US-Angriffe im Iran haben pro-iranische Milizen begonnen, Vergeltungsschläge gegen amerikanische Stützpunkte zu führen. Im Fokus steht der US-Stützpunkt in Erbil, im Norden des Irak, wo auch die Bundeswehr stationiert ist. Seit Samstagmorgen wurden mehrere iranische Raketen und Drohnen auf eine multinationale Basis in der Nähe des Flughafens in Erbil sowie auf ein Feldlager der Bundeswehr in al-Azraq im Osten Jordaniens abgefeuert. Dies berichtete zuerst ein Nachrichtenmagazin.
Die irakische Miliz Saraya Awliya al-Dam, die pro-iranisch ist, gab in einem Bekennerschreiben bekannt, dass sie die Verantwortung für den Angriff auf „amerikanische Stützpunkte in Erbil mit einem Schwarm von Drohnen“ am Sonntagabend übernommen hat. Der Angriff sei als Vergeltung für die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei (†86) erfolgt, so die Mitteilung der Gruppe.
Keine Verletzten unter deutschen Soldaten
Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte, dass am Sonntag Bundeswehr-Einrichtungen im Irak und in Jordanien beschossen wurden. Über das Ausmaß der Schäden liegen derzeit noch keine verlässlichen Informationen vor.
Nach Informationen des Nachrichtenmagazins gab es unter den zehn in Erbil stationierten deutschen Soldaten keine Verletzten. In Jordanien sind laut dem Operativen Führungskommando „eine sehr niedrige dreistellige Zahl von Kameraden im Einsatz“. Die Lage wird intensiv beobachtet, jedoch sei bislang nicht entschieden worden, die Anzahl der Bundeswehrangehörigen weiter zu reduzieren, so der Sprecher.
Angriffe und deren Folgen
Berichten zufolge wurden alle Geschosse und Drohnen bisher durch die Flugabwehr neutralisiert. Allerdings wurde ein US-Soldat durch herabfallende Trümmer leicht verletzt. Auf Videos, die aus Erbil stammen, sind innerhalb des Stützpunkts Feuer und Explosionen zu sehen.
Die Bundeswehr hatte sich bereits vor den amerikanisch-israelischen Luftschlägen, die am frühen Samstagmorgen gegen den Iran durchgeführt wurden, auf mögliche Vergeltungsangriffe des Iran vorbereitet. Insbesondere im kurdischen Norden des Irak, wo die Bundeswehr die Ausbildung der lokalen Sicherheitskräfte der kurdischen Peschmerga unterstützt, wurde das deutsche Personal auf ein Minimum reduziert. Sobald sich eine sichere Möglichkeit ergibt, soll auch die Anzahl der Soldaten in Jordanien verringert werden. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Live-Ticker: Angriff auf den Iran im Liveticker.
Zusätzlich gibt es einen Bericht über Schäden und Verletzte bei Drohnenabwehr in Dubai, der die Situation weiter beleuchtet. Auch ein Kommentar von Arye Sharuz Shalicar bietet interessante Einblicke in die geopolitischen Auswirkungen dieser Angriffe.
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Bildquelle: Bildquelle: Matias Luge auf Unsplash








