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Deutsche Biathleten feiern Podestplatz in Ruhpolding

Die Teamleistung begeisterte Fans und Sportler gleichermaßen. Trotz knappem Ergebnis herrscht Vorfreude auf Olympia.

Startläufer Justus Strelow auf der Strecke.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Nachdem die Staffel-Generalprobe für die Olympischen Winterspiele erfolgreich war, feierten die deutschen Biathleten euphorisch bei ihrem Heimspiel. Justus Strelow, Danilo Riethmüller, David Zobel und Philipp Nawrath belegten den dritten Platz in einem aufregenden Rennen in Ruhpolding, was genau zur richtigen Zeit für gute Stimmung sorgte. Zum ersten Mal in diesem Winter schaffte es das Quartett, im Team auf das Podest zu kommen, und würde dies gerne in einem Monat bei den Olympischen Spielen in Antholz wiederholen.

«Das war eine Wahnsinns-Teamleistung. Alle Jungs haben einen megageilen Job gemacht», sagte Schlussläufer Nawrath im ZDF. Bis zur Ziellinie kämpfte der 32-Jährige sogar noch um Platz zwei, dazu reichte es im Duell mit dem Norweger Vetle Christiansen aber knapp nicht. «Das macht richtig Bock», sagte Nawrath trotzdem. Bei Partystimmung vor über 20.000 Fans musste er nach der anstrengenden letzten Runde aber anerkennen: «Die zwei waren noch einen Tick stärker.»

Erster Sieg seit fast fünf Jahren war möglich

Lediglich 7,9 Sekunden trennten die Deutschen vom Sieger Frankreich, während sich dazwischen noch der Olympia-Favorit Norwegen schob, der zuvor alle drei Staffelrennen der Saison gewonnen hatte. Die Deutschen überzeugten am Schießstand und konnten sich dank nur fünf Nachladern weit vorne platzieren. Zwischenzeitlich schien sogar der erste deutsche Staffelsieg seit dem 5. März 2021 möglich zu sein.

Der Startläufer Strelow blieb trotz eines frühen Nachladers zu Beginn in der Spitzengruppe und übernahm sogar kurzzeitig die Führung auf der Schlussrunde. Allerdings musste er bis zum ersten Wechsel auf Riethmüller noch drei Konkurrenten passieren lassen. Der Rückstand auf die Spitze betrug jedoch nur gut vier Sekunden.

Starker Auftritt von Riethmüller

Riethmüller, der immer noch um die Olympia-Norm kämpft, wurde kürzlich aufgrund seiner schwachen Leistungen in den zweitklassigen IBU-Cup versetzt. Doch in Ruhpolding war keine Schwäche oder Verunsicherung zu erkennen. Nach seinem schnellen Stehendschießen brachte der 26-Jährige Deutschland erneut an die Spitze und übergab mit einem knappen Vorsprung vor der Schweiz und Italien an Zobel.

Der Bayer hat die interne Olympia-Norm des Verbandes erst zur Hälfte erfüllt. In der Vorwoche hatte Zobel als Schlussläufer beim Weltcup in Oberhof im Zielsprint keine Chance gegen die starke Konkurrenz. Mehr als Platz fünf war beim Sieg Norwegens für das DSV-Quartett in Thüringen nicht möglich.

Beim zweiten Heimspiel bewies Zobel seine Nervenstärke, brauchte nur eine Extrapatrone und konnte an der Spitze bleiben. Schlussläufer Nawrath ging als Dritter hinter Schweden und Norwegen auf die Strecke. Im Vergleich zu vorherigen Situationen ließ sich der Nesselwanger nicht aus der Ruhe bringen und blieb am Schießstand gelassen mit jeweils einem Nachlader. Ohne diesen kleinen Fehler hätte es vielleicht sogar für einen Heimsieg gereicht.

Grotian kämpft noch um Olympia-Ticket

Am Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wird der Weltcup im Chiemgau mit dem Sprint der Frauen fortgesetzt. Selina Grotian strebt dabei die Erfüllung der Norm für die Olympischen Spiele an. Um sich für die Rennen in Antholz zu qualifizieren, benötigt die 21-Jährige ein Top-Acht-Ergebnis oder zwei Platzierungen in den Top 15. Die letzte Gelegenheit dazu bietet sich im Verfolgungsrennen am Sonntag. Beim sechsten Platz der deutschen Frauen-Staffel fehlte Grotian. Weltmeisterin Franziska Preuß absolvierte dabei am Mittwoch eine seltene Strafrunde.

dpa