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Die führenden Verursacher von Meeresmüll: Eine umfassende Analyse

Eine neue Studie identifiziert die Hauptverursacher von Müll in den Meeren. Plastikverpackungen aus dem Lebensmittelbereich stellen die größte Bedrohung für die Ozeane und deren Ökosysteme dar.

Ergebnis eindeutig: Forscher finden heraus, welcher Müll am häufigsten im Meer landet
KI-generiert

Jahr für Jahr gelangen enorme Mengen an Abfall in die Ozeane, was die Tierwelt dort gefährdet. Eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftlern hat nun die Hauptverursacher identifiziert und zeigt, welche politischen Maßnahmen bereits Erfolge zeigen.

Plastikflaschen, Snackverpackungen und Plastiktüten sind an vielen Küsten und Stränden weltweit mittlerweile alltäglich. Jährlich gelangen schätzungsweise rund 20 Millionen Tonnen Plastik in die Umwelt, die über Flüsse und Küsten in die Meere und Ozeane gelangen. Dort gefährdet der Müll die Ökosysteme, belastet Küstenregionen und stellt eine erhebliche Bedrohung für die Gesundheit der Lebewesen dar. Eine im Fachjournal „One Earth“ veröffentlichte Studie gibt Aufschluss darüber, welche Materialien die Gewässer am meisten belasten.

„Wir wissen, dass das Problem riesig ist, aber nicht, welche spezifischen Produkte die Hauptschuldigen auf globaler Ebene sind“, erklärt Richard Thompson von der University of Plymouth und Mitautor der Studie. Ohne dieses Wissen sei es schwierig, konkrete Maßnahmen gegen das Müllproblem zu finden – genau diese Lücke will sein Team schließen.

Für die Analyse hat die internationale Forschungsgruppe mehr als 350 Studien ausgewertet und dabei Strandmüll in 112 Ländern berücksichtigt, in denen zusammen 86 Prozent der Weltbevölkerung leben. „So konnten wir die häufigsten Bestandteile des Plastikmülls im Meer identifizieren“, berichtet der Experte.

Vor allem Kunststoff von Lebensmittelverpackungen

Das Ergebnis ist eindeutig: Die größten Verschmutzer der Meere sind keine seltenen Industrieabfälle oder Fischernetze, sondern vor allem kurzlebige Einwegprodukte aus dem Alltag. An erster Stelle stehen Plastikverpackungen aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor. In 93 Prozent der untersuchten Länder gehören Lebensmittelverpackungen, Plastikflaschen sowie Verschlüsse und Deckel zu den drei häufigsten Müllarten. Dahinter folgen Plastiktüten mit 39 Prozent sowie Zigarettenreste mit rund 38 Prozent.

Das Team konzentrierte sich auf größere, eindeutig identifizierbare Kunststoffgegenstände. Mikroplastik, das oft erst durch den Zerfall dieser Produkte entsteht, wurde nicht berücksichtigt.

Die Forschungsgruppe hat das Ziel, Erkenntnisse zu den Ursachen der Plastikverschmutzung zu liefern, um diese gezielter angehen zu können. Die Abfallwirtschaft allein sei nicht in der Lage, das Problem zu bewältigen, so die Forschenden.

Ähnliche Muster in vielen Ländern

Die Untersuchung ergab, dass sich die Hauptquellen der Verschmutzung weltweit stark ähneln, unabhängig von der wirtschaftlichen oder geografischen Lage eines Landes. Einzelne Ausnahmen gibt es jedoch: In der Arktis und Antarktis fanden die Forscher vergleichsweise häufig Plastikflaschen sowie Angel- und Fischereimaterial. Dies liegt vermutlich daran, dass in diesen Regionen nur wenige Menschen leben und der besonders schwimmfähige Müll durch Meeresströmungen über große Entfernungen bis in die Polarregionen transportiert wird.

Gleichzeitig werfen die Autoren ein Schlaglicht darauf, wo politische Maßnahmen bereits Wirkung zeigen. Ein Beispiel dafür ist der Gebrauch von Plastiktüten: Besonders in vielen Regionen Asiens und Afrikas sind die dünnen Einwegbeutel stark verbreitet. Gleichzeitig zeigen die Beispiele einzelner Länder, dass politische Maßnahmen Wirkung entfalten können: Staaten wie Kenia, Tansania oder Mosambik, die strenge Verbote für Plastiktüten eingeführt haben, verzeichnen deutlich geringere Belastungen.

Mehrwegsysteme oder Abgaben als Lösungsansätze?

Ähnliches könnte in Zukunft auch für Lebensmittelverpackungen oder Flaschen gelten, so das Team. Mehrwegsysteme, bessere Verpackungsdesigns oder Abgaben auf Einwegprodukte seien mögliche Maßnahmen.

„Veränderungen an der Quelle sind unerlässlich, wenn wir die Verschmutzung durch Plastik verhindern wollen“, erklärt Susan Jobling, Direktorin des Instituts für Umwelt an der Brunel University of London. Nur wenn Produktion und Verbrauch bestimmter Kunststoffe sänken, lasse sich die Plastikflut langfristig eindämmen.


Quellen: n-tv

TS