Die Kommende Ramersdorf, ein über 800 Jahre altes Schloss, war einst Teil des Deutschen Ritterordens und diente als Unterstützung für Kreuzfahrer. Es erinnert im Stil an Schloss Neuschwanstein und liegt am Siebengebirge, südöstlich von Bonn.
Die Kommende Ramersdorf: Ein historisches Schloss bei Bonn

Die Kommende Ramersdorf, ein historisches Bauwerk mit über 800 Jahren Geschichte, war einst Teil des Deutschen Ritterordens und diente als Adelssitz. In den 1970er-Jahren drohte das eindrucksvolle Schloss, das an das berühmte Schloss Neuschwanstein erinnert, dem Abriss zum Opfer zu fallen.
Ein Blick auf die Geschichte der Kommende Ramersdorf
Die Auffahrt zur Kommende führt durch eine lang gezogene Linkskurve, die von einem kleinen Waldstück gesäumt wird. Am Ende dieser Kurve erhebt sich das imposante weiße Schloss, das sich im Siebengebirge, südöstlich von Bonn, befindet. Der Begriff „Kommende“ bezeichnete früher Niederlassungen von Orden, und Ramersdorf war eine solche Niederlassung des Deutschen Ritterordens, der im Mittelalter militärische Aufgaben während der Kreuzzüge übernahm. Diese Kommenden unterstützten die Kreuzfahrer sowohl personell als auch materiell und dienten teilweise auch als Krankenhäuser für zurückkehrende Ritter.
Die Herausforderungen der Kommende Ramersdorf
Der genaue Zeitpunkt der Gründung der Kommende ist nicht dokumentiert, jedoch deutet eine Urkunde aus dem Jahr 1271 darauf hin, dass sie kurz nach dem Kreuzzug von 1217 ins Leben gerufen wurde. Der Bauherr, Graf Heinrich III. von Sayn, war von der Tapferkeit der Deutschritter so beeindruckt, dass er den Bau der Niederlassung finanzierte. Zunächst erlebte die Kommende durch zahlreiche Schenkungen einen Aufschwung, doch die hohen Kosten der Kreuzzüge führten bald zu finanziellen Schwierigkeiten. Im Jahr 1371 musste die Kommende Ramersdorf an die Ballei Altbiesen verkauft werden, und mit dem Ende der Kreuzzüge verlor sie an Bedeutung. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, kann sich mit der Entschlüsselung von Familiengeschichten befassen, die neue Einblicke in historische Daten ermöglicht.
Von der Renovierung zur Nutzung als Kinderheim
Im 18. Jahrhundert war die Kommende so stark renovierungsbedürftig, dass ein Abriss in Betracht gezogen wurde. Der damalige Hochmeister des Deutschen Ordens, Kurfürst Clemens August von Köln, setzte sich jedoch für eine Renovierung ein, die der französische Architekt Michel Leveilly umsetzte. Die Französische Revolution und die anschließende Säkularisation führten zur Auflösung des Deutschen Ordens und zur Enteignung kirchlicher Besitztümer. Ab 1803 wurde die Kommende Ramersdorf zum Adelssitz und erfuhr einen Ausbau zur Schlossanlage.
Brand und Umnutzung im 19. und 20. Jahrhundert
Ein Brand im Jahr 1842 zerstörte die Anlage nahezu vollständig. In den folgenden Jahren wurde sie von verschiedenen Besitzern mehrfach umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Schloss von Luftangriffen verschont. Nach dem Krieg diente es zunächst als Unterkunft für britische Soldaten, wurde dann in ein Kinderheim umgewandelt und schließlich von der Bundesbahn übernommen.
Rettung vor dem Abriss und heutige Nutzung
Nach 1967 stand die Kommende leer und verfiel zunehmend, was zu Plänen führte, sie im Zuge des Autobahnausbaus der Konrad-Adenauer-Brücke abzureißen. Historiker Heinrich Neu und eine Bürgerinitiative setzten sich jedoch erfolgreich für den Erhalt des Gebäudes ein. Die Autobahnen 59 und 562 verlaufen nun in unmittelbarer Nähe, was die Lage der Kommende Ramersdorf besonders macht. Im Jahr 1978 übernahm der Antiquitätensammler Wolfgang Bartels das Gelände, renovierte die Gebäude und eröffnete 1982 einen Kunst- und Antiquitätenhandel sowie ein Möbelmuseum, ein Hotel und ein Restaurant. Seit 2017 ist Ronald G. Münzer der Eigentümer.
Beliebtes Ziel für Ausflüge und Hochzeiten
Obwohl die Kommende im Inneren sichtbar in die Jahre gekommen ist, erfreut sie sich großer Beliebtheit als Ausflugs- und Übernachtungsziel. Die angrenzende Siebengebirgen-Region bietet sich ideal für Wanderungen an. Besonders bei Hochzeitspaaren ist das Märchenschloss gefragt, da es an Freitagen und Samstagen häufig ausgebucht ist. Interessierte an der Geschichte des Bauwerks können Führungen buchen. Zudem wurde 1998 auf dem Gelände ein „Tatort“ gedreht, in dem die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk ermittelten.
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Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert








