Genau eine Minute ohne Griff zum Mobiltelefon bringt ab sofort zählbare Punkte: Mit dieser konkreten Maßeinheit startet Borussia Dortmund beim Samstagabendspiel gegen Eintracht Frankfurt eine digitale Neuerung auf den Zuschauerrängen.
Dortmund: Club belohnt Zuschauer für gesperrte Smartphone-Displays

Genau eine Minute ohne Griff zum Mobiltelefon bringt ab sofort zählbare Punkte: Mit dieser konkreten Maßeinheit startet Borussia Dortmund beim Samstagabendspiel gegen Eintracht Frankfurt eine digitale Neuerung auf den Zuschauerrängen. Über ein spezielles Werkzeug in der vereinseigenen Applikation, das den Namen FanModus trägt, zeichnet der Verein die Phase auf, in der das Display des Smartphones im Stadion ununterbrochen verriegelt bleibt. Die technische Neuerung soll das Publikum dazu bewegen, die Geräte während des laufenden Spielbetriebs wegzustecken und die Geschehnisse auf dem Spielfeld unmittelbar zu verfolgen.
Das Regelwerk des Punktesystems im Detail
Die Funktionsweise des Systems ist eng an den tatsächlichen zeitlichen Ablauf der jeweiligen Bundesligapartie gekoppelt. Sobald der Schiedsrichter die Begegnung anpfeift, startet die Aufzeichnung der displayfreien Spielzeit für alle aktivierten Profile auf den Rängen. Teilnehmende müssen dabei bestimmte Vorgaben beachten, um im Ranking berücksichtigt zu werden:
- Start bei Anpfiff: Die Zeitmessung beginnt exakt mit dem Beginn der ersten Spielhälfte.
- Freigabe in der Halbzeitpause: Während der viertelstündigen Spielunterbrechung dürfen die Besucher ihre Geräte regulär bedienen, ohne Punktverluste befürchten zu müssen.
- Manuelle Reaktivierung: Vor dem Anpfiff der zweiten Spielhälfte ist ein erneuter Start der Funktion durch die Nutzer zwingend erforderlich.
- Ende bei Abpfiff: Mit dem finalen Schlusspfiff stoppt das System die Messung und errechnet den Gesamtwert.
Das zugrunde liegende Prinzip belohnt konsequentes Verhalten über die gesamten 90 Minuten hinweg. Wer die geringste Bildschirmzeit vorweist, erzielt das beste Resultat im Vergleich aller Anwesenden. Für die bestplatzierten Stadionbesucher lobt der Bundesligist konkrete Sachprämien aus. Zu den ausgelobten Gewinnen zählen von den Profis handsignierte Trikots sowie Warengutscheine, die im vereinseigenen Fanshop eingelöst werden können.
Zwei Drittel der Zuschauer greifen regelmäßig zum Smartphone
Hinter der Initiative steht eine Bestandsaufnahme, die der Revierklub zuvor auf den Tribünen vorgenommen hat. Nach vereinsinternen Erhebungen greifen nahezu zwei Drittel sämtlicher Gäste während einer laufenden Begegnung wiederholt zum Mobiltelefon. Im Zentrum der Nutzung stehen dabei vor allem drei digitale Verhaltensmuster:
- Das Aufnehmen und Versenden von Selfies direkt aus dem Zuschauerblock,
- das Verfolgen oder Initiieren von Live-Streams während des Spiels,
- sowie die fortlaufende Interaktion auf diversen Plattformen der sozialen Medien.
Diese digitale Dauerpräsenz stößt im direkten Stadionumfeld auf wachsende Ablehnung. Wie Borussia Dortmund in einer offiziellen Stellungnahme verdeutlichte, beklagen zahlreiche Stadionbesucher eine Beeinträchtigung der Atmosphäre durch die ständige Kameranutzung ihrer Sitz- und Stehnachbarn. Der Klub formulierte deshalb den Appell, das Smartphone im Hosensack zu belassen, um die Partie wieder mit sämtlichen Sinnen vor Ort zu erleben.
In einer offiziellen Mitteilung betonte der BVB, dass sich eine wachsende Anzahl an Personen auf den Rängen von der permanenten Handynutzung und dem Filmen belästigt fühle.
Ligaweiter Trend: Zweitligisten untersagen Videoformate
Die Diskussion über mediale Ablenkung auf den Rängen ist kein vereinzeltes Phänomen des Dortmunder Stadions, sondern erreicht mittlerweile mehrere Standorte des deutschen Profifußballs. Insbesondere in der 2. Bundesliga greifen Vereinsführungen zunehmend regulierend ein, um ausufernder digitaler Selbstinszenierung im Zuschauerbereich Grenzen zu setzen. Im Zentrum der Kritik stehen dabei sogenannte Stadion-Vlogs, bei denen Urheber ihren Stadionaufenthalt als zusammenhängende Videobeiträge auf Online-Plattformen veröffentlichen.
Der Berliner Zweitligist Hertha BSC reagierte vor kurzem mit einem umfassenden Verbot derartiger Videoformate bei den Heimspielen im Olympiastadion. Die Hauptstädter stellten dabei klar, dass kurze Erinnerungsaufnahmen für rein persönliche Zwecke gestattet bleiben, professionell aufgebaute Videodrehs wegen der damit einhergehenden Lärm- und Sichtbehinderungen jedoch nicht mehr geduldet werden. Zuvor hatte bereits im August der sächsische Traditionsverein Dynamo Dresden gleichartige Schritte vollzogen und kommerziell ausgerichtete Videoaufnahmen auf den Stadiontribünen untersagt. Die Maßnahmen verdeutlichen die branchenweite Suche nach Wegen, den traditionellen Stadionbesuch vor der Überformung durch digitale Medienkanäle zu schützen.
Quellen: n-tv, RTL
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








