Ab 2027 müssen viele Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen ausstellen. Eine Umfrage zeigt, dass viele Betriebe unzureichend vorbereitet sind und vor technischen sowie gesetzlichen Herausforderungen stehen.
E-Rechnung ab 2027: Unternehmen vor entscheidenden Veränderungen

E-Rechnungspflicht tritt 2027 in Kraft
Im Jahr 2027 werden zahlreiche Unternehmen in Deutschland verpflichtet, elektronische Rechnungen auszustellen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass viele dieser Betriebe auf diese bedeutende Umstellung nicht ausreichend vorbereitet sind. Dies könnte auch Auswirkungen auf Verbraucher haben, insbesondere bezüglich der Steuererklärung.
Unternehmen und ihre Vorbereitungen auf die E-Rechnung
Weniger als acht Monate vor Inkrafttreten der neuen Regelung hat eine Umfrage unter 502 Unternehmen, durchgeführt von YouGov im Auftrag einer E-Rechnungsplattform, ergeben, dass lediglich 42 Prozent der Betriebe regelmäßig elektronische Rechnungen versenden. Ein Drittel der Befragten hat noch nie eine solche Rechnung erstellt. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass viele Firmen die E-Rechnung als Herausforderung ansehen.
Technische Anforderungen und Software-Nutzung
Mit Beginn des Jahres 2027 müssen Unternehmen, deren Vorjahresumsatz über 800.000 Euro liegt, nicht nur elektronische Rechnungen empfangen, sondern auch selbst ausstellen. Bereits seit 2025 sind Unternehmen dazu verpflichtet, E-Rechnungen im Geschäftsverkehr zwischen inländischen Firmen empfangen zu können. Die Pflicht zur Ausstellung wird schrittweise umgesetzt, wobei kleinere Unternehmen bis 2028 Zeit haben, die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.
Die Umfrage zeigt, dass 39 Prozent der Unternehmen auf Buchhaltungssoftware für die Rechnungserstellung setzen. Im Gegensatz dazu nutzen etwa 20 Prozent der Firmen noch herkömmliche Office-Programme wie Excel und Word, die nicht den Anforderungen an strukturierte elektronische Rechnungen gerecht werden.
Geringe Bereitschaft zur Umstellung
Die Umfrage verdeutlicht, dass lediglich 24 Prozent der Unternehmen die Umstellung auf die E-Rechnung bereits abgeschlossen haben. 38 Prozent sind noch im Umstellungsprozess, während 29 Prozent entweder noch nicht begonnen haben oder sich erst in der Planungsphase befinden. Zudem geben nur 37 Prozent der Unternehmen an, die gesetzlichen Anforderungen vollständig zu verstehen; 33 Prozent kennen sie nur teilweise, während 28 Prozent kaum oder gar nicht informiert sind.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die Umfrage benennt die größten Hürden für Unternehmen, die sich bislang nicht auf die E-Rechnungspflicht vorbereitet haben. 36 Prozent der Befragten nennen die technische Umsetzung als größte Herausforderung, gefolgt von 29 Prozent, die Unsicherheiten bezüglich der gesetzlichen Vorgaben anführen, und 27 Prozent, die auf mangelndes Wissen hinweisen.
Langfristige Vorteile der E-Rechnung
Obwohl die E-Rechnung zunächst vorwiegend Unternehmen betrifft, könnte sie langfristig auch für Millionen Steuerzahler von Bedeutung sein. Die Möglichkeit, die Steuererklärung in Zukunft mit einem einzigen Klick zu erledigen, könnte durch die Nutzung elektronischer Rechnungen erleichtert werden. Der Vorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft sieht in dieser neuen Pflicht für Unternehmen eine Chance, die Abläufe zu optimieren und die Effizienz zu steigern.
Zusammenfassung
Die bevorstehende Einführung der E-Rechnungspflicht bringt für viele Unternehmen Herausforderungen mit sich. Es bleibt abzuwarten, wie zügig und effizient die Betriebe ihre Prozesse anpassen werden, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Ab 2028 sind schließlich alle Unternehmen verpflichtet, elektronische Rechnungen auszustellen, was die Dringlichkeit zur Anpassung zusätzlich erhöht.
Quellen: t-online, ad-hoc-news
Bildquelle: Jack Sparrow auf Pexels








