Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Easyjet-Aktie legt stark zu nach M&A-Interesse aus den USA

Ein US-Investor prüft eine mögliche Übernahme von Easyjet, was zu einem sprunghaften Anstieg der Aktienkurse führt. Experten warnen jedoch vor rechtlichen Hürden, die den Deal erschweren könnten.

Artikel hören

Easyjet: US-Investor prüft Übernahme - Aktie steigt stark
ERIC SALARD via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Aktienkurs der Airline steigt nach Übernahmeinteresse

Der US-Finanzinvestor Castlelake hat sein Interesse an einer Übernahme des britischen Billigfluganbieters Easyjet bekundet. Diese Nachricht führte zu einem signifikanten Anstieg des Aktienkurses der Airline. Die Übernahme könnte jedoch durch regulatorische Hürden im europäischen Luftverkehr erschwert werden.

Übernahmepläne und Marktreaktion

Easyjet steht möglicherweise vor einer Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Castlelake, die am Freitag bestätigte, dass sie über ein Kaufangebot nachdenkt. In Reaktion auf diese Meldung stieg der Kurs der Easyjet-Aktie in London zeitweise um elf Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang März. Easyjet betont, dass die Interessen seiner Aktionäre bei einem möglichen Angebot höchste Priorität haben.

Bewertung und Preisvorschlag

Castlelake hat die britische Fluggesellschaft in einem möglichen Übernahmeangebot mit mindestens 3,06 Milliarden Pfund (4,16 Milliarden Euro) bewertet. Jeder Vorschlag, der unterbreitet wird, soll nicht unter 403,23 Pence (rund 4,66 Euro) je Aktie liegen. Dies würde einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf den Schlusskurs von 398 Pence (4,59 Euro) am Freitag entsprechen. Derzeit hält Castlelake 2,14 Prozent der Easyjet-Aktien.

Regulatorische Herausforderungen für Übernahmen im Luftverkehr

Die Übernahme von Airlines ist aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen oft kompliziert. Die Rechte für Start, Landung und Überflüge sind in der Regel an die Herkunft der Eigentümer gebunden. Innerhalb der EU und nach dem Brexit gelten zwar gelockerte Regeln, jedoch könnte Easyjet bei einer Übernahme durch einen US-Investor wichtige Betriebsrechte innerhalb der EU verlieren.

Analystenmeinungen zu den Hürden

Analyst Harry Gowers von JPMorgan weist darauf hin, dass Airlines mehrheitlich im Besitz und unter Kontrolle von EU-Bürgern sein müssen, um eine Betriebslizenz in der Region zu erhalten. „Eine nicht aus der EU kontrollierte Firma wie Castlelake kann daher theoretisch keinen Mehrheitsanteil an Easyjet übernehmen und zugleich die Rechte für Flüge innerhalb der EU behalten“, erklärt Gowers. Dennoch könnten alternative Strukturen für einen Deal in Betracht gezogen werden.

Aktuelle Herausforderungen für Easyjet

Die Unsicherheiten durch den Konflikt im Iran und die stark gestiegenen Kerosinpreise setzen die Fluggesellschaften unter Druck. Im April gab Easyjet eine Gewinnwarnung heraus. Unternehmenschef Kenton Jarvis äußerte sich im Mai zurückhaltend zu den Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr. Für das wichtige Sommerquartal von Juli bis September seien lediglich 40 Prozent der Tickets verkauft, was drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr entspricht. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach Last-Minute-Buchungen stark.

Finanzielle Lage von Easyjet

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März konnte Easyjet den Umsatz um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden britische Pfund (rund 4,56 Milliarden Euro) steigern. Aufgrund deutlich höherer Betriebskosten stieg der saisonbedingte Verlust vor Steuern jedoch um 40 Prozent auf 552 Millionen Pfund. Der Fehlbetrag erhöhte sich von 297 Millionen auf 377 Millionen Pfund.


Quellen: n-tv, Handelsblatt

Bildquelle: ERIC SALARD via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

TS