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Ebola-Patient aus dem Kongo in Berliner Klinik behandelt

Ein US-Arzt, der sich im Kongo mit Ebola infiziert hat, wird in der Berliner Charité behandelt. Der Patient kam mit einem speziellen Transportmittel an, während die Gesundheitsbehörden Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten.

Berlin: Ebola-Infizierter ist in Charité angekommen
Echo Media Group / Ricardo Bohn

Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Bürger wurde in der Nacht zu Mittwoch in die Berliner Charité eingeliefert. Der Patient wird in der speziellen Isolierstation des Universitätsklinikums behandelt, wie das Bundesgesundheitsministerium bekannt gab.

Die US-Behörden hatten zuvor die Bundesregierung um die Aufnahme und Behandlung des Patienten gebeten, der sich in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt hatte, wo das Virus derzeit stark verbreitet ist.

Transport des Patienten nach Deutschland

Nach Angaben des Ministeriums wurde der Patient von der US-Regierung mit einem speziellen Flugzeug von Uganda nach Deutschland geflogen. Für den Transport vom Flughafen zur Charité kam ein speziell ausgestatteter Infektions-Rettungswagen zum Einsatz, der für die Beförderung von Patienten mit hochansteckenden Krankheiten konzipiert ist.

Kontaktpersonen ebenfalls in Deutschland

Berichten zufolge handelt es sich bei dem Infizierten um einen Arzt, der während seiner Tätigkeit in einem Krankenhaus im Kongo erkrankt ist. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass der Mann im Kongo gearbeitet und am Wochenende positiv auf das Virus getestet wurde.

Zusätzlich zu dem Patienten sollen auch sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland gebracht werden. Informationen über deren Nationalität wurden bislang nicht veröffentlicht.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Das Bundesgesundheitsministerium betont, dass weder für die Bevölkerung noch für andere Patienten der Charité eine Gefahr besteht. Der Patient wird vollständig isoliert in der Sonderstation behandelt, die vom regulären Klinikbetrieb getrennt ist.

Im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten höchste Sicherheitsstandards. Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Schutzanzüge und anderer Müll werden durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Zudem wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.

Gründliche Untersuchung des Ebola-Patienten

Die erforderliche Behandlung des Ebola-Patienten hängt von seinem Gesundheitszustand bei der Aufnahme ab. Daher beginnt zunächst eine umfassende Untersuchung und Diagnostik. Die räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut ist dabei von Vorteil, da dort komplexe Blutuntersuchungen durchgeführt werden können.

Die Möglichkeit, den Patienten trotz höchster Schutzstufe intensivmedizinisch zu behandeln, erhöht die Überlebenschancen erheblich. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich etwa 60 Prozent auf heute rund 20 bis 30 Prozent gesunken.

Seltene Ebola-Variante im Kongo

Der Ebola-Ausbruch im Kongo wird durch die seltene Bundibugyo-Variante verursacht, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region Zentral- und Ostafrika als hoch ein.

Der Ausbruch begann vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt, wurde jedoch erst Anfang Mai gemeldet. Auch im benachbarten Uganda sind zwei Fälle registriert worden. Dies ist der insgesamt 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Stephan Becker, Leiter des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg, äußerte Besorgnis darüber, dass der Ausbruch offenbar lange unentdeckt blieb.

Internationale Notlage erklärt

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte die internationale Notlage, ohne auf den Notfallausschuss zu warten – ein bislang einmaliger Vorgang. Der Ausschuss soll nun Empfehlungen erarbeiten, wie mit der Notlage umgegangen werden soll. Ein Sprecher der WHO erklärte, die Erklärung solle keine Panik schüren, sondern die Länder über das dringende Problem informieren und die internationale Zusammenarbeit stärken.


Quellen: t-online

Bildquelle: Echo Media Group / Ricardo Bohn

Ronny Winkler