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Effektive Wasserbewirtschaftung im Wald: Strategien für Bäume und Ökosysteme

In Zeiten von Starkregen sind kleine Versickerungsmulden im Wald entscheidend, um Wasser zu speichern und Überflutungen zu verhindern. Diese kostengünstigen Maßnahmen fördern nicht nur das Baumwachstum, sondern schaffen auch Lebensräume für zahlreiche Arten.

Mehr Wasser in Wäldern: Gut für Bäume und Anwohner
Mirkomarx via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bei Starkregen fließen bis zu 200 Liter Wasser pro Quadratmeter ungehindert aus Wäldern ab, was nicht nur Überflutungen in tiefer gelegenen Gebieten zur Folge hat, sondern auch den Bäumen die notwendige Wasserversorgung entzieht. Um dieser Problematik zu begegnen, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Wasser in den Wäldern zu halten.

Versickerungsmulden als effektive Maßnahme

Ein anschauliches Beispiel findet sich im Grötzinger Bergwald bei Karlsruhe. An einem unscheinbaren Punkt am Wegesrand befindet sich eine Versickerungsmulde, die bei intensiven Niederschlägen eine Schlüsselrolle spielt. Simon Keller von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) erklärt, dass solche Mulden das Wasser zurückhalten, bevor es den Berg hinunterfließt und die darunterliegende Straße überflutet. Das gesammelte Wasser kann dann im Boden versickern und den Bäumen zur Verfügung stehen.

Kosteneffiziente Lösungen mit großer Wirkung

Keller betont, dass die Errichtung dieser Versickerungsmulden kostengünstig ist. „Das Teuerste ist, die Maschine hierhin zu bringen. Eine Baggerstunde kostet zwischen 100 und 120 Euro, was für viele dieser kleinen Mulden bereits ausreicht.“ Oft können diese Mulden direkt bei Straßenarbeiten ausgebaggert werden, was die Eingriffe in die Natur minimiert.

Ein Umdenken in der Waldbewirtschaftung

Traditionell wurde Wasser im Wald als unerwünscht betrachtet. Alte Praktiken setzten auf Rohre und Gräben, um das Wasser schnell abzuleiten, da man glaubte, dies würde die Wege schützen. Simon Keller erläutert, dass diese Sichtweise in der Vergangenheit möglicherweise sinnvoll war, doch die Klimakrise hat die Situation verändert. Längere Trockenphasen führen dazu, dass immer mehr Bäume absterben, was ein Umdenken erforderlich macht.

Biotope für Artenvielfalt schaffen

Die neuen Versickerungsmulden im Grötzinger Bergwald sind erst seit vier Monaten in Betrieb, doch an ihren Rändern gedeihen bereits die ersten Pflanzen. Diese Mulden könnten bald zu wichtigen Biotopen werden, die zahlreichen Pflanzen, Insekten und Tieren Lebensraum bieten. Um eine optimale Wasserversorgung für die Bäume zu gewährleisten, dürfen die Abstände zwischen den Mulden nicht zu groß sein. Je nach Gelände können diese Abstände zwischen zehn und zwanzig Metern variieren.

Rigolen: Eine zusätzliche Maßnahme

Eine weitere Möglichkeit, Wasser im Wald zu halten, sind Rigolen. Diese bestehen aus großen Steinen und Schotter und ersetzen beispielsweise Rohre unter Wegen. Heike Puhlmann, Leiterin der Abteilung Boden und Umwelt bei der FVA, beschreibt: „Rigolen bremsen das Wasser effektiv ab und sind besonders dort sinnvoll, wo andere Versickerungsmaßnahmen nicht ausreichen.“ Sie tragen dazu bei, das Fließtempo des Wassers zu verlangsamen, was die Versickerung im Boden erleichtert und den Bäumen die notwendige Feuchtigkeit liefert.

Die Rolle der Wälder im Klimaschutz

Puhlmann unterstreicht die Bedeutung gesunder Wälder im Kampf gegen den Klimawandel: „Unsere Hoffnung ist, dass wir durch die Erhaltung der Waldvitalität und die Reduzierung des Absterbens auch die CO2-Speicherfunktion unserer Wälder unterstützen können.“ Nur wenn die Wälder gesund bleiben, können sie ihre wichtige Rolle im Ökosystem und im Klimaschutz langfristig erfüllen.


Quellen: tagesschau

Bildquelle: Mirkomarx via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

TS