Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Elternzeit optimieren: Höhere Väterleistungen bei verkürztem Elterngeldbezug

Das Familienministerium plant eine Reform des Elterngeldes, die eine Verkürzung der Bezugsdauer auf 12 Monate und eine Erhöhung der monatlichen Beträge vorsieht. Ziel ist es, die Väterbeteiligung zu fördern und gleichzeitig 500 Millionen Euro jährlich einzusparen.

Künftig drei Vätermonate nötig: Elterngeld soll kürzer gezahlt werden, aber höher ausfallen
KI-generiert

Die geplante Reform des Elterngeldes wirft Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf die Väterbeteiligung in der Erziehung. Familienministerin Karin Prien hat ein neues Modell vorgestellt, das sowohl die Bezugsdauer als auch die Höhe der Zahlungen betrifft. Ziel ist es, die Väter stärker in die Erziehungsarbeit einzubeziehen und gleichzeitig Einsparungen von 500 Millionen Euro jährlich zu realisieren.

Änderungen beim Elterngeld

Nach den neuen Vorschlägen wird das Elterngeld künftig auf 12 Monate verkürzt, sofern beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate in die Betreuung des Kindes einbezogen sind. Dies bedeutet, dass die bisherigen 14 Monate auf eine kürzere Dauer reduziert werden. Gleichzeitig sollen die monatlichen Beträge erstmals seit fast zwei Jahrzehnten steigen: Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro und der Höchstbetrag von 1800 auf 1900 Euro angehoben werden.

Hintergrund und aktuelle Situation

Das Elterngeld wurde 2007 eingeführt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und Paare zu ermutigen, Kinder zu bekommen. Aktuell erhalten Paare und Alleinerziehende mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 175.000 Euro die Leistung. Im Jahr 2025 bezogen 1,61 Millionen Menschen Elterngeld, darunter 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Der Anteil der Väter an den Elterngeldbeziehern lag zuletzt bei 25,9 Prozent.

Reaktionen auf die Reform

Die geplanten Kürzungen im Etat des Familienministeriums stoßen auf Kritik. Der Deutsche Frauenrat äußert Bedenken, dass die Einsparungen auf Kosten der Familienplanung junger Menschen gehen. Beate von Miquel, die Vorsitzende des Rates, betont, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag versprochen habe, die Familienplanung durch verbesserte Leistungen zu unterstützen. Die Kürzungen beim Elterngeld könnten dazu führen, dass Mütter ihre Berufstätigkeit zugunsten der finanziellen Einsparungen zurückstellen müssen.

Elternwünsche und Umfragen

Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer ein egalitäres Modell beim Elterngeld bevorzugen würden, bei dem jedes Elternteil sieben Monate Elternzeit nehmen kann. Diese Idee wurde im Familienministerium jedoch nicht weiterverfolgt. Die Umfrage ergab zudem, dass 44 Prozent der Befragten sich eine Vereinfachung der Antragstellung und weniger bürokratischen Aufwand wünschen.

Fazit und Ausblick

Die Reform des Elterngeldes steht noch am Anfang und muss von der Regierung final beschlossen werden, bevor das Parlament darüber abstimmt. Die geplanten Änderungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die Familienpolitik in Deutschland haben und die Diskussion über die Väterbeteiligung in der Erziehung neu entfachen.


Quellen: n-tv

TS