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Emotionale Fischer-Rückkehr: Mainz verpasst Sieg bei Union

Mehr als fünf Jahre prägte Urs Fischer als Trainer den 1. FC Union. Bei seiner ersten Rückkehr nach Berlin mit Mainz 05 kann der Schweizer trotz Führung nicht jubeln.

Mainz-Trainer Urs Fischer klatscht in die Hände.
Foto: Soeren Stache/dpa

Union Berlins früherer Kult-Trainer Urs Fischer hat bei seiner bewegenden Rückkehr an die Alte Försterei den ersten Bundesliga-Sieg mit dem FSV Mainz 05 trotz langer Führung verpasst. Der Schweizer musste sich letztendlich mit einem 2:2 (1:0) und einem Punkt im Bundesliga-Abstiegskampf gegen das Bundesliga-Schlusslicht bei den Eisernen zufriedengeben.

Nadiem Amiri (30. Minute) und der frühere Unioner Benedict Hollerbach (69.) erzielten vor 22.012 Zuschauern die Tore für die Rheinhessen. Wooyeong Jeong (77.) und Danilho Doekhi (85.) konnten jedoch in einer dramatischen Schlussphase die Niederlage für die Gastgeber noch verhindern.

Union verpasst Sieg-Hattrick

Die Unioner büßten dennoch Boden auf das obere Tabellendrittel ein. Auch der mögliche erste Sieg-Hattrick in der Bundesliga seit dem Sommer 2023 misslang – der Berliner Trainer hieß damals noch Urs Fischer. Standesgemäß war der 59-Jährige vom Union-Anhang als «Fußball-Gott» lautstark begrüßt worden. 

Fischers Rückkehr in die Alte Försterei begann mit einem Winken ins Publikum hier, einem Lächeln dort und natürlich der Fotografen-Traube vor dem Anpfiff vor der Nase. Von 2018 bis 2023 hatte er die Eisernen von der 2. Liga bis in die Champions League geführt.

Der Schweizer hatte vor dem Spiel bereits am TV-Mikrofon über den obligatorischen Spaziergang zur Spielvorbereitung berichtet, bei dem ihm die Wiedersehensfreude der Menschen in Berlin-Köpenick dutzendfach zuteil wurde.

Fischer-Fußball auf beiden Seiten

Auf dem Spielfeld spielte ein Team aus Mainz, das den Fischer-Fußball gerade erst lernt, gegen Union, das die DNA des Fischer-Fußballs auch nach vielen Jahren nicht verloren hat. Kompakt, griffig und vor allem eklig.

Es war umso überraschender, dass bereits früh im Spiel Lücken entstanden. Livan Burcu (6.) hätte Union aus kurzer Distanz in Führung bringen sollen. Neuzugang Phillip Tietz (11.) und Hollerbach (16.) mangelte es an Präzision bei ihren Abschlüssen.

Dann gab es auf einem schnell zerknitterten Rasen lange Zeit wenig Aufregendes. Bis Jae Sung Lee mit einem präzisen Pass Amiri freisetzte und der Nationalspieler die Unaufmerksamkeit der Berliner bestrafte.

Baumgart schmeißt Basecap

Union-Trainer Steffen Baumgart war verärgert darüber, dass die ersten guten Chancen nach den Gegentreffern von Burcu (44.) und Oliver Burke (43./44.) zu leichtfertig vergeben wurden. Baumgart warf sein Basecap auf den Boden.

In der zweiten Halbzeit blieb die Kopfbedeckung an Ort und Stelle. Der Grund: Baumgart hatte nun nicht einmal die Möglichkeit, sich übermäßig aufzuregen. Die Angriffe der Heimmannschaft waren größtenteils verhalten.

Hollerbach bestrafte seinen Ex-Verein aus kurzer Entfernung. Und dann schlug Union doch noch zurück. Jeong und Doekhi trafen in der großen Schlussoffensive und verhinderten einen Fischer-Coup an alter Wirkungsstätte. Oft genug hatte Union unter Fischer auf diese Weise noch Niederlagen verhindert.

dpa