Das Ifo-Institut warnt vor einem Energiepreisschock, der die Kaufkraft der Deutschen 2026 und 2027 um 34 Milliarden Euro verringern könnte. Während die Finanzpolitik stützt, bleibt die Konjunkturprognose stark von geopolitischen Entwicklungen abhängig.
Energiepreise setzen Deutschland zu: Ifo kalkuliert mit 34 Milliarden Euro Verlust

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland steht vor Herausforderungen, die durch den Iran-Krieg verstärkt werden. Das Ifo-Institut hat seine Prognosen für das Jahr 2027 nach unten korrigiert und erwartet nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von lediglich 0,8 Prozent, anstelle der zuvor prognostizierten 1,2 Prozent. Diese Informationen wurden am Donnerstag von den Münchner Wirtschaftsforschern veröffentlicht. Für das laufende Jahr bleibt die Schätzung unverändert bei einem Wachstum von 0,8 Prozent.
Einfluss des Nahostkonflikts auf die Konjunktur
Die Inflation wird voraussichtlich auf 2,9 Prozent ansteigen und im kommenden Jahr leicht auf 2,7 Prozent zurückgehen. Timo Wollmershäuser, der Konjunkturchef des Ifo-Instituts, erklärte, dass der massive Anstieg der Energiepreise infolge des Nahostkonflikts die Kaufkraft der Haushalte erheblich beeinträchtigt und somit den privaten Konsum bremst. Dies führt dazu, dass die wirtschaftliche Erholung im laufenden Frühjahrsquartal stagnieren wird, jedoch nicht in eine Rezession übergeht.
Staatliche Impulse und deren Auswirkungen
Die expansive Finanzpolitik der Bundesregierung könnte jedoch als stabilisierender Faktor wirken. Laut Ifo-Institut wird erwartet, dass die Mehrausgaben des Staates in diesem und im nächsten Jahr die Konjunktur um jeweils 0,5 Prozentpunkte ankurbeln, während der Energiepreisschock die Wirtschaft um 0,4 Punkte bremst. Trotz dieser positiven Impulse wird das Wachstum teuer erkauft, da die Finanzierungsdefizite des Staates bis 2027 auf 4,1 Prozent und 4,9 Prozent des BIP ansteigen werden.
Langfristige Perspektiven und notwendige Reformen
Die gesamtstaatliche Schuldenquote wird demnach auf 68,1 Prozent steigen. Deutschland verliert durch die stark gestiegenen Preise für importierte Energie schätzungsweise 34 Milliarden Euro an Kaufkraft in diesem und im kommenden Jahr. Dies entspricht etwa 400 Euro pro Kopf, die aufgrund der höheren Energiepreise zusätzlich ausgegeben werden müssen. Die Ifo-Experten betonen, dass die Prognose stark vom Verlauf des Iran-Kriegs abhängt und daher erhebliche Abwärtsrisiken birgt. Um das Wachstumspotenzial nachhaltig zu steigern, sind tiefgreifende Reformen erforderlich, die ein dauerhaftes und eigenständiges Wirtschaftswachstum ermöglichen.
Quellen: t-online
Bildquelle: Syced via Wikimedia Commons (CC0)








