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Energiepreise steigen weiter: Verbraucher müssen sich auf Herausforderungen einstellen

Die Energiepreise steigen in Deutschland aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten erheblich. Haushalte müssen sich auf weitere Kostensteigerungen einstellen, insbesondere bei Erdgas und Strom, die bereits deutlich über den Vorjahreswerten liegen.

Hohe Preise: Welche Energiekosten auf die Verbraucher zukommen
KI-generiert

Die anhaltend hohen Energiepreise, die infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten verursacht werden, setzen viele Verbraucher in Deutschland unter Druck, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Heizperiode. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) stiegen die Energiepreise für Haushalte im August 2026 um 10,5 Prozent, was den größten Anstieg seit über drei Jahren darstellt. Ein Ende dieser Preissteigerungen scheint gegenwärtig nicht in Sicht.

Preisanstieg im Großhandel

Die Großhändler haben ihre Preise so stark angehoben, wie es seit Februar 2023 nicht mehr der Fall war. Diese Preisveränderungen im Großhandel erreichen die Verbraucher häufig mit einer gewissen Verzögerung. Daher stellt sich die Frage, welche Entwicklungen in den kommenden Monaten zu erwarten sind.

Erdgaspreise unter Druck

Zu Wochenbeginn kam es zu einem deutlichen Anstieg des Großhandelspreises für europäisches Erdgas. Dies ist auf Sorgen über Angebotseinschränkungen durch Produktionsausfälle in den Fördergebieten im Nahen Osten zurückzuführen. Ein geplantes Treffen zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten zur Situation in der strategisch wichtigen Straße von Hormus wurde verschoben, was den Preis für einen Monatstermin des TTF-Index zeitweise um über fünf Prozent nach oben trieb.

In Amsterdam erreichte der Preis für Erdgas mit 83,75 Euro pro Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit Ende 2022. Im Laufe dieses Jahres hat sich der Preis aufgrund der verringerten Energielieferungen fast verdreifacht. Europäische Länder, darunter Deutschland, stehen unter Druck, die Gasspeicher vor dem Winter aufzufüllen, während der Wettbewerb um Flüssigerdgas (LNG) zunimmt.

Vergleich der Gaspreise

Zum Vergleich: Mitte September 2025 lag der Gaspreis noch unter 32 Euro. Seitdem hat sich der Preis um mehr als 160 Prozent erhöht. Dies wirkt sich auf die durchschnittlichen Haushaltskosten aus, die bislang jedoch noch begrenzt sind. Vor einem Jahr betrug der Preis laut Verviox 11,14 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Aktuell liegt der Preis bei etwa 12,52 Cent, was einen Anstieg von rund 12 Prozent bedeutet.

“Ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 kWh muss nun circa 280 Euro mehr für die Heizung aufbringen”, erklärte ein Vertreter von Verviox.

Falls die Gaspreise im Großhandel auf ihrem aktuellen Niveau verharren oder weiter steigen, ist mit zusätzlichen Preissteigerungen für Haushalte zu rechnen, insbesondere für Neukunden.

“Die Preise für Neukunden orientieren sich schnell an den Großhandelspreisen und sind seit Februar um über ein Drittel gestiegen”, erklärte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Bestandskunden spüren die Erhöhungen zwar langsamer, jedoch wird auch bei ihnen mit Preissteigerungen gerechnet.

Prognosen für die Zukunft

“Für das aktuelle Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel denkbar”, so Storck weiter. Der Energieanbieter 1KOMMA5° prognostiziert im schlimmsten Fall sogar Preise von über 15 Cent pro kWh, falls die Versorger die gestiegenen Einkaufskosten vollständig an die Verbraucher weitergeben. Die Beschaffungskosten machen rund 50 Prozent des Endverbraucherpreises aus.

Strompreise steigen ebenfalls

Zu Beginn der Woche lag der Strompreis im Großhandel aufgrund der aktuellen Eskalation im Nahen Osten bei über 256 Euro pro Megawattstunde (MWh). Am Montagabend erreichte der Preis sogar zeitweise etwa 740 Euro und lag damit nur knapp unter dem bisherigen Jahresrekord von 747 Euro, der Ende Juni verzeichnet wurde. Im Durchschnitt betrug der Strompreis an der Börse im September 147 Euro pro MWh, was etwa 75 Prozent über dem Vorjahreswert liegt.

Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns zwischen den USA und dem Iran lag der Strompreis im Großhandel in Deutschland noch bei 53,35 Euro. Der Strompreis hängt ebenfalls indirekt von den Verhältnissen in der Straße von Hormus ab. Der Anstieg der Nachfrage nach Strom führt dazu, dass mehr Gaskraftwerke eingesetzt werden müssen. Allerdings ist Gas aufgrund der Blockade der Meerenge deutlich teurer als in den Vorjahren.

Einfluss dynamischer Stromtarife

Die Stromerzeugung durch Photovoltaik nimmt vor allem abends ab, was die höheren Preise zu dieser Tageszeit erklärt. Haushalte mit einem dynamischen Stromtarif, der sich an den Großhandelspreisen orientiert, sollten ihren Verbrauch abends besser steuern und beispielsweise das E-Auto vom Netz nehmen, sofern keine intelligente Steuerung vorhanden ist.

Die festen Preise für Stromkunden bleiben bislang stabil.

“Die höheren Kosten für Öl und Gas, die indirekt auch die Strompreise beeinflussen, sind bei den Haushalten noch nicht angekommen”, so Verivox.

Im September 2025 lag der durchschnittliche Haushaltspreis bei 34,63 Cent pro kWh, während er aktuell mit 32,29 Cent sogar etwa zwei Cent niedriger ist als vor einem Jahr.

Langfristige Preisentwicklungen

Nach Einschätzung des größten deutschen Stromerzeugers RWE werden die Preise in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau bleiben.

“Sollte der Ausbau der Erzeugung wie geplant voranschreiten, werden die Erzeugungskosten in den kommenden Jahren durch das steigende Angebot sinken”, erklärte RWE-Chef Markus Krebber im Juli.

Dies könnte die hohen Kosten des Netzausbaus ausgleichen und zu stabilen Preisen führen.

Heizölpreise steigen

Ein Barrel der Rohölsorte Brent für die Lieferung im November kostete zu Wochenbeginn etwa 108 Dollar, was einen Anstieg von etwa 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Entsprechend verteuerte sich auch Heizöl, das laut Heizöl24 mit 1,66 Euro pro Liter um mehr als 30 Cent pro Liter teurer ist als Ende August. Zwar sind die Preise von den Rekordständen des Jahres 2022 noch weit entfernt, aber im September des vergangenen Jahres lag der Heizölpreis bei rund 93 Euro pro 100 Liter, während er jetzt im Schnitt bei 156 Euro liegt. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 68 Prozent.

“Die Mehrkosten für individuelle Haushalte hängen vom Zeitpunkt der Bestellung und der Abnahmemenge ab”, erläuterten die Experten.

Ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.000 Litern musste im September 2026 durchschnittlich 3.120 Euro für Heizöl aufbringen, während es im Jahr 2025 zu demselben Zeitpunkt noch 1.860 Euro gewesen wären. Haushalte mit Ölheizungen sind daher stärker von Preiserhöhungen betroffen als Gaskunden.

Benzin- und Dieselkosten steigen ebenfalls

Die hohen Ölpreise führen auch zu steigenden Kosten an den Tankstellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sich die Kraftstoffpreise im August um fast 28 Prozent. Sowohl Benzin als auch Diesel haben in dieser Woche neue Höchststände erreicht, und ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht. Tankstellen erwarten sogar Preise von bis zu drei Euro.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, sich über Preisschwankungen bewusst zu sein und diese auszunutzen. Die Spritpreise dürfen nur einmal am Tag um 12 Uhr erhöht werden, wodurch sie am späten Vormittag häufig am günstigsten sind. Zudem sollte man versuchen, abseits der Autobahnen zu tanken, da dort die Preise laut ADAC um über 30 Cent höher liegen können.

Künftige politische Maßnahmen

Angesichts der steigenden Spritpreise plant die Bundesregierung kurzfristige finanzielle Entlastungsmaßnahmen für Verbraucher. Die genauen Details sind jedoch noch unklar, was auch die Auswirkungen auf die Preise betrifft.

Das Thema Energiemarkt wird weiterhin große Aufmerksamkeit erfordern, während sich die Situation im Nahen Osten und ihre Auswirkungen auf die globalen Märkte weiter entwickeln.

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Quellen: tagesschau

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS