Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln zum Einsturz einer Kiesgrube an. Ein Gutachten bringt neue Erkenntnisse, während gegen zwölf Beschuldigte wegen Baugefährdung und fahrlässiger Überschwemmung ermittelt wird.
Ermittlungen zum Einsturz der Kiesgrube in Erftstadt dauern an

Die Staatsanwaltschaft Köln führt weiterhin Ermittlungen zum Einsturz einer Kiesgrube in Erftstadt, fast fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe. Ein neues Sachverständigengutachten hat nun frischen Schwung in das Verfahren gebracht.
Im Juli 2021 kam es infolge der Flut zu einem massiven Erdrutsch, der mehrere Gebäude in den Wasserlauf kippen ließ. Bei den Hochwasserereignissen am 14. und 15. Juli 2021 verloren über 180 Menschen ihr Leben, darunter 49 in Nordrhein-Westfalen.
Ermittlungen wegen Baugefährdung
Die Staatsanwaltschaft untersucht Vorwürfe der Baugefährdung, des fahrlässigen Herbeiführens einer Überschwemmung durch Unterlassen sowie Verstöße gegen das Bergbaugesetz. Es besteht der Verdacht, dass an der Kiesgrube unzulässig steile Böschungen vorhanden waren und dass ein Hochwasserschutzwall fehlte.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, dass eine rückschreitende Erosion den Ortsteil Blessem unterspült haben könnte, was zum Einsturz mehrerer Wohnhäuser führte. Diese Umstände könnten auch für das Eindringen großer Wassermengen verantwortlich gewesen sein. Zudem könnte die Entschlüsselung von Familiengeschichten in diesem Kontext von Bedeutung sein.
Beschuldigte und Durchsuchungen
Die Ermittlungen richten sich gegen den Eigentümer sowie den Verpächter des Tagebaus, fünf Beschuldigte des Betreibers und fünf Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg, die als zuständige Aufsichtsbehörde fungiert. Auch der Geschäftsführer eines geotechnischen Beratungsunternehmens zählt zu den Beschuldigten.
Die Ermittler haben bereits mehrere Objekte durchsucht und relevante Unterlagen sichergestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, dass die Ermittlungen Fortschritte machen, jedoch sei unklar, wann sie abgeschlossen sein werden.
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Quellen: t-online, stern, Die Zeit
Bildquelle: KI generiert








