Eine neue Sendung von RTL sorgt nicht nur bei Eltern für Schnappatmung. In dem neuen Format sollen Kinder wie Hunde erzogen werden. Experten reagieren entsetzt.
„Erziehe dein Kind wie einen Hund“: RTL-Doku sorgt für viel Kritik

Eine neue Sendung von RTL sorgt nicht nur bei Eltern für Schnappatmung. In dem neuen Format sollen Kinder wie Hunde erzogen werden. Experten reagieren entsetzt.
Der Privatsender RTL strahlte am Sonntag eine neue Familien-Dokumentation aus. Der Titel lautet: „Train your baby like a dog“ (zu Deutsch: Erziehe dein Kind wie einen Hund) – und sorgt für mächtigen Ärger.
Laut dem Sender soll in der Sendung eine Hundetrainerin zwei Familien besuchen, die mit ihren kleinen Kindern nicht zurechtkommen. Mit aus der Hundeerziehung soll das Problem schließlich behoben werden. Das klingt nicht nur menschenverachtend, das ist es auch. Sind sich viele Erziehungs-Experten einig.
RTL behauptet, dass das Format in Großbritannien und den USA sehr erfolgreich sei. Bei Erziehern srößt das Konzept auf breite Ablehnung. „Auf Change.org gibt es bereits eine Petition, die RTL auffordert, von der Ausstrahlung der Sendung abzusehen“, berichtet RND.
Kinder sind keine Hunde
„Auch wenn in der Originalsendung einige positive Ansätze zu finden sind, so geht es im Grunde um klassische Konditionierung, unter anderem mit einem ‚Clicker‘. Dieser Ansatz ist in vielerlei Hinsicht problematisch“.
„Zweifelsohne muss überforderten und gestressten Eltern geholfen werden. Dies kann und muss durch die richtigen Ansprechpartner geschehen – zum Beispiel die frühen Hilfen – nicht durch Tiertrainer und nicht durch RTL.“
Menschenverachtend
Der renommierte Hamburger Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort und der Strafrechtler Gerhard Strate warnen den RTL-Geschäftsführer Jörg Graf eindringlich, die Sendung auszustrahlen. „Der Titel dieser Sendung, die wie ein Imperativ daherkommt, widerspricht dem Menschenbild unserer Verfassung“, erläutern die Beiden in einem Brief an Graf, aus dem die „Welt“ zitiert.
Das Kind sei ein Wesen mit eigener Menschenwürde und eigenem Recht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit, schreibt RND. „Über ihre diesem Menschenbild widersprechende ‚provozierende These‘ kann es deshalb keine Diskussion geben“, sind die Autoren überzeugt. Eine Sendung „verstoße gegen die Menschenwürde und sei ein unzulässiges Angebot“ im Sinne des Staatsvertrags zum Jugendmedienschutz. Deswegen soll auch die Landesmedienanstalt Niedersachsens eingeschaltet werden








