Europäische Nato-Partner sehen sich zunehmend unsicher, da die USA unter Trump offenbar unilateral gegen europäische Interessen agieren. Experten betonen, dass die Grönlandkrise das Vertrauen in die transatlantische Allianz nachhaltig erschüttert hat.
Europäische NATO-Staaten reagieren auf Unsicherheiten in der transatlantischen Partnerschaft

Die Frage nach der Verlässlichkeit der USA als NATO-Partner wird zunehmend kritisch betrachtet, nachdem mehrere Ereignisse den Eindruck erweckt haben, dass die Vereinigten Staaten sich gegen europäische Interessen wenden. Claudia Major, eine Sicherheitsexpertin des German Marshall Fund, bezeichnete die Grönlandkrise als einen entscheidenden Moment für viele Europäer.
Grönlandkrise als Wendepunkt
Im Jahr 2026 äußerte US-Präsident Donald Trump öffentlich den Wunsch, die zur NATO gehörende Insel Grönland zu erwerben, was in Europa auf große Empörung stieß. Trotz des massiven Widerstands unter den europäischen NATO-Partnern zog Trump seine aggressiven Pläne zwar zurück, hielt jedoch an der Forderung nach Verhandlungen fest. Major erklärte dazu:
„Ein Alliierter bedroht die territoriale Integrität und Souveränität eines anderen Alliierten“.
Diese Äußerung verdeutlicht, wie viele Europäer die Situation wahrnahmen: Die USA scheinen die Souveränität Grönlands in Frage zu stellen, ähnlich wie Russland es mit der Ukraine tat.
Folgen des Iran-Kriegs
Der Iran-Krieg verstärkte den Eindruck, dass die Grönlandkrise keine Ausnahme, sondern eine neue Normalität darstellen könnte. Major erläuterte, dass der Krieg ohne Absprache mit den Verbündeten entschieden wurde, während Washington gleichzeitig Unterstützung von diesen forderte.
„Die Lehre aus dem Iran-Krieg ist, dass die USA Verbündete notfalls hängen lassen“,
sagte Major. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wie lange sich europäische Länder auf die Unterstützung der USA verlassen können.
Häufung von Vorfällen als System?
Die Sicherheitsexpertin wies darauf hin, dass viele Europäer bereit waren, verschiedene Vorfälle als unglückliche Ausrutscher zu betrachten, wie etwa die Kritik an Spaniens Verteidigungsausgaben oder die fehlende Reaktion auf Russland. Doch mit der Häufung solcher Vorfälle komme man zu der Schlussfolgerung, dass es möglicherweise ein System dahinter gibt:
„Sieben unglückliche Ausrutscher nacheinander könnten System haben.“
Schlussfolgerung
Die Entwicklungen rund um die Grönlandkrise und den Iran-Krieg haben das Vertrauen in die USA als NATO-Partner erheblich erschüttert. Europäische Länder stehen vor der Herausforderung, ihre Sicherheitsarchitektur neu zu bewerten und möglicherweise eigene Verteidigungsstrategien zu entwickeln, um auf die veränderte geopolitische Lage zu reagieren.
Quellen: n-tv
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