Deutschlands Fleischproduktion geht weiter zurück – doch Schweinefleisch bleibt trotz sinkender Bestände die wichtigste Fleischart. Steigende Kosten, strengere Auflagen und ein verändertes Konsumverhalten setzen der Branche zu. Wie stark ist der Strukturwandel – und was bedeutet das für Landwirte und Verbraucher?
Fleischproduktion in Deutschland weiter rückläufig

Deutschlands Fleischproduktion ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden weniger Tiere geschlachtet als noch in den Vorjahren. Besonders deutlich zeigt sich der langfristige Trend: Seit mehreren Jahren geht die Erzeugung kontinuierlich zurück. Gründe sind unter anderem strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft, strengere Tierhaltungsauflagen sowie eine rückläufige Nachfrage.
Trotz des allgemeinen Rückgangs bleibt eine Tierart an der Spitze: Schweinefleisch ist weiterhin das meistproduzierte Fleisch in Deutschland.
Schwein bleibt wichtigste Fleischart
Auch wenn die Schweinebestände in den vergangenen Jahren spürbar geschrumpft sind, macht Schweinefleisch weiterhin den größten Anteil an der gesamten Fleischproduktion aus. Die Zahl der geschlachteten Schweine liegt deutlich über der von Rindern oder Geflügel. Allerdings ist auch hier ein klarer Abwärtstrend zu erkennen.
Branchenexperten führen dies auf mehrere Faktoren zurück: gestiegene Produktionskosten, höhere Anforderungen an Tierwohl und Stallumbauten, zunehmende Importe sowie ein verändertes Konsumverhalten. Viele Verbraucher greifen seltener zu Fleisch oder reduzieren ihren Konsum bewusst.
Rind- und Geflügelfleisch mit gemischter Entwicklung
Während die Rindfleischproduktion ebenfalls rückläufig ist, zeigt sich beim Geflügel ein differenziertes Bild. In einzelnen Jahren konnte Geflügelfleisch leichte Zuwächse verzeichnen, insgesamt bleibt die Entwicklung jedoch volatil. Der Markt reagiert sensibel auf Futterpreise, Energie- und Transportkosten sowie auf Tierseuchen wie die Geflügelpest.
Strukturell nimmt die Zahl landwirtschaftlicher Betriebe weiter ab. Vor allem kleinere Höfe geben auf oder konzentrieren sich auf andere Produktionszweige. Der Umbau der Tierhaltung hin zu höheren Standards gilt als kostenintensiv und stellt viele Betriebe vor wirtschaftliche Herausforderungen.
Weniger Tiere, veränderte Nachfrage
Neben wirtschaftlichen Gründen spielt auch die gesellschaftliche Debatte um Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Tierwohl eine Rolle. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gesunken. Gleichzeitig wächst das Angebot pflanzlicher Alternativen, was den Markt zusätzlich verändert.
Die sinkende Produktion ist daher nicht nur Ausdruck wirtschaftlicher Probleme in der Landwirtschaft, sondern auch Teil eines strukturellen Wandels im Ernährungssektor.
Ausblick
Ob sich der Abwärtstrend fortsetzt, hängt von mehreren Faktoren ab: politischen Rahmenbedingungen, Förderprogrammen für Stallumbauten, Energiepreisentwicklung und dem Konsumverhalten der Bevölkerung. Klar ist jedoch: Die Fleischbranche befindet sich im Umbruch. Und auch wenn das Schwein weiterhin „Nummer eins“ bleibt – die Mengen werden kleiner.








