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NBA-Spektakel in Berlin: Wagner-Brüder feiern Heimsieg

Zwei Berliner auf dem Court, Klopp und Nowitzki am Spielfeldrand. Beim NBA-Spiel in der Hauptstadt stehen die Wagner-Brüder im Fokus. Mit ihren Magic müssen sie einen frühen Rückstand aufholen.

Franz Wagner kennt die Basketball-Kultur in den USA und Europa gut.
Foto: Andreas Gora/dpa

Moritz und Franz Wagner haben ihr emotionales NBA-Heimspiel in Berlin mit einem Sieg abgeschlossen. Die Brüder und Nationalmannschaftskollege Tristan da Silva gewannen mit ihren Orlando Magic beim ersten regulären Saisonspiel der Liga in Deutschland 118:111 (58:67) gegen die Memphis Grizzlies.

Nachdem sie lange besorgt waren, ob sie rechtzeitig fit werden würden, konnten beide deutschen Weltmeister spielen. Franz Wagner erzielte bei seinem Comeback nach gut einem Monat Pause 18 Punkte, sein Bruder in seinem zweiten Spiel nach der Rückkehr sieben. Da Silva erzielte acht Punkte.

Vor Beginn des Spiels brachten die deutschen Basketball-Ikonen Dirk Nowitzki und Detlef Schrempf die 13.738 Fans in der ausverkauften Uber Arena in Stimmung. Auch die Fußballstars Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels sowie das Fitness-Model Pamela Reif ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Franz Wagner: Lasst es richtig krachen heute

Franz Wagner sagte neben seinen deutschen Mitspielern an die Fans gerichtet: «Die letzten Tage hier waren unvergesslich, wir drei sind immer noch geflasht. Danke für die ganze Unterstützung, das wäre ohne euch nicht möglich. Eine Bitte habe ich: Lasst es richtig krachen heute.»

Große Begeisterung brach aus, als der 24-Jährige als letzter Spieler der Magic für die Starting Five vorgestellt wurde. Trotzdem gab es für den derzeit bestbezahlten deutschen Sportler eine Einsatzzeitbegrenzung. Die lange Pause war ihm anzumerken. Auch bei den ersten Einwechslungen von da Silva und Moritz Wagner im ersten Viertel wurde es sehr laut.

Die Grizzlies, die ohne ihren Star Ja Morant spielten, begannen stark und gingen mit 39:23 in Führung. Die deutschen Nationalspieler hatten in den ersten zwölf Minuten Schwierigkeiten und trafen keinen ihrer sechs Würfe.

Der zweite Abschnitt begann mit beiden Wagners auf dem Feld. Der jüngere Bruder traf nach knapp einer Minute erstmals. Kurz darauf verwandelte Moritz Wagner einen Dreier. Mit einem Alley-Oop verkürzte da Silva auf 45:55.

Nach der Halbzeit überholten die Magic. Moritz Wagner erzielte mit einem Hakenwurf einen Vorsprung von sieben Punkten und zog im nächsten Angriff ein Offensivfoul der Grizzlies. Es blieb jedoch bis zum Schluss knapp. Franz Wagner glich zweimal für sein Team aus und sorgte dann für das 114:109. Es gab «MVP»-Rufe von den Rängen.

Hummels und Müller am Spielfeldrand

Klopp hatte sich vor dem Spiel angeregt mit Moritz Wagner unterhalten. «Basketball an sich ist schon cool, Basketball in Deutschland ist extrem cool. Die Wagner-Brüder, das ist Wahnsinn», sagte er bei Prime Video. Die Ex-Weltmeister Hummels und Müller saßen direkt am Spielfeldrand und natürlich durften auch die Eltern der Wagners nicht fehlen.

Die Show war auch ein wichtiger Teil des Spiels. Melody Thornton sang die US-Hymne, was sowohl Pfiffe als auch viel Jubel auslöste. Zur Halbzeit trat der deutsche Rapper Luciano auf.

Die Wagners standen natürlich die ganze Woche im Fokus in ihrer Geburtsstadt. Schnitzelessen im Nobel-Restaurant Borchardt, Geschichts-Exkurs am Brandenburger Tor und ein Berliner Döner: Die Brüder aus dem Prenzlauer Berg bemühten sich, ihren Teamkollegen die Stadt und das Land näherzubringen.

Lange Schlangen für die Wagners

Ein NBA-Heimspiel für zwei deutsche Brüder – ein Novum. «Wir gucken uns die ganze Zeit an, weil das schon sehr surreal ist für uns, dass sich hier der Kreis schließt», sagte Moritz Wagner. Bei einem Meet & Greet in einem Basketball-Laden hatten die Fans am Mittwoch trotz des ungemütlichen Winterwetters in Berlin in einer langen Schlange auf der Straße gestanden. Auch bei den Terminen mit jungen Basketball-Talenten von Alba und Kindern aus Berlin waren strahlende Gesichter zu sehen.

Die Liga versuchte insgesamt mit ihrem großen Promo-Tross, neue Anhänger zu gewinnen. Laut dpa-Informationen hatten sich 450.000 Menschen registriert, um ein Ticket für die Spiele in Berlin (15. Januar) und London (18. Januar) zu kaufen.

Das Spiel und die Veranstaltungen drumherum könnten auch als Probe für den geplanten Europa-Ableger der NBA dienen. 2028 wird die Liga auf jeden Fall für ein weiteres Saisonspiel in die deutsche Hauptstadt zurückkehren, möglicherweise wird dann bereits ein Berliner Club in der NBA Europe spielen.

dpa