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Fünf Elche in Brandenburg entdeckt – Möglichkeit der dauerhaften Rückkehr im Gespräch

In Brandenburg wurden fünf Elche gleichzeitig gesichtet, was Wildtierexperten als einen neuen Rekord werten. Die Tiere könnten aus einer Population in Nordostpolen stammen und zeigen, dass die Region geeignete Lebensräume bietet.

Fünf Elche in Brandenburg gesichtet – Experten hoffen auf Rückkehr
Diego Delso via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Fünf Elche wurden in Brandenburg gleichzeitig beobachtet, ein Ereignis, das von Wildtierexperten als bemerkenswert eingestuft wird. Die Tiere scheinen aus einer Population im Nordosten Polens zu stammen. Die Sichtungen fanden in mehreren Gebieten statt, darunter der Oder-Spree-Kreis, die Region Nuthe-Nieplitz, Barnim und Spreeau.

Frank-Uwe Michler, Wildbiologe an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der zusammen mit dem Landeskompetenzzentrum Forst das Monitoring der Elche koordiniert, bewertete die gleichzeitige Sichtung von fünf Elchen als neuen Rekord. Michler erklärte, dass Brandenburg eine zentrale Rolle für die Wanderungen der Elche nach Deutschland spielt, da viele Tiere aus großen Populationen im Nordosten Polens in die Region gelangen. Diese durchqueren Polen, schwimmen über die Oder und finden ihren Weg in die Brandenburger Landschaft.

Die genauen Sichtungsorte umfassen unter anderem zwei Elche im Oder-Spree-Kreis, den bekannten Elch Bert in der Nuthe-Nieplitz-Region und einen weiteren jungen Bullen im Barnim. Anfang Juni wurde zudem ein Elch an einer Grünbrücke an der A12 durch eine Fotofalle erfasst. Besonders auffällig ist die Beobachtung von zwei Elchen in der Nähe von Grünheide am Autobahndreieck Spreeau, da Elche in der Regel Einzelgänger sind.

Obwohl Elche in Brandenburg noch rar sind, gibt es Hoffnung auf eine dauerhafte Ansiedlung dieser Tiere. Michler wies darauf hin, dass die Region mit ihren Feuchtgebieten, Schilfflächen und dünn besiedelten Gebieten geeignete Lebensräume bietet. Kommt es während der Brunftzeit zu Begegnungen zwischen Männchen und Weibchen, könnte sich eine kleine Population entwickeln. Langfristig hält Michler die Etablierung eines Bestands von bis zu 20 Elchen in Brandenburg für realistisch.

Dennoch stellen die warmen Sommermonate eine Herausforderung für die Elche dar, die an kühlere Klimazonen angepasst sind. Bereits Temperaturen über fünf Grad Celsius im Winter können für die Tiere problematisch sein, während sie bei über 20 Grad im Sommer Unbehagen empfinden. Um diesen extremen Bedingungen zu entkommen, suchen sie oft Feuchtgebiete auf, wo sie sich stundenlang im Wasser aufhalten oder tagsüber in Schilf- und Moorlandschaften verstecken. Nachts sind sie aktiver, was erklärt, warum sie trotz ihrer Größe selten beobachtet werden.

Um den Umgang mit den Elchen in Brandenburg zu regeln, wird derzeit ein neuer Managementplan entwickelt, der bald veröffentlicht werden soll. Dieser Plan wird darlegen, wie die Behörden reagieren sollen, wenn ein Elch beispielsweise eine Autobahn überquert oder in der Nähe von Siedlungen auftaucht.


Quellen: tagesschau, Fünf Elche streifen zurzeit durch Brandenburg, Neuer Rekord: Gleich fünf Elche streifen durch Brandenburg

Bildquelle: Diego Delso via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

TS