Deutschland hat sich von russischem Gas unabhängiger gemacht, importiert nun jedoch zunehmend Flüssiggas aus den USA. Experten warnen vor neuen Abhängigkeiten und möglichen Preisanstiegen bei einem Stopp der US-Exporte durch Donald Trump.
Gasabhängigkeit neu definiert: Deutschlands Wechsel von Russland zu den USA

Deutschland bezieht mittlerweile etwa zwölf Prozent seiner Gasimporte in Form von Flüssiggas (LNG) aus den USA. Diese Entwicklung hat die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringert, bringt jedoch neue Risiken für die Preisgestaltung und die Versorgungssicherheit mit sich.
Aktuelle Situation der Gasversorgung
Die Gasspeicher in Deutschland sind zu dieser Jahreszeit so niedrig gefüllt wie nie zuvor. Diese niedrigen Füllstände sind nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar, da die neu entwickelte LNG-Infrastruktur es ermöglicht, kurzfristig Flüssigerdgas zu importieren. Diese Umstellung hat Deutschland von der Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen befreit, jedoch sind neue Abhängigkeiten entstanden, insbesondere von den Entscheidungen des US-Präsidenten.
Risiken durch US-Lieferungen
Ein Stopp der LNG-Exporte durch Donald Trump könnte im schlimmsten Fall zu einem Gasmangel in Deutschland führen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Gaspreise in einem solchen Szenario stark ansteigen würden.
“Allein die Ankündigung der US-Regierung, Exportgenehmigungen möglicherweise zu widerrufen, würde den Preis in Europa scharf nach oben treiben”, erklärte Andreas Goldthau, Direktor der Willy Brandt School of Public Policy an der Universität Erfurt.
Einfluss des Iran-Kriegs
Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Iran-Krieg, haben die Situation zusätzlich verschärft. Die stark beschädigte LNG-Exportinfrastruktur Katars führt dazu, dass das Angebot auf dem Weltmarkt auch mittelfristig eingeschränkt bleibt. In diesem Kontext gewinnt US-amerikanisches Erdgas zunehmend an Bedeutung.
Abhängigkeit von verschiedenen Lieferanten
Deutschland deckt etwa zehn Prozent seines gesamten Gasverbrauchs mit LNG aus den USA. Laut Sebastian Gulbis, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Enervis, stammen mehr als 90 Prozent des in Deutschland importierten Flüssiggases aus den USA. Auch andere zentrale Gaslieferanten wie Belgien und die Niederlande importieren LNG aus den USA, was bedeutet, dass insgesamt etwa ein Fünftel aller deutschen Gasimporte aus den USA stammt.
Vergleich mit Norwegen
Im Vergleich dazu ist die Abhängigkeit von norwegischem Gas mit 42 Prozent aller Gasimporte deutlich größer. Norwegen gilt jedoch als zuverlässigerer Partner als die USA unter der aktuellen Administration.
“Die USA haben durch ihre LNG-Lieferungen nach Europa einen mächtigen Erpressungshebel”, sagte Goldthau.
Marktdynamik und mögliche Alternativen
Ein Exportstopp durch Trump würde nicht nur die Geschäftstätigkeit von US-Unternehmen stark beeinträchtigen, sondern auch die gesamte Marktdynamik verändern.
“Wenn Trump die LNG-Exporte stoppen würde, müssten europäische Länder um die verbleibenden Mengen auf dem Weltmarkt konkurrieren”, erläuterte Gulbis.
Dies könnte zu einem Preisschock führen, da das LNG dorthin fließen würde, wo die Zahlungsbereitschaft am höchsten ist.
Fazit
Die Abhängigkeit von US-Flüssiggas stellt für Deutschland und Europa eine neue Herausforderung dar. Die Diversifizierung der Bezugsquellen könnte zwar eine Lösung bieten, jedoch sind alternative Lieferanten oft teurer. Angesichts der niedrigen Speicherfüllstände hat Deutschland LNG als Gasquelle fest eingeplant, was die Abhängigkeit von den USA weiter verstärkt.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: Bildquelle: Julia Taubitz auf Unsplash
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








