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Gewerkschaft kritisiert mangelnde Effekte der Steuerreform in der Gastronomie

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisiert die Mehrwertsteuersenkung für Speisen, da nur ein Prozent der Preise gesenkt wurde. Statt Entlastung erleben viele Beschäftigte steigenden Frust und fordern bessere Arbeitsbedingungen.

Gewerkschaft sieht Ziel verfehlt: Studie: Gastronomie-Steuersenkung kommt bei Gästen nicht an
KI-generiert

Die zentrale Streitfrage betrifft die Wirksamkeit der seit Januar 2023 eingeführten Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent für Speisen in der Gastronomie. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bewertet die Maßnahme als unzureichend, da die erhofften positiven Effekte, sowohl für die Gäste als auch für die Branche, nicht eingetreten sind. Preise der meisten Gerichte blieben nahezu konstant, was zu wachsendem Unmut unter den Beschäftigten führt.

Eine umfassende Untersuchung von mehr als 180.000 Gerichten in über 12.000 Gastronomiebetrieben stellte fest, dass lediglich ein Prozent der analysierten Speisen zu einem günstigeren Preis angeboten wurde. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise bei rund acht Prozent der Gerichte. Dies führte dazu, dass 91 Prozent der Preise stabil blieben. Besonders betroffen von Preissteigerungen waren Gerichte wie Schnitzel, Steaks und Bowls, die im Durchschnitt um 0,5 Prozent teurer wurden. In bestimmten Regionen, vor allem in Nordrhein-Westfalen, waren die Preissteigerungen noch deutlicher ausgeprägt.

Die NGG sieht die Arbeitgeber in der Verantwortung für diese Entwicklung.

„Die angestrebte Entlastung für die Verbraucher wurde nicht realisiert“,

kommentierte NGG-Vorsitzender Guido Zeitler. Er wies zudem darauf hin, dass immer mehr Beschäftigte, konkret 71 Prozent, über einen Wechsel der Branche nachdenken. Zeitler fordert eine grundlegende Reform der Personalpolitik, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Zudem betont er die Dringlichkeit von besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen, anstatt den Acht-Stunden-Tag zu hinterfragen.

Die Bundesregierung, bestehend aus Union und SPD, hatte die Mehrwertsteuer auf Speisen dauerhaft von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent gesenkt, um den Anforderungen der Gastronomiebranche nachzukommen. Im Gesetzentwurf wurde darauf hingewiesen, dass die vollständige Weitergabe der Steuerentlastung theoretisch zu einer Preissenkung von etwa zehn Prozent hätte führen können. Die Realität zeigt jedoch ein anderes Bild.

Zusätzlich zu den Preisentwicklungen zeigt eine Umfrage unter über 2000 Gastronomie-Beschäftigten, dass viele von ihnen unter den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen leiden. Nahezu die Hälfte der Befragten arbeitet regelmäßig zwischen acht und zehn Stunden pro Tag, während drei Viertel berichten, dass sie sich nach der Arbeit nicht ausreichend erholen können. 79 Prozent klagen über kurzfristige Änderungen im Dienstplan, die die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschweren. Angesichts dieser Umstände verlangen 96 Prozent der Befragten eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit.

Die NGG ist bestrebt, den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA) zu erhöhen. Zeitler kritisierte die Blockadehaltung der Arbeitgeber bei Lohnerhöhungen und betonte, dass die Beschäftigten nicht länger die negativen Folgen von Personalmangel und Arbeitsverdichtung tragen dürften.


Quellen: n-tv, WDR

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS