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Griechenland: Sechstagewoche und lange Arbeitszeiten trotz wirtschaftlichem Aufschwung

In Griechenland arbeiten viele Beschäftigte bis zu 13 Stunden täglich und oft sechs Tage die Woche. Während der Tourismus boomt, bleibt die Frage, ob längere Arbeitszeiten tatsächlich zu mehr Wohlstand führen.

Griechenland: Sechstagewoche und lange Arbeitszeiten – ein zweischneidiges Schwert?
Shutterstpck / Volodymyr TVERDOKHLIB

In Griechenland arbeiten Beschäftigte durchschnittlich 40 Stunden pro Woche, was im europäischen Vergleich zu den längeren Arbeitszeiten zählt. In der Hochsaison sind über 750.000 Menschen im Tourismussektor beschäftigt, was die Bedeutung dieser Branche für die griechische Wirtschaft unterstreicht.

Einführung der Sechstagewoche

Vor zwei Jahren führte die griechische Regierung die Sechstagewoche für bestimmte Unternehmen ein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Diese Reform ist Teil umfassenderer Änderungen auf dem griechischen Arbeitsmarkt. Die Sechstagewoche gilt jedoch nicht für alle Beschäftigten, sondern vor allem für Unternehmen, die rund um die Uhr tätig sind, wie in der Industrie. Die Fünftagewoche bleibt weiterhin bestehen.

Regelungen im Tourismussektor

Im Tourismussektor, der für Griechenland von zentraler Bedeutung ist, bleibt es bei fünf Arbeitstagen mit maximal 40 Stunden pro Woche. Dennoch wurden neue Arbeitszeitregelungen eingeführt, die unter bestimmten Bedingungen Arbeitstage von bis zu 13 Stunden ermöglichen. Arbeitsministerin Niki Kerameus betont, dass dies eine Ausnahme darstellt, die nur an maximal 37 Tagen im Jahr und mit Zustimmung der Beschäftigten zulässig ist.

Wirtschaftliche Entwicklung Griechenlands

Die griechische Wirtschaft hat sich nach der Finanzkrise und der Coronapandemie erholt. Laut Arbeitsökonom Panos Tsakloglou wächst das Bruttoinlandsprodukt seit einigen Jahren um über zwei Prozent jährlich, während die Arbeitslosigkeit von 28 Prozent auf etwa acht Prozent gesenkt werden konnte. Der Tourismus trägt mit 13 Prozent zum BIP bei und bleibt ein wesentlicher Wachstumsmotor.

Herausforderungen trotz Wachstums

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs profitieren nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt weiterhin unter dem Niveau von 2007. Der gesetzliche Mindestlohn wurde im Frühjahr 2026 auf 920 Euro brutto pro Monat angehoben, während das Durchschnittsgehalt nur geringfügig darüber liegt, zwischen 1200 und 1400 Euro brutto. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten stark gestiegen.

Finanzielle Belastungen der Bevölkerung

Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihre täglichen Ausgaben zu decken. Georgios Ioannidis vom griechischen Zentrum für Wirtschaftsforschung KEPE berichtet, dass ein durchschnittlicher Beschäftigter sein Gehalt oft bereits zur Monatsmitte aufgebraucht hat. Besonders Selbstständige sind betroffen, die im Schnitt rund 50 Stunden pro Woche arbeiten und häufig auch am Wochenende tätig sind.

Ungleichheit trotz wirtschaftlichem Wachstum

Obwohl die griechische Wirtschaft wächst, bleibt die Verteilung des Wohlstands ungerecht. Arbeitsmarktexperte Georgios Ioannidis erklärt, dass viele Arbeitnehmer keine spürbare Verbesserung ihrer Lebensumstände erfahren, obwohl die Wirtschaftslage sich verbessert hat. Die Produktivität in Griechenland zählt zu den niedrigsten in der EU, was teilweise auf die Vielzahl kleiner Betriebe und den großen Dienstleistungs- und Tourismussektor zurückzuführen ist.

Notwendigkeit von Investitionen

Ökonom Jens Bastian fordert Investitionen in Innovation, Bildung, Forschung und Entwicklung, um die Produktivität zu steigern. Zudem müsse das Bildungssystem besser darauf ausgerichtet werden, jungen Menschen den Zugang zu gut bezahlten und qualifizierten Arbeitsplätzen zu ermöglichen.

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Quellen: deutschlandfunk, MDR, n-tv

Bildquelle: Shutterstpck / Volodymyr TVERDOKHLIB

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

Ronny Winkler