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Guirassy lässt Dortmund hoffen gegen Heidenheim

Doppelpack des Krisen-Stürmers dreht Spiel und verkürzt Rückstand auf Bayern in packendem Bundesliga-Duell.

Doppelpack für BVB-Stürmer Serhou Guirassy
Foto: Bernd Thissen/dpa

Nur noch sechs Punkte Rückstand auf den FC Bayern: Ausgerechnet Krisen-Stürmer Serhou Guirassy hat Borussia Dortmund mit einem Doppelpack gegen den 1. FC Heidenheim neue Hoffnung im Meisterschaftsrennen der Fußball-Bundesliga gegeben. Der Tabellenzweite rang das Schlusslicht nur mit viel Mühe nach einem lange ganz schwachen Auftritt mit 3:2 (1:1) nach 1:2-Rückstand nieder.

Guirassy, der seit Wochen in schlechter Form war, drehte das Spiel mit einem Doppelschlag (68. Minute/Handelfmeter, 69.), aber er verschoss auch einen weiteren Foulelfmeter (85.). Zuvor hatte Waldemar Anton Dortmund in Führung gebracht, während Julian Niehues aus Heidenheim ebenfalls mit einem Doppelpack (45.+5/48.) den Außenseiter von der großen Überraschung träumen ließ.

Egal wie: Dortmund nutzt Bayern-Patzer aus

Die Gäste sind seit zwei Monaten sieglos geblieben. Das Team von Trainer Frank Schmidt hat nun einen Rückstand von fünf Punkten auf den Relegationsplatz. Der BVB ist das Bundesligateam, das am längsten ungeschlagen ist. Mit 45 Punkten aus 20 Spielen stehen die Westfalen so gut da wie seit Jahren nicht. Darüber hinaus haben die Dortmunder die beiden Fehler des Tabellenführers München gegen Augsburg (1:2) und gegen den HSV (2:2) ausgenutzt und den Rückstand innerhalb einer Woche von elf auf sechs Punkte verkürzt.

Trotz der sehr guten Tabellensituation der Dortmunder ließ das Spiel einmal mehr zu wünschen übrig. Im ersten Durchgang war es vor allem ein Hängen und Würgen, was die 81.365 Zuschauer zu sehen bekamen. Dortmund spielte ohne jeglichen Esprit gegen den Tabellenletzten. Ein Offensiv-Plan war kaum erkennbar. Wenn es mal gefährlich wurde, wirkte es eher zufällig als einstudiert. Torszenen gab es kaum.

Die ersten Möglichkeiten im Spiel hatten tatsächlich die biederen Gäste. Allerdings schien Eren Dinkci überrascht zu sein, als ihm der Ball nach etwa einer halben Stunde im Strafraum zufiel. Der Leihspieler vom SC Freiburg schob den Ball in die Arme von BVB-Torhüter Gregor Kobel.

Lange Zeit schwaches BVB-Spiel

Guirassy hatte auf der anderen Seite etwa zehn Minuten später eine große Chance, seine Torsperre zu überwinden. Der Guineer hob den Ball jedoch an die Latte. Trotz seiner anhaltenden Formkrise erhielt Guirassy erneut die Möglichkeit, von Anfang an zu spielen, und war auch am Führungstreffer des BVB beteiligt.

Der ehemalige Dortmunder Diant Ramaj im Tor von Heidenheim wurde nach einer Ecke vom Angreifer so irritiert, dass er den Ball fallen ließ und Anton nur noch einschieben musste. Das Tor wurde gewertet, obwohl Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck kurz zuvor in einer ähnlichen Situation auf der anderen Seite ein Foul an BVB-Torhüter Gregor Kobel erkannt hatte.

Die Führung, die ohnehin etwas glücklich war, hielt bis zur Halbzeitpause nicht an. Mathias Honsak aus Heidenheim trieb den Ball über die linke Seite nach vorne und profitierte dabei auch von einer Verletzung von Filippo Mané, der das Laufduell abbrechen musste und in der Pause ausgewechselt wurde. Im Strafraum verwertete Niehues den Ball im zweiten Versuch und dabei im Fallen. Dies war nicht unverdient, da von Dortmund bis dahin viel zu wenig kam.

Als Heidenheim in Führung ging, tobt das Stadion

Nach der Halbzeitpause wurde die Situation noch schlimmer. Wieder einmal brachte Niehues den großen Außenseiter mit einem kraftvollen Weitschuss sogar in Führung. Die Reaktion darauf war ein wütendes Pfeifkonzert, besonders von den Fans auf der Südtribüne. Auffällig bei den Gastgebern war vor allem das weiterhin unsaubere Passspiel, das Kovac schon vor Wochen kritisiert hatte. Viele Bälle wurden nachlässig und auf den falschen Fuß gespielt.

Kovac reagierte auf den Rückschlag, indem er Maximilian Beier und Carney Chuwuemeka einwechselte. Die Angriffsbemühungen waren jedoch zu umständlich und manchmal zu eigensinnig. Die Pfiffe wurden immer lauter, aber nach 67 Minuten brach Jubel aus, als Schiedsrichter Jöllenbeck dem BVB nachträglich einen Handelfmeter zusprach, nachdem der Videoschiedsrichter intervenierte. In Abwesenheit des erkrankten Kapitäns Emre Can übernahm Guirassy die Verantwortung, da der ursprünglich vorgesehene Nico Schlotterbeck seinem Torjäger den Vortritt ließ. Dieser erzielte dann den Ausgleich.

Der Angreifer, der zuvor erst einmal im neuen Jahr getroffen hatte, schien dadurch motiviert zu werden. Mit dem nächsten Angriff erzielte der 29-Jährige das glückliche Führungstor für die Dortmunder, die danach befreiter spielten. Guirassy verpasste es jedoch in der Schlussphase, das Spiel durch einen Foulelfmeter zu entscheiden, und schoss den Ball über das Tor.

dpa