In Nordrhein-Westfalen wurden mehrere Städte, darunter Köln, als Risikogebiete für das Hantavirus ausgewiesen, wobei das Risiko in Köln als niedrig eingestuft wird. Der Kreis Coesfeld hat ein mittleres Risiko aufgrund einer hohen Nagetierpopulation, die als Hauptüberträger des Virus gilt.
Hantavirus: Risikoeinstufungen für Köln und Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben

Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz hat in Nordrhein-Westfalen mehrere Städte und Kreise als mögliche Risikogebiete für das Hantavirus ausgewiesen. In Köln sowie in 15 weiteren Regionen wird ein niedriges Risiko festgestellt, das über dem allgemein als gering eingestuften Risiko liegt.
Der Kreis Coesfeld erhält hingegen die Einstufung „mittleres Risiko“, was auf eine hohe Dichte an Nagetieren in dieser Region zurückzuführen ist. Mäuse und Ratten sind die Hauptüberträger des Virus auf den Menschen.
Ein Vorfall auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sorgte international für Aufsehen, als mehrere Passagiere an einer plötzlichen Krankheit starben. Auf dem Weg von Ushuaia in Argentinien nach Kap Verde verstarben drei Passagiere, darunter ein deutscher Staatsbürger. Bei zwei der Verstorbenen wurde das Hantavirus nachgewiesen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte Besorgnis über mögliche Anzeichen einer Übertragung von Mensch zu Mensch, was als äußerst ungewöhnlich gilt. Normalerweise erfolgt die Übertragung durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel von Nagetieren, die entweder eingeatmet oder über kontaminierte Lebensmittel aufgenommen werden.
In Deutschland verlaufen die meisten Hantavirus-Infektionen ohne schwerwiegende Folgen. Betroffene berichten gelegentlich von Gliederschmerzen oder Schüttelfrost. In schweren Fällen kann es jedoch zu Nierenfunktionsstörungen kommen. Tödliche Verläufe sind in Europa selten, während in anderen Teilen der Welt aggressivere Erreger vorkommen können.
Im Jahr 2026 wurden in Nordrhein-Westfalen bislang zwölf Hantavirus-Erkrankungen registriert, während es im Vorjahr 58 Fälle gab. Drei der aktuellen Fälle wurden in der vergangenen Woche im Rhein-Erft-Kreis gemeldet, der ebenfalls als Gebiet mit niedrigem Risiko gilt. Auch der Rheinisch-Bergische Kreis, der Kreis Düren und die Städteregion Aachen fallen in diese Kategorie.
Die meisten Infektionen verlaufen symptomfrei, und es existiert keine spezifische Impfung oder Behandlung gegen das Virus. Um sich zu schützen, wird empfohlen, beim Reinigen von möglicherweise von Nagetieren bewohnten Bereichen in der Nähe von Wohnhäusern Handschuhe und Atemschutzmasken zu tragen. Bereits aufgewirbelter Staub kann ausreichen, um das Virus einzuatmen.
Quellen: t-online
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