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Jens Spahn – Gehalt und Vermögen

Spahn ist nicht ohne Grund vermögend. Von Beginn seiner Karriere an verknüpfte er es mit Investments. Es ist sein System des Aufstiegs.

Foto: BMG

Spahn ist nicht ohne Grund vermögend. Von Beginn seiner Karriere an verknüpfte er es mit Investments. Es ist sein System des Aufstiegs.

Jens Spahn ist überzeugt, dass er das Zeug zum Kanzler hätte. Die Mechanismen der politischen Eigenvermarktung beherrscht er zumindest – Dank 20 Jahren Erfahrungen in der Politik.

Das ist aber nur die eine Seite des Gesundheitsministers. Es gibt aber die dunklere Seite des politischen Strahlemanns. Die nennen seine Anwälte privat. Deshalb darf Newsflash24 bis heute den konkreten Kaufpreis nicht nennen.

Wahrscheinlich ist es Spahn bewusst, dass es sich im Sommer 2020 nicht um den optimalen Zeitpunkt für den Kauf einer Immobilie handelte. Seit er sich in der Politik  engagiert, verfolgt Spahn eine eng mit seinem politischen Vorankommen verflochtene Investment-Strategie. Interessenkonflikte bestritt der Minister dabei stets.

Politische Karriere

Am 18. Oktober 2002 verbinden sich Spahns politische Karriere und seine persönlichen Investitionen das erste Mal. Der 22-Jährige gewinnt eine Kampfabstimmung. Wie aus Grundbuchunterlagen des Amtsgerichts Ahaus hervorgeht, erwirbt Spahn am 18. Oktober 2002 von einem Parteifreund seine wahrscheinlich erste Immobilie, die er immer noch besitzt und als Hauptwohnsitz angibt. 91 Quadratmeter, Balkon, Garage, Stellplatz: Es ist nicht exklusiv oder extravagant, eher etwas Grundsolides, das der Berufseinsteiger sich zulegt, berichtet t-online.de.

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1.) Zwei Kredite in niedriger sechsstelliger Höhe muss der 22-Jährige, der frisch seine Bankausbildung beendet hat, für die Wohnung aufnehmen. Es sind keine üppigen Darlehen, aber als Lehrling mit ca. 1.000 Euro brutto im Monat doch erheblich. 6.878 Euro brutto beträgt die monatliche Diät für Abgeordnete zum damaligen Zeitpunkt.

Mit dem Einzug in den Bundestag 2002 verbessert sich seine Situation erheblich.

2.) Als er 2005 an einer Gesundheitsreform schraubt, gründet er zusammen mit seinem Bürochef und einem befreundeten Lobbyisten die Agentur „Politas“. Sie berät auch Kunden aus dem Pharmabereich. Lässt sich das sauber von seiner Arbeit trennen? „Politas“ protzt mit guten Kontakten in den Bundestag: „Ganz gleich, ob es um eine Anhörung, ein Hintergrundgespräch oder um eine Plenardebatte geht. Wir sind für Sie dabei.“

3.)Dem „Focus“ zufolge soll Spahn mindestens an einer Gewinnausschüttung beteiligt und mitverdienen. Als das ach so diskrete Firmenkonstrukt Jahre später auffliegt, will Spahn seine Anteile längst verkauft haben. Er spielt das Unschuldslamm. Interessenkonflikte sieht er nicht.

4.) In der Mitte des Jahres 2009, wird Spahn zeitweilig in den Aufsichtsrat der Signal Iduna Pensionskasse berufen. Da er wenig später zum gesundheitspolitischen Sprecher der Union aufsteigt, legt er 2010 den Posten nieder. Um den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden, wie er ausdrücklich betont.

5.) 2009 zieht Spahn in den Kreistag ein, während sein Kumpan Kai Zwicker mit Spahns Unterstützung Landrat wird. Pikant: Im Kreis Borken haben Zwicker und Spahn auch ähnliche Aufgaben. Eine davon ist über mehrere Jahre die gemeinsame Berufung in den Verwaltungsrat der Sparkasse Westmünsterland 2009. Laut der Jahresabschlüsse der Sparkasse fallen zwischen 2011 und 2015 für Spahn jährlich rund 10.000 Euro brutto an. Nicht so viel für jemanden, der in dieser Zeit jährlich zwischen gut 90.000 und rund 110.000 Euro Diäten im Bundestag bekommt. Aber wesentlich mehr als bei den meisten anderen Verwaltungsräten der Sparkasse. Lediglich die Landräte erhalten mehr.

6.) Im Jahr 2012, so ist es in den Grundbuchunterlagen der Stadt Ahaus festgehalten, die t-online vorliegen sollen, tritt die Bank, bei der Spahn am Anfang seiner Karriere einen Kredit für eine Eigentumswohnung aufgenommen hat, einen Teil der Forderung ab – an die Sparkasse Westmünsterland, in deren Verwaltungsrat Spahn zu diesem Zeitpunkt sitzt. Das ist nicht verboten, aber hat einen Beigeschmack. „Es handelt sich dabei um sogenannte „Organkredite“, die besonders auf Interessenkonflikte geprüft werden müssen“, berichtet t-online.

7.) 2013 zieht der ehrgeizige Politiker ins Präsidium der CDU ein. Zwar wird seine Diät gekürzt als Parlamentarischer Staatssekretär, dafür gibt es aber eine stattliche Vergütung von mehr als 10.000 Euro.

Was Manchem als Karriere-Sackgasse erscheint, ist für Spahn eine Einbahnstraße – nach oben. Er nutzt den Job im Ministerium, und setzt auf Finanztechnologie. Eine „pfiffige Idee“ wird Spahn das Produkt später nennen, in das er 15.000 Euro steckt, berichtet t-online.de. Er erwirbt Anteile in Höhe von 1,25 Prozent an der „Pareton GmbH“. Das Start-up ist Spezialist für  Steuer-Software. Für das Investment erhält Spahn, der von Steuergeldern bezahlt wird, noch 3.000 Euro staatlichen Zuschuss aus einem Fördertopf des Wirtschaftsministeriums obendrauf. Alles auf Kosten des Steuerzahlers. Erst nach heftiger Kritik zieht Spahn sich aus Investment zurück und zahlt den Zuschuss zurück. Ob er beim Verkauf Gewinn gemacht hat, darüber schweigt er.

8.) 2015 erwirbt er laut „Stern“ und „Tagesspiegel“ eine Wohnung in Berlin-Schöneberg. Dafür soll „ein hoher sechsstelliger Betrag“ fällig geworden sein. Mieter wird mehreren Medienberichten zufolge der FDP-Chef Christian Lindner.

9.) 2018 steigt er zum Gesundheitsminister auf. Als Minister und Abgeordneter bezieht er rund 20.000 Euro im Monat.

10.) Aber Spahn scheint sich die Finger nicht schmutzig gemacht zu haben. Es liegen keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten von Jens Spahn oder Personen in seinem Umfeld vor. Es hat bei Kreditvergaben nicht gegen Gesetze verstoßen. Das gilt für die Unternehmensbeteiligungen in seiner Zeit als Gesundheitspolitiker und im Finanzministerium.

Damit bleibt noch zu klären, wie politisch sein erworbenes Vermögen ist. Ob der Minister und seine Anwälte weiter Auskünfte abblocken werden, wird sich noch zeigen.

Jens Spahn: So viel verdient der Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn: Lebenslauf, Gehalt und Familie

Jens Spahn unterscheidet sich von anderen Politiker. Er ist bekennender Homosexueller und vertritt gleichzeitig konservative Werte. Mit seiner direkten und offenen Art eckt er oft an. Erfahren Sie hier mehr über seinen Lebenslauf, seine Familie und sein Gehalt.  

Jens Georg Spahn wurde am 16. Mai 1980 in Ahaus geboren. Seine Eltern sind Ulla Spahn und Georg Spahn.

Seine Kindheit verbrachte er im nordrhein-westfälischen Ottenstein (Ortsteil von Ahaus) zusammen mit seinen beiden jüngeren Geschwistern.

1999 absolvierte Spahn sein Abitur an der Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus. Danach absolvierte er eine duale Berufsausbildung zum Bankkaufmann bei der Westdeutschen Landesbank in Münster. 2001 erreichte Spahn dort seinen IHK-Abschluss.

Zwischen 2003 und 2017 studierte Spahn dann Politikwissenschaft an der Fernuniversität Hagen. Das Studium Schloss er mit dem Master-Titel ab.

Über die Höhe seines Gehalts wird oft spekuliert. Der Politiker ist 1,92 Meter groß. Laut Bundesministergesetz liegt sein monatliches Gehalt ein Drittel höher als die Besoldungsstufe B11 für Beamte. Das wären dann rund 18.800 Euro pro Monat. Hinzu kommen Bezüge als Abgeordneter von rund 4.900 Euro pro Monat.

Somit kommt Spahn auf ein Jahresgehalt von etwa 285.000 Euro.

Nebentätigkeiten:

Mitglied des Stiftungskuratoriums Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) Bonn, Deutschland

Vorsitzender des Stiftungsrates (bis 14.03.2018) Stiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“ Bonn, Deutschland

Mitglied des Kuratoriums (bis 14.03.2018) Kulturstiftung des Bundes Halle/Saale Deutschland seit

Mitglied des Beirates Jugend gegen AIDS e.V. Hamburg Deutschland seit 07.02.2018

Mitglied des Kuratoriums (bis 14.03.2018) Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Osnabrück Deutschland

Mitglied des Stiftungsrates Deutsche AIDS-Stiftung, Bonn, Deutschland

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