Sieg in Leverkusen, Dreier gegen die Eintracht – aber nur ein Punkt zum Abschluss der Englischen Woche: Der VfB Stuttgart trennt sich 1:1 von Union Berlin.
Jeong antwortet Führich: Kein Sieger zwischen VfB und Union

Viele Duelle, wenig Geschwindigkeit – und kein Gewinner: Der VfB Stuttgart verpasste durch das 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin einen erfolgreichen Abschluss seiner bis dahin so erfolgreichen Englischen Woche. In einem über weite Strecken zähen Spiel brachte ein Geniestreich von Nationalspieler Chris Führich die Führung (59. Minute), die Wooyeong Jeong gegen seine ehemaligen Teamkollegen in der Schlussphase noch ausglich (83.).
Der Gewinner des DFB-Pokals versäumte es, vor dem bevorstehenden Europa-League-Duell bei der AS Rom den dritten Platz in der Fußball-Bundesliga zu erreichen und weiter Selbstvertrauen zu sammeln. Union zeigte sich vor 59.500 Zuschauern jedoch über weite Strecken aggressiv in den Zweikämpfen und erzielte so das dritte Unentschieden in Folge.
Plan zu ernst genommen
«Bring den Ball nach vorn, hab ’ne Klarheit und versuch‘, das Ding Richtung Tor zu bringen. Darum wird’s gehen: Verteidige tief, verteidige hart», hatte Union-Coach Steffen Baumgart seinen Plan vor dem Spiel bei DAZN beschrieben.
Seine Mannschaft hat jedoch den Auftrag bereits in der ersten Aktion etwas zu ernst genommen: Nach einem langen Ball von Diogo Leite in die Stuttgarter Hälfte holte Livan Burcu seinen Gegenspieler Maximilian Mittelstädt rüde von den Beinen – mit Gelb war er dabei noch gut bedient.
Anders als erwartet waren die Schwaben nicht oft dominierend im Spiel. Trotzdem kam es durch Josha Vagnoman zur ersten gefährlichen Situation (6.). Auch die Berliner tauchten regelmäßig vor dem VfB-Tor auf – nicht nur bei Standards. Nach einem Fehler von Stuttgarts Abwehrchef Jeff Chabot versuchte Andrej Ilic zu genau zu sein und traf den Pfosten (14.).
Favorit ohne Kontrolle
Trainer Sebastian Hoeneß hatte erklärt, dass der VfB «ein Stück weit der Favorit» sei. Ihm war aber auch klar: Wenn sein Team die Umschaltmomente auslässt, stehen die Unioner schnell wieder kompakt in ihrem tiefen, fast unüberwindbaren Block. «Dann ist es nicht ganz so einfach, dort Dinge zu kreieren», erklärte der Coach. Weil die Gastgeber mit Spielzügen selten für Unruhe sorgten, probierte es Mittelstädt erfolglos aus der Distanz (26.).
Der VfB machte viele ungewöhnliche Fehler im Spielaufbau und im Kombinationsspiel. Auch Torhüter Alexander Nübel konnte in dieser Hinsicht nicht mithalten und hatte einen Ausrutscher. Jedoch konnte auch diesmal der heraneilende Ilic keinen Nutzen daraus ziehen (31.).
Doppelchance für den VfB
Die Stuttgarter waren nach der Halbzeitpause aktiver. Zuerst drang Führich in den Strafraum ein, fand jedoch keinen Mitspieler. Kurz darauf gelangte der Ball glücklich zu Undav, der an Frederik Rönnow scheiterte (49.).
Der Schwung, den die Hoeneß-Truppe kurzzeitig aufgenommen hatte, ging schnell verloren und Union machte wieder mehr. Burcu fehlten nur wenige Zentimeter, um im Fünfmeterraum an den Ball zu gelangen. Auch Janik Haberer verpasste knapp die Führung der Gäste. Umso überraschender durften die Gastgeber dann jubeln – dank Führichs Schlenzer.
Die Union gab sich nicht geschlagen, aber den Hauptstädtern fehlte zunächst die Durchschlagskraft. Allerdings kam Union kurz nachdem Angelo Stiller das 2:0 für den VfB verpasste (80.) doch noch zum Ausgleich. Jeong schoss den Ball nach einer Vorlage von Stanley Nsoki aus zehn Metern mit links sehenswert zum 1:1 ins Stuttgarter Tor, Nübel konnte nichts ausrichten. Als Jeong erneut vor dem VfB-Torhüter auftauchte, hielt dieser stark (88.).








