Jürgen Zeltinger, der als Erfinder der kölschen Rock-Musik gilt, spricht über seinen bevorstehenden Auftritt beim Wacken-Festival und reflektiert über seine Karriere und persönliche Reue. Er betont seine Freundschaft zu Wolfgang Niedecken und kündigt an, dass ein neuer Song von Niedecken für sein…
Jürgen Zeltinger: Ein Rückblick auf Wacken, musikalische Höhen und persönliche Einsichten

Jürgen Zeltinger, ein prominenter Vertreter des Kölschrock, hat in einem Interview über seine bevorstehenden Auftritte und seine musikalische Laufbahn gesprochen. Der 76-Jährige hat eine schwere Zeit hinter sich, nachdem er Leberkrebs überstanden hat und fast 60 Kilogramm abgenommen hat. Am 1. August wird er beim renommierten Heavy-Metal-Festival in Wacken auftreten, was als einer der Höhepunkte seiner Karriere gilt.
Im Gespräch äußerte Zeltinger, dass er sich als einer der Pioniere der kölschen Rockmusik sieht. Er betont, dass er der Erfinder dieses Musikstils sei und dass Bands wie BAP, die nach ihm kamen, nicht mit der Rockmusik in Verbindung gebracht werden sollten. Trotz der Popularität von BAP und deren Frontmann Wolfgang Niedecken, mit dem er befreundet ist, empfindet Zeltinger keinen Neid. Er beschreibt Niedecken als einen Künstler, der in seinen Texten anspruchsvoller ist und mehr Glück hatte.
Seinen Auftritt in Wacken verdankt Zeltinger seinem Freund, dem Musikmanager Manfred Rolef, der ihn dem Festivalleiter Holger Hübner empfohlen hat. Zeltinger zitiert Hübners Reaktion auf die Empfehlung und gibt an, dass das Programm für seinen Auftritt noch nicht vollständig festgelegt ist. Sicher sind jedoch einige seiner bekanntesten Songs, darunter „Müngersdorfer Stadion“ und „Asi mit Niwoh“, sowie ein neuer Titel, den Wolfgang Petry für ihn geschrieben hat.
Der Künstler hat den Spitznamen „Asi mit Niwoh“ selbst geprägt, um auf den Erfolg von BAP mit einem Kontrastsong zu reagieren. In den 1980er Jahren wollte er mit seinem Song eine andere Richtung einschlagen und beschreibt diesen als „Rock’n’Dreck“.
Zeltinger war einer der ersten offen schwulen Künstler im deutschen Showgeschäft. Sein Outing in einer Live-Sendung wurde im Vorfeld mit der Moderatorin Elke Heidenreich abgesprochen. Obwohl viele überrascht waren, hat er auch viele neue Freunde gewonnen. Er berichtet jedoch, dass sein Outing der Grund war, warum er nie im „Rockpalast“ auftreten durfte, was er als „Eigentor“ bezeichnet.
Nach seiner Erkrankung hat sich Zeltingers Gesundheitszustand verbessert. Er lebt seit etwa sechs Jahren fast alkoholfrei, was einen markanten Bruch mit seiner früheren Lebensweise darstellt. Er reflektiert über die ersten 30 Jahre seiner Karriere, die von intensiven Partys geprägt waren, und stellt fest, dass er davon genug hatte.
Auf die Frage, was er an seiner Karriere bereue, antwortet Zeltinger, dass er bedauert, sich auf die Rockmusik eingelassen zu haben und stattdessen akustisch hätte weitermachen sollen. Ob er damit ebenfalls erfolgreich gewesen wäre, lässt er offen, erkennt jedoch an, dass ihm die Rockmusik auch Freude bereitet hat.
Vor seinem Auftritt in Wacken wird Zeltinger am 9. Mai im Gebäude 9 in Köln-Mülheim auftreten.
Quellen: Ströer Digital Publishing
Bildquelle: ai-generated-gemini








