Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Karlsruhe im Würgegriff einer Superkolonie: Anwohner reagieren auf die Ameisenbedrohung

In Karlsruhe-Neureut breitet sich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum rasant aus und bildet eine Superkolonie, die Anwohner in Bedrängnis bringt. Experten warnen vor gravierenden Schäden und betonen, dass eine vollständige Ausrottung der Plage unrealistisch ist.

Ameisen: „Kampf nicht mehr zu gewinnen“ – unter dieser Stadt wütet eine Superkolonie
Aykut Özen auf Pexels

Im Karlsruher Stadtteil Neureut breitet sich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum rasant aus und hat sich zu einer Superkolonie entwickelt, die weite Bereiche des Stadtteils untergräbt. Die Situation ist so kritisch, dass einige Anwohner bereits ihre Immobilien verkauft haben, um der Plage zu entkommen.

Täglich führt Richard Blantz, Mitarbeiter des Gartenbauamts Karlsruhe, Maßnahmen zur Bekämpfung der Ameisen durch. Mit einem speziellen Heißwassergerät sprüht er kochendes Wasser auf die Steinmauern, um sowohl die Ameisen als auch ihre Brut zu eliminieren. Doch trotz dieser Anstrengungen beschreibt Blantz die Bekämpfung als Sisyphusarbeit. Karen Eßrich, die sich seit über einem Jahr intensiv mit dieser Problematik beschäftigt, ist überzeugt, dass eine vollständige Ausrottung der Ameisen nicht realisierbar ist. Der Fokus liegt vielmehr auf der Eindämmung der Superkolonie.

In ganz Baden-Württemberg sind mittlerweile fast 90 Kommunen betroffen, was die höchste Zahl in Deutschland darstellt. Die Kombination aus mildem Klima und sandigen Böden in der Rheinebene schafft ideale Lebensbedingungen für die invasiven Ameisen. Manfred Verhaagh, ein Fachmann auf dem Gebiet der Ameisen, warnt die betroffenen Gemeinden eindringlich, die Situation ernst zu nehmen.

Die Superkolonie in Karlsruhe-Neureut erstreckt sich über etwa 100 Hektar und beherbergt schätzungsweise Milliarden von Ameisen. Während die Mehrheit unterirdisch lebt, sind etwa 20 Prozent der Ameisen oberirdisch sichtbar. Diese Umstände führen dazu, dass sie in Wohnhäuser eindringen und zu einer echten Plage für die Bewohner werden. Eßrich beschreibt die Lage als äußerst unangenehm, da die Ameisen in großer Zahl auftreten und herkömmliche Bekämpfungsmethoden oft nicht ausreichen.

Die Auswirkungen dieser Ameisenplage sind gravierend: Anwohner berichten von Schlafstörungen und Depressionen. Andreas Martens, Leiter des Instituts für Biologie an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, hat spezielle Fallen entwickelt, um die Ameisenpopulation zu kontrollieren.

Die durch die Ameisen verursachten Schäden sind erheblich. So haben sie in der Gemeinde Kehl Verteilerkästen befallen, was zu einem Internetausfall führte. Auch in Karlsruhe sind die Folgen sichtbar: Bordsteinkanten senken sich, und Mauern drohen einzustürzen. Die Kommunen setzen verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen ein, darunter Fraßköder und Heißwassergeräte.

Die finanziellen Belastungen für die Bekämpfung der Ameisen sind hoch. In Kehl belaufen sich die jährlichen Kosten auf etwa 50.000 Euro, während Karlsruhe für dieses Jahr 120.000 Euro eingeplant hat. Um effektiver gegen die Plage vorzugehen, plant die Stadt, das Personal aufzustocken. Eßrich hebt hervor, dass trotz der hohen Ausgaben Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Situation zu verbessern.


Quellen: Welt, Focus

Bildquelle: Aykut Özen auf Pexels

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

TS