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Köln: Frauke Rostalski äußert Bedenken zur Diskussion über Jens Spahn

Frauke Rostalski kritisiert die Rücktrittsforderungen gegen Jens Spahn wegen seines Umgangs mit der Leihmutterschaft als bigott und plädiert für eine Liberalisierung in Deutschland. Sie bemängelt zudem den homophoben Ton in der Debatte und verteidigt Spahn teilweise.

Köln: Frauke Rostalski kritisiert Debatte um Jens Spahn
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Frauke Rostalski verteidigt Jens Spahn und kritisiert die öffentliche Debatte

Frauke Rostalski, eine Kölner Rechtsphilosophin und Mitglied des Deutschen Ethikrats, hat sich in der Diskussion um die Leihmutterschaft zu Jens Spahn geäußert. Sie nahm den Fraktionsvorsitzenden in Teilen in Schutz und forderte eine Liberalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland. In einem Interview äußerte sie, dass die öffentliche Empörung über Spahn widersprüchlich sei.

Rostalski, die auch Direktorin des Instituts für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität zu Köln ist, kritisierte, dass Spahn, der als Gesundheitsminister und später als Fraktionsvorsitzender das Verbot der Leihmutterschaft vertrat, dieses Verbot umgangen habe, indem er mit seinem Mann in den USA ein Kind durch eine Leihmutter bekam. Sie bezeichnete dies als einen „eklatant doppelten Standard“.

Rostalski spricht sich für altruistische Leihmutterschaft aus

Die Rechtsphilosophin befürwortet eine altruistische Leihmutterschaft, bei der Frauen ohne finanzielle Interessen anderen helfen können, ein Kind zu bekommen. Sie lehnt jedoch die kommerzielle Leihmutterschaft ab, wie sie in den USA praktiziert wird, da diese hohe Kosten mit sich bringt und somit zu einem „Privileg der Reichen“ wird.

Rostalski äußerte sich auch kritisch zu den Rücktrittsforderungen gegen Spahn. Sie zeigte sich empört über diese Entwicklung, nicht weil sie sein Verhalten gutheiße, sondern weil sie der Meinung ist, dass das Prinzip, dass Fehlverhalten Konsequenzen haben müsse, in diesem speziellen Fall „bigott“ sei. Sie wies darauf hin, dass Spahn zuvor zahlreiche Skandale verursacht habe, ohne dass es in seiner Partei zu Rücktrittsforderungen gekommen sei.

Kritik an der Tonalität der Debatte

Die Rechtsphilosophin kritisierte zudem den Ton der Debatte, insbesondere in sozialen Medien. Sie stellte fest, dass diese einen „widerlichen homophoben Zungenschlag“ aufwiesen und sich nicht mehr um die Leihmutterschaft drehten, sondern um alte Vorurteile gegenüber homosexuellen Paaren.

Rostalski richtete ihre Kritik auch direkt an den Passauer Bischof Stefan Oster, der sich mit „scheinbar brechender Stimme“ über die „Last“ äußerte, die das Kind zu tragen habe. Sie entgegnete, dass das Kind ohne die Entscheidung seiner Eltern nicht existieren würde und es ein Recht auf dieses Leben habe. Die Ableitung eines Leids des Kindes allein aus seinen Entstehungsbedingungen bezeichnete sie als „geradezu mittelalterlich“.


Quellen: t-online, tagesschau

Bildquelle: KI generiert

Ronny Winkler