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Köln im Daseinsvorsorge-Ranking auf Platz 54 eingestuft

Köln belegt im Daseinsvorsorge-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Platz 54 von 10.941 Gemeinden, wird jedoch durch schwache Digitalinfrastruktur (Rang 1.569) und Bildung (Rang 925) belastet. Die Gesundheitsversorgung ist hingegen mit Rang 158 stark.

Köln: IW-Daseinsvorsorge-Ranking sieht Stadt bundesweit auf Platz 54
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Köln hat im aktuellen Daseinsvorsorge-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) den 54. Platz unter 10.941 Gemeinden erreicht und wird somit in die Kategorie „sehr gut“ eingeordnet. Dennoch zeigt die Analyse, dass die Ergebnisse in den einzelnen Bereichen stark variieren.

Ein wesentlicher Schwachpunkt der Stadt ist die **Digitalinfrastruktur**. In Bezug auf die **Breitbandverfügbarkeit** und die **Mobilfunkabdeckung** belegt Köln lediglich den 1.569. Rang, was im Vergleich zu anderen Kategorien erheblich hinterherhinkt. Auch im Bereich **Bildung**, der Schulen und Kindertagesstätten umfasst, erzielt die Stadt mit dem 925. Platz nur ein mittelmäßiges Ergebnis.

Stärken und Schwächen im Überblick

Im Bereich **Mobilität** schneidet Köln hingegen besser ab und erreicht den 518. Platz. Hierbei werden die Qualität von Brücken, das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Anbindung an Autobahnen und Flughäfen berücksichtigt. Das **Freizeitangebot**, das die Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern und Museen umfasst, bringt der Stadt den 492. Rang ein. Besonders positiv fällt die Bewertung der **Gesundheitsversorgung** aus: Mit dem 158. Platz gehört Köln zu den am besten versorgten Städten in Deutschland, gemessen an der Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern und Apotheken.

Methodik der Studie

Für die Studie mit dem Titel „Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge“ wurden insgesamt 17 Einzelindikatoren analysiert. Die Daten stammen aus einer Kombination von **Webscraping**, bei dem Informationen von öffentlichen Webseiten extrahiert werden, sowie aus offenen Behördendaten und eigenen Algorithmen. Diese Daten wurden für alle 10.941 Gemeinden in Deutschland zu einem Gesamtindex zusammengeführt. Zusätzlich wurde eine repräsentative Onlinebefragung mit über 5.400 Teilnehmern aus dem Sommer 2025 durchgeführt.

Subjektive Wahrnehmung und politische Implikationen

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die tatsächliche Versorgungslage vor Ort oft weniger entscheidend ist als die subjektive Wahrnehmung der Bürger. Diese Wahrnehmung beeinflusst Aspekte wie die **Demokratiezufriedenheit**, die Unterstützung für die AfD und das Gefühl des regionalen Abgehängtseins. Mängel in der Daseinsvorsorge werden häufig als Zeichen von Staatsversagen interpretiert, was zu einer politischen Entfremdung führen kann, unabhängig von der tatsächlichen Versorgungsqualität.

Im Umkehrschluss zeigt die Studie, dass eine objektiv bessere Versorgung tendenziell mit einer höheren Zufriedenheit einhergeht, was sich positiv auf das Vertrauen in den Staat und die Demokratiezufriedenheit auswirkt.

Regionale Unterschiede im Vergleich

Die Studie verdeutlicht auch, dass städtische Gebiete im deutschlandweiten Vergleich deutlich besser abschneiden als ländliche Regionen. Besonders schlecht versorgt sind Teile von **Mecklenburg-Vorpommern**, **Brandenburg** und **Rheinland-Pfalz**. Überraschend ist, dass ostdeutsche Städte im direkten Vergleich mit westdeutschen Städten besser abschneiden. Rund 30 Prozent der ostdeutschen Städte fallen in die Kategorie „sehr gut“, während dies bei westdeutschen Städten nur für knapp 20 Prozent zutrifft.


Quellen: t-online, stern, Der Spiegel

Bildquelle: depositphotos

Ronny Winkler